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Montag, 27. Juni 2016

Pute, Bohne, Tomate, Crockpot

Noch bin ich ja ein Crocky-Rookie und daher greife ich oft auf Rezepte zurück, die ich im Internet gefunden habe und die ich dann irgendwie PI x Schnauze nachbaue, sozusagen. Diesmal war es dieser Bohneneintopf mit Putenfleisch

Dazu benötigt man bzw. ich

400 g Putenmedaillons
1 normale mittelgroße Haushaltszwiebel
etwas Öl zum Braten, ein Teelöffel reicht dicke
Salz, Pfeffer

1 Dose Pizzatomaten
1/2 Dose (die Dose von den Tomaten) Wasser
Brühe, instant
1 EL Worchestersauce

1 große Dose weiße Bohnen
2 EL Frischkäse
2 EL Speisestärke
Wasser 

Crockpot 1,5 l

Zunächst einmal wird die Zwiebel geschält und halbiert. Die Hälften dann quer in Streifen schneiden, in etwas Öl anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und in den Crocky legen. Die Putenmedaillons in der gleichen Pfanne anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Zu den Zwiebeln in den Slowcooker geben. 

Die Tomaten und das Wasser in die noch heiße Pfanne schütten, mit der Instantbrühe und Worchestersauce würzen und einmal aufstoßen lassen. In den Crockpot gießen und mit geschlossenem Deckel ca. 3 Stunden auf Stufe "High" garen. Im Rezept ist angegeben, dass es nur 2 Stunden braucht, bis man die Bohnen dazu gibt, aber ich fand das Fleisch noch etwas hart und daher habe ich noch eine dreiviertel Stunde nachgelegt.

Nach Ablauf der Zeit die Bohnen in ein Sieb gießen und unter klarem Wasser kurz spülen, danach in den Crockpot kippen. Die Stärke anrühren und unter die Speise mengen. Eine weitere Stunde auf gleicher Stufe kochen lassen und zum Schluss den Frischkäse einrühren. Eventuell noch einmal abschmecken. 

Nun, und weil ich ein totaler Nudel-Junkie bin, gab es eine Ladung Dinkel-Penne dazu, die aber nicht abgelichtet werden wollten.

Samstag, 25. Juni 2016

1 : 50.000 ist wie kirschkernspucken nur in weiter

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich meine Tage bekommen habe? Weil habe ich und nichts kann diese Sturmflut stoppen. Ich laufe aus, sozusagen. Das Dumme an der Sache, also das noch Dümmere ist, dass Feiertag war und ich keine Möglichkeit hatte, Tampons und Binden nachzukaufen und so bleibt es unterwegs spannend und der Vorrat knapp. Aber noch trägt es unsere Protagonistin mit Humor ... auch, wenn es ein Bild aus Büsum ist.


Wie immer bin ich vor Tau und Tag wach und breche heute alle meine bisherigen Rekorde. Um fünf Uhr stehe ich unter der Dusche und bin um sechs schon - mit einer geklauten Rolle Klopapier - auf der Piste. Die Pension liegt diesmal eher im Zentrum und so ist es eine elende Gurkerei, um aus Brunsbüttel hinaus zu kommen und den NOK zu erreichen, an dem es heute endlos entlang gehen wird. 67 Kilometer. Ich nehme die Fähre ... ok, ich müsste sie nicht nehmen, aber Fähre fahren macht Spaß und ist kostenlos, also fahre ich wieder zurück ... Auf dieser Seite gefällt mir der Kanal besser, denn man kann wegen der Kurvenlage besser Schiffe gucken.


Außerdem ist links des Weges jede Menge Gebüch. Ebenerdig. Das Wetter ist herrlich und ich habe längst einen leichten Sonnenbrand. Naja, und weil ich keine Lust auf komische Stirnstreifen habe, wandert mein Helm mal wieder in meinen Fahrradkorb. Der Hand-Arm-Übergang sieht schon lustig genug aus.

Fröhlich radele ich vor mich hin. Travis läuft wunderbar, 16 km/h, ohne, dass ich großartig was tue. Ich liefere mir Wettrennen mit Segelbooten, die das allerdings nicht wissen und gewinne spielend. Nur das eine Containerschiff hole ich nicht ein. Aber gut, vielleicht hätte ich keine Sitzbesichtigung mit Müsliriegel machen sollen.


