Dienstag, 28. Oktober 2014

"R" heißt nicht "Reloaded"

Was ich mich immer wieder gefragt habe - tzäää, da kann man mal sehen, mit was für einem Schrott ich mich gedanklich befasse - ist die Sache mit der Typenbezeichnung. Die alte XL hieß mit Nachnamen "S" und die neue XL heißt "R". Nun, und nachdem ich also mal probiert habe, aufzusteigen wusste ich, was gemeint war. "S" steht für "Small" und das Nachfolgermodell XL 500 R bedeutet nicht etwa XL 500 Reloaded, sondern eindeutig  XL 500 Riesig. Meine Güte, ist das Ding hoch ... und während die Jungs noch fleißig das Ankicken üben, übe ich, überhaupt erst einmal drauf zu kommen. Und BTW, da ist nix mit "Füßen in den Boden stemmen", wenn die Fähre an die Kaimauer stößt. Aber gut, vielleicht hat ja der Honda-Händler noch einen Tieferlegungssatz.

Bis auf ein paar Schönheitsfehler ist die XL 500 R eigentlich fertig. Viel war nicht zu tun und noch nicht mal der Vergaser musste gereinigt werden. Der Motor läuft, die Kiste fährt, was will man mehr. Was allerdings noch gemacht werden muss ist auf jeden Fall die Sitzbank, aber der Polsterer weiß schon Bescheid, das Heck muss neu lackiert werden, aber der Entenbiker weiß schon Bescheid, die Seitenteile müssen neu beklebt werden und ... genau ... der Grafiker weiß schon Bescheid. Tja und dann? Ein paar Stellen im Lack ausbessern, ein neues Zündschloss und dann war es das. Ach ja, und er Ständer braucht eine andere Feder ... also eine ... ääääähhh ... hüstel ... Weil es ist nicht gut für kleine Funnys, wenn der Seitenständer automatisch zurück klappt, denn da kann es schon mal zu, sagen wir mal, Schwankungen kommen. Okeeeeeh, und eine gründliche (Hochdruck)Reinigung wäre auch nicht verkehrt. Das einzige und existentielle, dass wirklich gemacht werden muss, ist das Tieferlegen, denn sonst bleibt Annie ein Stehrumchen und da zeigt sich tatsächlich, dass schlappe 6 Zentimeter zwischen fahren und nicht fahren entscheiden. 

Freitag, 24. Oktober 2014

Happy Birthday, Großvater


Mein Großvater und die Viktoria KR II 1928 - Es liegt wohl in der Familie

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Benzinschlauch, Luftfilter und Co ... Teil 2

Der Luftfilter befindet sich in einem Gehäuse unterhalb der Sitzbank. Dieses wird mit einem Inbus-Schlüssel geöffnet und die Flügelmutter, womit der Filter befestigt ist, gelöst. Nun kann er entnommen und gereinigt werden. Der Filter selber ist aus Metall, um den eine Matte aus Schaumstoff gewickelt ist. Nun, was soll ich sagen, der Luftfilter ist pottendreckig und bedarf dringend einer Dusche.


Dazu sprühe ich den Luftfilter mit einem Spezial-Schaum, der noch von einem vorherigen Einsatz auf der Werkbank steht, ein und der Dreck löst sich nahezu von selbst. Also ganz so, wie das sein soll.


Allerdings ist die Matte trotz Reinigung nicht mehr verwendbar, weil sie ziemlich zerfusselt ist und so schneide ich ein passendes Stück aus einer anderen Matte, die aus ... genau ... einem anderen Einsat noch übrig ist. Es geht doch nichts über einen gut sortierten Bastlerhaushalt ... also nichts, außer Ordnung.


Danach salbe ich den Schaumstoff mit einem speziellen Luftfilter-Öl, damit die Schmutzpartikel besser hängen bleiben ...


... und nachdem das Öl verteilt und in die Matte eingearbeitet ist, wickele ich es um den Filter ...


Danach baue ich diesen wieder ein, was allerdings ein bisschen fummelig ist, weil ich darauf achten muss, dass der Schaumstoff auch um den Filter gewickelt bleibt. Nun schraube ich  den Gehäusedeckel wieder auf und befestige Sitzbank und Seitenteile wieder an ihren angestammten Plätzen. Ok, ich mache natürlich erst noch alle Stellen sauber, an die man ohne Sitzbank besser dran kommt.


Nun tausche ich noch schnell die Zündkerze gegen eine Iridium-Kerze aus, bei der der Zündfunke schneller kommt. Hier muss man allerdings darauf achten, dass man nicht zu fest anzieht - locker mit der Hand und ab Anschlag eine halbe Umdrehung mit dem Kerzenschlüssel. Aber steht auf der Verpackung.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

And now we proudly present

Jedes Kind braucht einen Namen und mein Baby erst recht. Diesmal ist es mir recht schwer gefallen, etwas passendes zu finden, was auch einen Bezug zur Maschine hat. Meine erste Eingebung war "Schneeweißchen und Rosenrot", aber das ist viel zu lang und außerdem kein Name. "Rotbäckchen" kam mir in den Sinn, weil die XL eben zwei rote Bäckchen hat und ein externer Vorschlag war "Schneewittchen", woraus schnell "Whitey" wurde. Nun, mit Schneewittchen assoziiere ich eher weiß und schwarz und aus Whitey wurde Whitney. Nein, das gefiel mir alles nicht, für den Ackerhopser muss ein Bauernhof-Name her. "Rosi" fand ich gut, aber so heißt meine Schwägerin und Emma? Nein, alles nix. Des weiteren gab es Vorschläge, die sich an das "R" in der Typenbezeichnung lehnten, außerdem Trixiebelle, Xylona und Xilia.

