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Dienstag, 14. Oktober 2014

Ihr seid das Ruhrgebiet ... Teil 4

Ein kurzer Blick nach rechts, als wir des Mannes Ausbildungsstätte passieren, ein kurzer Blick nach links, als wir am "Froschenteich", einem z. Zt. griechischen Restaurant, auf die Duisburger Landstraße biegen. Ich ahne es, der Mann möchte zum Ausgleich für das Nancy-Ruhr-Nichtfoto auf die Fähre in Kaiserswerth und ich behalte Recht. Die Gegend hier kenne ich, nur in andersrum.

Wir verlassen die B 8 bei Sankt Swidbert und rollen die Straße entlang, bis zu ihrem Ende - bzw bis zu der Stelle, an dem aus ihr eine andersrume Einbahnstraße wird. Aber das hätte ich auch gleich sagen können, das wusste ich nämlich schon. Man kommt von hier aus nicht in den Kaiserswerther Innenbereich und auf den legendären Burghof kommt man auch nicht. Das Parken kostet 4 Euronen, dafür mit einer Schranke und einem Platzeinweiser, aber nicht erlaubt für Motorräder. Und jetzt? Weiter geradeaus geht es aus einbahnstraßentechnischen Gründen nicht, also ... genau ... Nancy auf der schmalen Gasse gewendet. Während die Ente gemeinerweise irgendwie immer wie von selbst um die engsten Kurven kommt, ist es mit Nancy etwas kniffliger. Ich fahre also fast auf den Burghof und wuchte Nancy zurück. Immer schön den linken Fuß auf den Boden, kippen ... geschenkt, hatten wir schon. Dumm ist jetzt nur, dass die Straße gekopfsteinpflastert ist, ganz zu schweigen von den uralten Spurrillen ungezählter Pferdefuhrwerke, aber letztendlich ist es geschafft und es geht zum Fähranleger. Memo an mich: driften üben ... äääääh ... driften lernen.

Der 'Fährerweg', der zur Rheinfähre führt, ist ein asphaltierter Weg, gleichermaßen für Fußgänger, Radfahrer und motorisiertes Allerlei gedacht - also außer LKW und so was natürlich. Nun, würde der Mann nicht vorfahren, ich wäre nicht in diesen Weg eingebogen, sondern hätte schleunigst gesehen, dass ich Land gewinne, sozusagen. Menschen, nichts als Menschen, Hunde und wir - und so tummelt es sich hier, fast schon wie in der Innenstadt am letzten verkaufsoffenen Samstag kurz vor Heilig Abend. Meine Güte, hier geht nicht mal mehr Schrittgeschwindigkeit. Ein Hund läuft mir vor's Bike, ein Radfahrer muss gefährlich nah, gefährlich scharf hinter mir bremsen ... und halt die ganzen Day-Packer, die sich mit um die Hüften geknoteten Strickjacken so breit machen, als ob sie alleine berechtigt wären.

Wie dem auch sei, am Ende des Weges geht es in einer nicht einsehbaren 90-Grad-Kurve steil bergab. Ein bisschen tricky, weil man eben vorher den Straßenverlauf nicht erkennen kann. Was man jedoch erkennen kann, ist, dass eine Familie mit 2 kleinen Kindern im Pferdekostüm mitten in der Kurve steht und ... keine Ahnung ... Nase putzen, Trinkflasche öffnen, Haarspängchen richten ... was solche Leute eben so machen. Aaaaaaarrrrgh! ... Ich werde zur Bestie ... Ich will die wegtreten ... OOOOOOOMMMMMMM ... Kann man das nicht an der Seite machen? Ich mein', sehen die nicht, was hier los ist? Zur Erinnerung, wir schreiben den 3. Oktober 2014, Tag der deutschen Einheit, Feiertag, ein vielleicht letzter Sommertag im Herbst ...