Es geht immer den NOK entlang und habe ich noch vor ein paar Tagen über den Bikeline-Radwanderführer als Buch mit sieben Siegeln gemeckert, erschließt sich mir das Ganze plötzlich, gerade so, als wäre Magie im Spiel. Man muss nur erst mal begreifen, dass 'Maßstab 1 : 50.000' wie kirschkernspucken ist, nur halt in weiter. Ich fahre also munter von Fähranleger zu Brücke, schlage eine Seite um, fahre von Brücke zu Fähranlger ... schlage irgendwann direkt 2 Seiten um, weil mir das ewige anhalten alle paar Minuten auf den Zwirn geht ... und außerdem geht es eh geradeaus. Immer am Kanal entlang. Es ist halt schön, zu wissen, wo genau man sich gerade befindet, ansonsten könnte man auf diesem Teiabschnitt getrost auf Kartenmaterial verzichten.

Es ist immer noch früher Morgen und am Kanal sitzen jede Menge Angler. Ich frage erst mich, was es hier wohl zu angeln gibt und dann einen Mann. Uupsi, ich bin an den Schweiger geraten. Heureka, es gibt die maulfaulen Schleswig Holsteiner doch. Und zwar in Persona direkt vor mir sitzend. Trotzdem lässt er sich dazu herab, mir mit anderthalb genuschelten Worten zu erklären, was es alles für Fische gibt. Aber das habe ich natürlich längst vergessen, allerdings glaube ich, dass er außer Delfinen und Haien so gut, wie allesgenannt hat. Ich fahre weiter. Von Fähranleger zu Brücke zu Fähranleger zu ... ein Angler sitzt am Wegesrand und aus irgendeinem Grund halte ich an. Irgendwie habe ich heute Extrem-Rede-Nachhol-Bedarf und so verwickle ich den Mann in ein Gespräch in dessen Verlauf er mir erzählt, dass der NOK da vorne gesperrt ist. Oh Mann, es hätte so schön sein können ... Der freundliche Herr beruhigt mich und sagt, dass es nur eine minikleine Brücke ist, kaum der Rede wert und man einfach nur drum herum fahren müsse. Einmal um den Pfeiler, sozusagen. Und so ist es, sogar mit Umleitungsbeschilderung für etwa 20 Meter. Vorbildlich.

Mir ist langweilig. Es geht stur am Kanal entlang und ich habe nichts weiter zu tun, als dem Radwanderweg zu folgen. Langsam habe ich genug Wasser und Schiffe gesehen, aber leider noch jede Menge Kilometer vor mir und so nehme ich zur Abwechslung mal die Fähre, um auf die andere Seite zu kommen.


Ah, endlich passiert einmal etwas spannendes. Ein Containerschiff muss vorbei gelassen werden, ehe wir übersetzen können. Außerdem sitzt ein Opfer bei geöffnetem Fenster im Auto neben mir ... Ich maule ihn ihre Richtung, ob wir das Schiff etwa vorbei lassen müssten und das ja ewig dauern könnte. Aber sie bleibt gelassen und meint, dass das nur ein paar Minuten Zeit kosten würde, nicht überzubewerten und so ist es dann auch.


Wie dem auch sei ist dies nicht das letzte Mal, dass ich mit der Fähre fahre, denn die Eisdiele am Kanal in Rendsburg, sowie meine Pension liegen auf der anderen Seite. Aber zunächst einmal fahre ich hier weiter. Und so radel ich und radel ich und langweile mich ...