Nun, gestern sind wir so durch die Landschaft gecruist und plötzlich hatte ich es. Wenn der Name schon nicht an das Modell angepasst werden kann, warum dann nicht an das Nummenschild ... und so heißt meine XL 500 R nun ...

Annie!
Aber da ich die Friesinger nicht leiden mag, wird aus Annie einfach ['æni] 


Ān ist übrigens das chinesische Wort für meinen realen Vornamen, der aus dem russischen kommend mit "Frieden" übersetzt wird. Allerdings war das nicht relevant für die Wahl des Nummernschildes, sondern die Nummer meiner ersten XL 500, die das zugeteilte Kennzeichen "MR AN 171" trug.

Montag, 20. Oktober 2014

Ihr seid das Ruhrgebiet ... Teil 5

Bei nächster Gelegenheit halten wir an und ich krame eine Flasche Wasser aus meinem Handschuhfach, die ich so gut wie in einem Zug leere. Wir sind seit Stunden unterwegs und ich bin völlig erledigt. Der Fährenstress hat mich echt geschafft und ich will eigentlich nur noch trinken und nach Hause.

Der Mann macht den Tour-Guide und so fahren wir etwas anders zurück, als ich es getan hätte. Aber gut, so lerne ich auch alternative Strecken kennen ... und wieder vergessen ... hüstel ... so, wie jetzt. Fakt ist, dass wir an einem total schönen Imbiss vorbei kommen der ... tatatataaaaaaa .... "Ketchup" heißt. Ich grummel in meinen Helm hinein. So ein schönes Foto-Motiv und zudem auch gerade passantenfrei und der Mann ... tzäääää ... bemerkt das nicht einmal. Er ist schon so weit vorgefahren, dass ich ihn zwar noch sehen kann, aber wenn ich jetzt anhalte, Nancy richte und ein Foto mache, gibt er eine Suchmeldung raus ... also wenn ihm später aufgefallen ist, dass ich verloren gegangen bin.

Ergeben fahre ich also hinterher und sinniere, warum ich lieber alleine unterwegs bin ... und außerdem, wie soll man sonst 30 Jahre Beziehung, bestehend aus langjähriger Ehe plus kurzer Vorlaufzeit überstehen, wenn man immer alles gemeinsam macht. Ist ja ätzend. Und so entgeht mir dieses wunderbare Bild von diesem schönen Imbiss mit dem originellen Namen 'Ketchup' und das nur, weil der EB keinen Sinn für's Knipsen hat. Misto, weil das wäre doch mal ein Motiv gewesen. Also es würde mir entgehen, aber pööööööh ... Ich drehe um.


Nach getaner Arbeit lese ich den Mann, der am Wegesrand auf mich gewartet hat, wieder auf und wir fahren gemeinsam weiter. In ... also irgendwo im ... sagen wir mal ... Einzugsbereich Düsseldorf, denn im Ruhrgebiet sind wir schon längst nicht mehr, scheiden sich nicht nur die Wege, sondern auch die Geister, wie wir weiter fahren sollen und so diskutieren wir so lange auf der Abbiegespur, bis die Huperei der anderen abbiegewilligen Verkehrsteilnehmer nervig wird. Der Entenbiker will links rum, ich will rechts ... aber gut, alle Wege führen nach Mäkkes und so bestehe ich nicht darauf, dass es - und zwar nicht nur nach mir, sondern auch nach dem ortsansässigen und hochoffiziellen, amtlich genehmigten Wegweiser - rechtsrum nach Willich geht, wo wir im weitesten Sinne auch hin wollen. Naja, und nach Mäkkes. Denn ich habe immer noch Durst. Ich brauche mein Lebenselixier in Form einer Cola ... und wenn wir schon mal dabei sind, Pommes wären auch ganz nett. 

Wir kommen in eine Gegend, in der ich mich auskenne. Immerhin haben wir jahrelang in Willich gewohnt und so überhole ich den Entenbiker und gebe Gas ... Juuuuuuch_huuuuuuu, Mäkkes, wir kooooooo_mmääääääänn ... usw. usw. ... Cola, Pommes, Nancy wuchten, weiterfahren und irgendwann, nach soundsovielen Milchkannen-Abbiegungen, rechts wie links, kommen wir nach Hause. 

Das Schöne am gemeinsamen Biken wiederum ist, dass ich Nancy einfach vor der Haustüre abstelle und der Mann die Maschinen versorgt, während ich schon mit hochgelegten Beinen auf dem Sofa weile ...