Der Fähranleger ist gerammelt voll. Im unteren Bereich der Anlage wartet ein Haufen Radfahrer und so stellen wir uns brav hinten an, denn für Experimente ist es mir da unten definitiv zu eng und vor allen Dingen zu wassernah. Frecherweise rollen alle nachfolgenden Bicycletten, meist Lehrertypen in beige-grauem Freizeitgewand, an uns vorbei, um sich noch in die ersten Reihen zu quetschen und so bleibt für uns nur zu hoffen, dass wir mit auf den Kahn kommen. Mittlerweile bin ich etwas genervt.


Die Fähre legt an und als diese geräumt ist, setzt sich die Kolonne in Bewegung, den Rhein per Schiff zu überqueren. Die Radfahrer in ungeordneter Reihe links, die Autos immer zwei nebeneinander, mittig und rechts ...
"Motorräder nach links", schallt es lautstark zu mir herüber und die resolute Platzanweiserin fuchtelt mich zu den Fahrrädern und weil ich schneller auf der Fähre war, stellt sich der EB hinter mich ... und zahlt.

Während ich so im Getümmel stehe, ärgere ich mich, warum wir nicht einfach die nächste Fähre angewartet haben. Dann hätten wir nämlich vorne gestanden und ein bisschen was von Wasser, Rhein und Schifffahrt gesehen, aber so, naja!


Nach ungefähr 5 Minuten erreichen wir die richtige Seite des Rheins und hier zahlt es sich aus, dass ich eine fleißige Leserin diverser Reiseblogs bin und so stemme ich beide Füße in den Boden, als der Kapitän das Anlegemanöver einleitet. Zum Glück habe ich allerdings noch die Hände am Lenker und als es beim Kaimauer-Einschlag einmal kurz und knackig rummst, ziehe ich vor lauter Schreck die Handbremse an. Uff, alles gut gegangen. Die Schranke öffnet sich und nun müssen die Radfahrer warten, bis sich der motorisierte Tross in Bewegung gesetzt hat. Zuerst die Autos und dann die Motorräder und so schälen wir uns zwischen den Pedalettos durch und verlassen das Schiff.

Ich bin total erledigt und ich habe Durst ...

Kommentare:

  1. Pffff .....Fährenanlegen...wir sind doch alle gebrieft durch Svenja...kann man im Schlaf...genauso wie das Fleisch in die Pfanne hauen...(sag ich als Vegi...)
    Leider kann ich zur Zeit ja nicht fahren....aber ich bin dran...wird alles repariert....
    Gruß
    Marcus

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    1. Jo, aber Fleisch in die Pfanne hauen konnte ich schon vorher (sag ich als Köchin ... :-)

      Ich hab's gelesen. Hoffentlich klappt das mit dem Federbein bald. Mir graut es übrigens auch schon davor, Ersatzteile ersteigern zu müssen. Der Mann, der ja im Autoteile-Zubehör tätig ist, hat schon nach Teilen geguckt und wenigstens einen Endschalldämpfer bei einem Lieferanten gefunden. Mich wundert allerdings, warum einen Endschalldämpfer, denn bei der XL 500 S war der Auspuff aus einem Teil. Vielleicht haben die das geändert?

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    2. Ich glaub das der Auspuff der S und der R in irgendeiner Form nicht kompatibel sind. Bei den Kleinanzeigen ist grad einer drin ...
      http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/honda-xl-500-s-oder-r-auspuff/232245350-305-2829?ref=search

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    3. Also ich bin mir ziemlich sicher, dass der Auspuff der "S" einteilig war. Aber irgendwie, beim längeren Überlegen, kann ich die Stelle fast fühlen, an der beide Teile zusammen gehören.

      Meine Güte, ich war 19 :-)

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  2. Tolle Ausführungen.
    Einen schönen Abend wünscht Dir
    Irmi

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    1. Danke schön, dir auch ... obwohl es schon wieder Mittag ist :-)

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  3. Boah, immer wenn's grad spannend wird... bitte weiter erzählen... Meine Herren, Du verstehst es wirklich, einen Tagesausflug wie einen Krimi zu erzählen, ;-).

    So long,
    Corinna

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    1. Ich habe gerade gedacht: "Komisch, warum weitererzähle?", ich bin doch fertig. Aber dann ist mir wieder eingefallen, dass der letzte Teil ja schon geschrieben ist, aber noch in der Warteschleife hängt :-)

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