Bis ich kurz vor Rendsburg auf Horden von gassigehenden Frauchen stoße. Wir erinnern uns: Spurplattenweg. Zwei huckelige Betonplattenstreifen mit einer Grasnabe dazwischen und Fiffy setzt sich in die Mitte, schön den Hintern in's Grün, die Pfötchen auf Spurplatte. Nun, es ist nicht ganz einfach, die Bahnen zu wechseln und so verringere ich mein Tempo stark und warte, bis Köterli fertig ist. Ich finde das unerhört nett von mir. Nicht so Frodos Mamma, denn die muss die Hinterlassenschaft beseitigen und stellt sich provokant mit ihren "Funny von früher"-Ausmaßen auf den Weg ... im Gras könnte ja Hundekacke liegen ... und zickt mich an, dass es ja mal nett gewesen wäre, wenn ich die Spur gewechselt hätte. Haaa, der Tag ist gerettet. Ich dachte schon, in Schleswig Holstein gibt es ausschließlich nette Menschen, aber die da rückt mein verklärtes Weltbild wieder zurecht und so trete ich erleichtert in die Pedale um kurz darauf in Rendsburg an der Eisdiele anzukommen. Als erstes stürze ich zu den Waschräumen ... dann esse ich ein Eis in neumodischer Sorte, bevor ich die paar Meter zu Famila fahre, um meinen Vorrat an Hygieneartikeln aufzufüllen. Vor dem Supermarkt steht ein Imbisswagen. Da gibt es Krakauer. Das Leben ist schön. Ich überlege, ob ein weiteres Eis vielleicht etwas zu engagiert ist und entscheide mich schweren Herzens dagegen. Außerdem wartet die Pension und die Dusche, die ich gleich auf jeden Fall nutzen werde.

Im Hof steht der Wirt und wässert seine Blumen. Nachdem ich freundlich gegrüßt und das Wiedersehen bejubelt habe, frage ich, ob ich den Schlauch nachher auch benutzen dürfte, um mein Fahrrad notdürftig zu säubern. Meine Güte, das Teil sieht aus, wie Sau und ich darf. Eine wirklich nette Pension samt Betreiber und nachdem ich mein Gepäck nach oben getragen und mein Zimmer bezogen habe, mache ich mich daran, Travis wenigstens vom gröbsten Schmutz zu befreien. Morgen müssen wir glänzen, denn morgen sehen wir Svenja wieder.

Tja, und so geht der letzte Tag meiner Rundreise zu Ende. Morgen bin ich quasi wieder zu Hause, denn ein zu Hause ist auch da, wo deine Freunde sind. Eine kurze Etappe fehlt noch, aber das wird ein Kinderspiel ... also genauso einfach, wie die vergangenen Tage nur in kürzer.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Barbecue Hähnchen aus dem Crockpot

Bevor nachher der kleine Hunger kommt, werfe ich mal eben etwas Junk-Food in meine Koch-Fabrik, sozusagen, bevor ich mich zum Sport begebe. Zugegebenermaßen ist das ganze mal wieder etwas fleischlastig, aber das ist bei Crockpot eben so. Außer Kuchen backen.

Für das Barbecue Hähnchen braucht man, neben einem 1,5 l Crockpot

400 g Hähnchenmedaillons (Anm. d. Red.: Jedes Mal, wenn ich 'Medaillon' schreibe, erinnere ich mich an meine Grundschulzeit, 3. Klasse. Meine Schwester, die ein Jahr über mir war - später waren es zwei - meinte, ich solle 'Medaillon' schreiben üben, denn das käme bald dran und die Lehrerin würde fragen, wer das denn schon könne. Die Lehrerin fragte, ich konnte und vor lauter Aufregung habe ich es dann doch falsch geschrieben. Misto, aber verschmerzt.) 

Also:

400 g Hähnchenmedaillons (das sind Hähnchenbrustfilets, quer in breite Streifen geschnitten)
200 ml Barbecuesauce
etwas Speisestärke (kann man aber weg lassen, wenn man die Sauce später in einem Topf einkochen lässt)
Salz, Pfeffer
Wasser

Crockpot: 1,5 l

Die gewürzten und mit Speisestärke abgepuderten Hähnchenmedaillons in den Crockpot legen, die Sauce mit etwas Wasser - soviel, wie man braucht, um eben die Reste der Sauce aus der Flasche zu spülen - leicht verdünnen und über das Fleisch schütten. Den Crockpot (höchstens) 5 Stunden auf Stufe 'High' laufen lassen. Et voilà ... Barbecue Hähnchen. 

Wenn man ohne Speisestärke gearbeitet hat, fischt man nun das Fleisch aus dem Crockpot, schüttet die Saue in einen kleinen Topf und lässt diese bei starker Hitze einkochen, bis sie dickflüssig wird, eventuell etwas nachwürzen. Nun gibt man das Fleisch wieder hinzu und schwenkt alles durch, bis es gut nappiert, also überzogen, ist.

In diesem Sinne, Juut'n Appo.

Dienstag, 21. Juni 2016

Sonntag, 19. Juni 2016

Ich kann das Meer riechen

Während ich meine Schoko-Reiswaffeln mümmel, überlege ich, ob ich duschen gehen soll, oder nicht. Die Dusche ist winzig ... nein, falsch ... der Duschraum ist winzig, kaum größer als die Dusche selber, aber ich bin alleine in der Pension und wer weiß, was ich in der nächsten Unterkunft, vor der ich ein bisschen Bammel habe, vorfinden werde. Ich weiß gar nicht, warum ich solche Resentiments gegen die 'Alte Schule' in Brunsbüttel hege, aber bei dem Gedanken daran wird mir etwas mulmig zu Mute. Nur es nützt ja nichts. Als ich fertig mit der Morgentoilette bin, sozusagen, packe ich meine Sachen und schreibe eine Abschiedsnotiz an die Pensionswirte, die ich an den Spiegel hefte. Dann bin ich abfahrbereit. Es ist 7 Uhr morgens und alles ist still. Nichts erinnert an den gestrigen Trubel im Ort. Der Bäcker hat aber auf und ich habe gestern erfragt, ob es die köstlich aussehenden Mohnstreusel-Teilchen auch am heutigen Feiertag gibt, was er bejaht hat. Aber gut, ich habe keine Lust, anzuhalten und außerdem habe ich genügend Proviant an Bord. 

Feiertag - Vatertag. Heute werde ich unterwegs auf viele Menschen treffen in diesem nahezu unbesiedelten Land. Die Menschemassen gestern zählen nicht, dass waren Touristen. Die kamen von woanders her. Und eine Seebestattung, aber die kamen auch woanders her. Memo an meine Verwandten: Ich will auch mal Seebestattung genau von hier aus. In Jeans und Turnschuhen ... außer mir, ich ziehe eine Urne an.

Wie dem auch sei, heute habe ich ca. 55 Kilometer vor mir und muss ungefähr 50 Höhenmeter überwinden. Aber das werde ich schaffen. Gemütlich fahre ich los. Ich mag das, so früh am Morgen durch die Landschaft zu gondeln. Die Luft ist klar und trotz Sonnenschein noch kühl, 5°C zeigt das Thermometer. Alles ist friedlich und man ist irgendwie bei sich selbst. Die Route ist ausgesprochen gut ausgeschidert und ich schlage den Weg Richtung Meldorf ... "Meldorf mit drei 'l'" korrigiert mich Svenja immer genervt, wenn ich mal wieder 'Mehldorf' sage ... ein. Ab Büsumer Deichhafen geht es immer am Meer entlang. Ich kann es riechen, aber ich sehe es nicht. Ich sehe Schafe. Schafe, Schafe, nichts als Schafe ... und blauen Himmel. 


Es ist so einsam, dass ich mich einmal komplett umziehe. Dafür brauche ich noch nicht einmal hinter einen Busch zu gehen und außerdem gibt es keinen. 

Ich bin begeistert ob der tadellosen Beschilderung und erreiche Meldorf mühelos. Im Ort mache ich ein Foto, um zu beweisen, dass ich tatsächlich dabei war, denn die ganze Angelegenheit ist so abgefahren, dass ich selber kaum glauben kann, dass ich das tue. Tzaaa, mit dem Fahrrad von der Ostsee an die Nordsee und wieder zurück. Ganz alleine. Unglaublich!


Habe ich gerade noch die hervorragende Beschilderung gelobt und mich gefragt, warum ich mir überhaupt einen Plan gemacht habe, hört diese prompt auf. Ich muss nach St. Michaelisdonn, aber ich sehe nur Wegweiser für Autos. Außerdem sehe ich keinen Radweg, der in diese Richtung geht. Nein, Straße will ich nicht und so folge ich dem Radweg nach Brunsbüttel, an der Bundesstraße No. 5  entlang. Irgendwie wird schon ein Schild auftauchen, denke ich. Nach ein paar Kilometern werde ich stutzig und halte an, um in die Karte zu gucken. Es muss doch - verdammt noch mal - einen Radweg nach St. Michaelisdonn geben und ich will nicht nach Busenwurth. Nun, es gibt ihn. Er verläuft parallel zu der Straße, auf der ich mich befinde, einzig ein paar Felder trennen uns. Tja, was nun, sprach Zeus und Wickie schrubbelt sich unter der Nase. Wie komme ich jetzt, ohne zurück zu radeln wieder auf Spur, sozusagen. Ich habe Glück und meine Stutzigkeit kam an strategisch günstiger Stelle, denn genau da, wo ich gerade stehe, führte ein Wirtschaftsweg in die Richtung, ich die ich muss. Heureka, ein Querverbinder. 


Frohen Mutes fahre ich weiter und wundere mich ein wenig. Wie ich schon erwähnt habe, ist heute Vatertag, aber weit und breit ist kein Pappi zu sehen. Und auch keine Horden von ausflügelnden Menschen mit Bierflaschen. Meine Güte, was ein Land. Ausgestorben. Es muss doch Menschen geben, mit denen ich mich unterhalten kann. Bei denen ich meine extra erworbenen Sprachkenntnisse -  ich behersche 'Moin' mittlerweile ganz famos, weil ich es mir in Ermangelung anderer Gesprächsteilnehmer immer wieder vorgesagt habe - anbringen kann. Aber nichts. Niente. Moin! Aber vielleicht ist es auch noch ein wenig früh an diesem Feiertag. Dafür befinde ich mich wieder auf einem Spurplattenweg. Die Dinger sind eine echte Vollkatstrophe, vor allem, wenn sie sich in solch schlechtem Zustand befinden.

Langsam wird es Zeit für eine Sitzbesichtigung. Lustigerweise ist nirgendwo eine Bank zu entdecken. Heee, überall stehen die Dinger in der Gegend rum und man wundert sich, warum gerade hier ein Bank steht, aber wenn man mal eine braucht, ist keine da. Aber gut, esse ich meine Banane eben im Stehen. Pöööh, haben die jetzt davon. Blöd ist jetzt allerdings, dass neben der nicht vorhanden Bank auch kein Mülleimer platziert ist, und so schleppe ich die Bananenschale bis auf Weiteres mit mir rum. 

Ich radle so vor mich in in Richtung Guddendorf ...


Kurz vor Guddendorf kommt mir eine Frau auf einem Fahrrad entgegen. Mittlerweile bin ich gut darin, Radler von ihren Drahteseln zu rufen  - also gesetzt den Fall, dass ich ein Opfer finde - und ich frage sie nach dem Weg. Es entwickelt sich ein nettes Gespräch. Es ist echt cool, wie kommunikativ Rad fahren ist ... und wenn ich mal jemanden getroffen habe, entpuppte der sich nicht als maulfaul. Ich glaube, dass die vielzitierte schleswig holsteinische Wortkargheit ein Gerücht ist.

Es läuft gut. Ich komme gut voran, allerdings habe ich heute schwere Beine. Es ist zwar nicht so schlimm, aber ich merke es schon. Trotzdem liege ich gut in der Zeit. 34 Kilometer habe ich geschafft und es ist gerade mal kurz vor halb 10.
Irgendwann komme ich tatsächlich in St. Michaelisdonn an und quäle mich einen Berg hoch. Das sind bestimmt die ... hüstel ... 50 Höhenmeter und da sehe ich sie. Menschen. Auf einer Bank an einer Weggabelung. Ein paar ältere Männer, die da sitzen und nichts tun. Sie sitzen halt da und schauen in die Umgebung. Jetzt ist es aber nicht so, dass es hier landschaftlich hochinteressant wäre, nein, es war einfach nur eine Weggabelung in einer Straße, auf der wenigstens zu diesem Zeitpunkt nichts los war. Aber: mein Chance! Ich halte an und frage nach dem Weg, den ich allerdings kenne, bzw. weiß. Oh mein Gott, was für Schwatztanten. In aller Ausführlichkeit wird mir die Route in allen Varianten erklärt und mein Lebenslauf abgefragt. Es ist schwierig, sich loszueisen, aber nicht unlösbar und so schauen sie mir nach, wie ich mich wieder in Bewegung setzte. 

Den Berg hinauf und dann rechts... den Berg wieder hinunter. Das hätte ich leichter haben können, hat die Sabbeltasse gesagt, denn ich hätte gar nicht erst hier rauf fahren müssen, sondern hätte unten ... auf der Hauptstraße ... hmpfff. Aber da stand ein Wegweiser. Naja, egal. Nach der nächsten Abbiegung habe ich wieder vergessen, was mir alles erklärt wurde - zu viel Input - und so halte ich an der nächsten Bushaltestelle an um Rast zu machen. Außerdem bin ich gerade ratlos. Ich hole einen leckeren Clifbar in Crunchy Peanut Butter aus meiner Lenkertasche und mampfe gemütlich vor mich hin ... und mache mir Gedanken, wie ich weiter fahren soll. Nun gut, als alles Überlegen und Ausschau nach Wegweisern oder Eingebungen halten nichts nützt, zücke ich mein Handy und starte das Fahrrad-Navi. Als die grobe Richtung klar ist, entsorge ich meinen Müll inklusive Bananenschale und setze meine Reise fort. 

Nun, was soll ich erzählen? Mein Bericht ist immerhin schon anderthalb Meter lang und die weitere Fahrt verläuft eigentlich reibungslos. Wie immer bin ich fünf Kilometer vor dem Ziel völlig erledigt und ich überlege, dass 50 Kilometer das höchste der Gefühle sind, die ich am Tag schaffen kann. Da weiß ich allerdings noch nicht, dass ... Nun, ich schreibe meinem Trainer eine SMS, dass es trainingstechnisch noch Luft nach oben gibt.

Um 12 Uhr erreiche ich die Pension "Alte Schule" in Brunsbüttel. Viel zu früh, aber vielleicht habe ich ja wieder Glück und kann schon rein. 


Nein, ich habe kein Glück. Der Pensionswirt guckt mich etwas irritiert an und teilt mir mit, dass das Zimmer noch nicht fertig sei, denn die Gäste sind gerade erst abgereist. Um 2 Uhr kann ich wieder kommen. Allerdings darf ich mein Gepäck in dem geräumigen Flur abstellen. 

Ok, was mache ich also nun? Ach ja, ich habe ein Mäkkes-Schild gesehen und da fahre ich jetzt hin. Moah, ich werde mir die Plautze voll schlagen und vor lauter Vorfreude tropft mein Zahn. Mc Rib, Hamburger Royal TS, Pommes ... Es ist so geilo auf dieser Reise. Ich habe keine Waage und demzufolge mache ich mir auch keinerlei Gedanken über meine Ernährung. Ich esse fröhlich genau das, was ich gerade will. Ok, manchmal habe ich schon den einen oder anderen Gewissensbiss, wenn ich haufenweise Stapel-Chips in mich rein stopfe, obwohl ich eigentlich schon satt bin. Aber ich habe "Pringles Ungarisch Style" entdeckt und die sind mega-köstlich. Ach ja, es ist windig.


Mäkkes ist nicht ganz so leicht zu finden, aber was eine richtige Hamburger-Suchmaschine ist, gibt nicht so schnell auf ...


Es ist unglaublich warm geworden und ich nehme auf der Terrasse Platz. Am Nebentisch sitzt eine Familie mit Kindern mit komischen Namen und der dazugehörige Vater ist ein echter Ätztyp. Gutaussehend, aber Oberlehrer und so wird die gesamte Familie ununterbrochen mit Wissen und Wahrheiten besenft. Eine Tochter zieht die Reißleine und verdünnisiert sich für unbestimmte Zeit auf die Toilette ... bis die andere Tochter nachgeschickt wird und mir kommt das Gedicht vom Herrn, dem Jockel und dem Hafer, mit dem alles begann in den Sinn und geht mir nicht so schnell wieder aus dem Kopf. 

Lange nachdem der letzte Krümel Junk-Food verputzt und es keinen vernünftigen Grund mehr gibt, weiter hier zu sitzen, fahre ich zunächst ziellos in Richtung Pension. Allerdings ist es erst halb zwei und noch einige Zeit zu überbrücken. Am Feiertag, wo alle Läden geschlossen haben und meine Lust auf Sight Seeing wie immer ziemlich begrenzt ist und so gerate ich auf einen Rad- und Spazierweg, der durch eine Schafweide führt. Der Eingang ist mit einem Gatter gesichert und ich zögere noch ein wenig, es einfach zu öffnen. Andere Leute gehen hindurch und ich frage. Aber alles gut. Wie krass ist das denn, bitte schön!? Links und rechts grasen Schafe und kümmern sich überhaupt nicht um die Menschen, die in ihr Revier eindringen. Aber gut, vielleicht protestkötteln die ja auf den Weg, man weiß es nicht. Es liegt auf jeden Fall genügend Material rum.


Als ich genug Schafe, Elbe und Schiffe angesehen habe, mache ich mich auf zur Pension und werde auch eingelassen. Nachdem ich mich angemeldet habe, zahle ich direkt die Rechnung, damit ich morgen früh los kann, wenn ich so weit bin und nicht noch lange auf Leben warten muss. Auf dieser Tour kommt einmal mehr an's Licht, dass ich Lerche und nicht Eule bin. 

Das Zimmer ist toll. Nein, die ganze Pension ist toll und ich hatte eine solche Abneigung, hierher zu kommen. Ich weiß gar nicht warum, aber nach der telefonischen Buchung hatte ich ein echt schlechtes Gefühl. Völlig unbegründet, wie sich relativ flott heraus stellt. Im Haus wohnt ein Dauergast und als ich in's Bad komme, wähne ich mich in einer Privatwohnung. In der Ablage steht lauter Männer-Equipement herum und an der Sprossenheizung hängt ein Duschtuch. Ich fühle mich als Eindringling und stelle mir vor, wie ich es finden würde, wenn in 'meiner' Dusche täglich wechselnde Menschen stehen würden. Aber gut, das ist sein persönliches Pech und nicht meines. Neben dem gut ausgestatteten und modernen Bad gibt es noch eine separate Toilette, also eine Zweit-Toilette und man wird sich nicht in die Quere kommen. Außerdem gibt es noch eine große, voll ausgestattete Küche mit einem "12-Apostel-Tisch", an dem man bestimmt gesellige Stunden mit den Mitbewohnern verbringen kann, wenn man will und welche da sind. Ich bin zwar da, will aber nicht. Außerdem ist niemand anwesend, der es wollen könnte.

Ich gehe in mein Zimmer, verbreite mein Wohlfühl-Chaos und chille ein wenig, bevor ich mir die Karte für den nächsten Tag ansehe. OMG! 67 Kilometer. Wo ich höchstens 50 am Tag schaffen kann. Wie soll das denn gehen? Ich werde sterbend zusammen brechen und am Straßenrand verschimmeln. Ich bin am Ende. Wenigstens mental. Also so, wie jeden Abend. Hektisch rufe ich Google auf und suche nach Bahnverbindungen. Natürlich gibt es keine und ich jammere vor mich hin. Ich bin verloren. In einem Land, in dem es keine Einwohner gibt. Obwohl ... hatte der nette Pensionswirt in Rendsburg nicht gesagt, dass wenn ich in Schwierigkeiten wäre, er mich mit seinem T 5 oder was auch immer, abholen würde und nächste Station ist ... tatatataaaaa ... Rendsburg. Haaaa, ich werde überleben. Zufrieden kuschele ich mich in Morpheus Arme ...

Mittwoch, 15. Juni 2016

Ein Kochklops namens 'Bacon Bomb' - Ein Crockpot-Gericht

Gleich kommt Lil' Ben von der Arbeit nach Hause und ich dachte, ich könnte ihm mal ein was richtig deftiges kochen. Fleisch, Fleisch, Fleisch, Ketchup, Käse und ein bisschen Gemüse ... nur nicht zu viel Gemüse, immerhin hat das Rind, von dem das Gehackte stammt, schon genügend Grünzeugs gefuttert ... und wiedergekäut. Das muss reichen an pflanzlicher Kost. 

Die Bacon Bombs habe ich im Crocky Blog gefunden. 

Wie dem auch sei, benötigt man laut Rezept

400 g Rinderhackfleisch
1 EL Barbecue-Gewürzsalz, ich habe mich mit Salz, Pfeffer und Cayenne-Pfeffer begnügt
1 Ei
1 - 2 EL Semmelbrösel, wobei ich einfach eine Scheibe Sandwich-Toast im Mixer geschreddert habe
4 Jalapeños, alternativ 4 Minipaprika, die ich in Ermangelung der Jalapeños verwendet habe
50 g Frischkäse, ich hatte 'Exquisa Creation des Jahres Zucchini-Feta'
8 Scheiben Bacon
100 ml Barbecue-Sauce

Crockpot mit 1,5 Litern Inhalt

So weit, so gut. Die Deckel der Mini-Paprika abschneiden, die Schoten entkernen und mit einem spitzen Küchenmesser die weißen Häutchen entfernen. Nun den Frischkäse - bei mir war es wesentlich mehr, als die angegebenen 50 Gramm, mindestens das Doppelte - in die Paprika streichen, sodass diese gut gefüllt sind. Aus dem Hackfleisch, den Gewürzen, dem Ei und den Semmelbröseln eine Masse kneten und die einzelnen Käse-Paprika mit dem Hackteig ummanteln. Je zwei Scheiben Bacon um die Kugeln wickeln und in den Crockpot legen. Die Barbecue-Sauce darüber schütten, den Deckel des Slowcookers auflegen und ca. 4 Stunden auf Stufe "High" garen. Im Original-Rezept sind 3 Stunden angegeben, aber mir erschienen 4 Stunden sicherer und ich muss sagen, dass ich nicht finde, dass das Fleisch trocken geworden oder übergart ist.

Tja, was soll ich sagen? Lecker sind sie schon, aber ich würde beim nächsten Mal 1.) 100 g mehr Hackfleisch nehmen und 2.) kein reines Rinder-, sondern gemischtes Hackfleisch verwenden. Aber ansonsten, yummie ... und ich glaube, ich lasse die Bacon Bombs schnell im Kühlschrank verschwinden, ehe Lil' Ben kommt.



Dienstag, 14. Juni 2016

Stark sein du musst, junger Veggiewan! - Pulled Pork aus dem Slowcooker (1,5 l)

Dieser Tage - also gestern Abend - kam Lil' Ben, meine kleine fleischfressende Pflanze und erzählte etwas von 'Pulled Pork' und ob ich das kennen würde, schon mal gegessen, hätte etc. Na klar, kenne ich, habe ich, kann ich und da ich meinem Sonnenschein natürlich keinen Wunsch abschlagen kann, bin ich noch schnell zum Supermarkt geflitzt und habe einen Batzen Schweinennacken gekauft ...

800 g Schweinenacken ohne Knochen

3 EL Paprikapulver, rosenscharf
1 EL Salz
1 EL brauner Zucker
1 EL schwarzer Pfeffer
1/2 EL Cayennepfeffer

Die Gewürze mischen, den Schweinenacken gut damit einreiben und eine Weile im Kühlschrank ziehen lassen.

125 ml Barbeque-Sauce
60 ml Brühe
50 ml Apfelessig
20 g brauner Zucker
1/2 EL Senf
1/2 EL Worchestersauce 

vermischen und in den Crockpot - ich habe bei der Minimenge den kleinen Slowcooker mit 1,5 l Inhalt genommen - schütten. Das gebeizte Fleisch hinein geben und für ca. 10 Stunden auf Stufe 'LOW'  garen. In meinem Fall habe ich alles um 22:00 Uhr gemacht und als ich morgens um 6 aufgestanden bin, war alles fix und fertig. Nun das Fleisch mit 2 Gabeln zerrupfen und noch etwas in der Sauce ziehen lassen. Danach das Fleisch ausheben und etwas abtropfen lassen.

Später gibt es Pulled-Pork-Sandwiches. Da wird sich Lil' Ben freuen, wenn er von der Arbeit auf den Dächern des Umlandes nach Hause kommt, hungrig wie ein Wolf ...