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Montag, 14. August 2017

I am not Delilah!

Bevor ich überhaupt einen Laufschritt vor die Tür mache, wird erst einmal ein riesen Stalb veranstaltet. Frühstück, dazu ein Yogi Atem-Tee ... okeeeh, ich weiß jetzt natürlich nicht, ob der für guten Atem sorgen soll, oder für besseres Durchatmen, aber ich bin für Zweiteres ... eine Lachsöl-Kapsel, denn das soll gut für die Atmung sein ... Zähneputzen ... Atemgymnastik ... finales Anziehen ... eine Ladung Asthma-Spray, Strava, Pulsuhr, MP3-Player. Dann gucke ich raus, ob mein Stalker schon da ist, und wenn nicht, husche ich schnell über die Straße in den Bahnradweg und trabe los. Falls er schon da ist, ändere ich mein Programm und bleibe erst einmal zu Hause, womit diese Geschichte jetzt zu Ende wäre.

Da es aber weiter geht, kann man schon erahnen, dass die Bahn frei war, sozusagen. Ich hoppele also über die Straße und verfalle in leichten Trab, der bei mir allerdings schon an Hochleistungssport grenzt. Mein Puls schnellt relativ schnell in die Höhe und so bewege ich mich die meiste Zeit am Limit. Um zu einer niedrigeren Herzfrequenz zu kommen, hilft langsameres Laufen, sagt Elke. Ja neee, ist klar! Noch langsamer wäre rückwärts und ich bin ziemlich sicher, dass ich sogar schneller gehe, als laufe. Trotzdem bin ich dankbar für jeden Tipp, Hinweis und/oder nettes Wort, denn das gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein. Neee, echt jetzt!

Wie dem auch sei, ich bin gut drauf und schaffe heute sogar 3 Minuten Laufen am Stück und hintereinander und hätte auch noch mehr geschafft, aber ich wollte mein Pulver nicht direkt verschießen, sozusagen und so lief ich 3 Minuten, eine Minute Gehpause and so on. Die Musik dudelte in meinen Ohren ... Hey there Delilah, what is like in New York City? I'm a thousand miles away, but tonight you looks so pretty ... trallala ... ( ... ) ... Un' jezz passens upp, jezz küddet ...

Hey there Delilah, don't you worry about the distance ... 

Och nööö, bin ich nicht ... aber ich bin ja auch nicht Delilah und es sind ja auch nur noch etwas über einen Kilometer. Ein Klacks ... hüstel ... Ein Gassi-Radler kommt mir samt Husky entgegen und ich kann noch einen Guten Morgen wünschen. Etwas gepresst zwar, aber kommt an und ich ernte ein nettes Lächeln. Jaaaaaaa_haaaa, nett, nicht mitleidig. Noch kann ich differenzieren! Trab trab trallala ... Hey there Delilah ... und solange ich den Text wenigstens noch mit ... ääääh ... denken kann, ist alles gut. 3 Minuten Laufen, eine Minute Gehen ... Repeat! Links rechts, links rechts ... auf die Uhr geguckt. Was eine Minute ist, weiß ich mittlerweile. Das ist von hier bis da vorne, wo der Baum komisch in den Weg wächst ... das ist von hier, bis zu dem Hundehauf... KRIEEEEEEEH ... Puuuh, drüber gehoppelt ... soviel Kraft muss sein ... Die letzten drei Minuten sind erledigt und ich kann die rettende Haustüre schon sehen. Jetzt noch in Gehpause verfallen? Nöööö, das schaffe ich. Der Gassi-Radler, der die Runde andersherum angegangen ist, kommt mir auf dem Penny-Parkplatz entgegen. Boah, cool, wesentlich schneller war der auch nicht. Ungefähr drei Viertel / ein Viertel des Weges, wobei ein Viertel auf mich fällt. Er lächelt mich an und ich lache zurück. Freundlich, nicht hysterisch! Also hoffe ich mal und trabe so elegant-geschmeidig, wie es geht, an ihm vorbei. Also hoffe ich mal. Kopf hoch, Füße hoch und nicht schlurfen. "Nicht schlurfen", habe ich gesagt! Menno! Geschafft und meine Pace um eine Minute verbessert. Sogar um eine Minute und zwei Sekunden!

Noch laufe ich übrigens in Jeans, denn dann kann ich schnell in Gehen switchen und so tun, als ob ich einen Spaziergang mache, wenn mir jemand entgegen kommt, den ich kenne. Aber ist eigentlich nicht nötig, ich kenne eh niemanden.

Sonntag, 13. August 2017

Muskelfund

Es ist so cool. Seit ich abgenommen habe, finde ich einen Muskel nach dem anderen. Ok, Lil' Ben hat sich natürlich kaputt gelacht, als ich letztens erzählt hatte, dass ich einen Sixer hätte. Aber ich habe einen, wohl noch gut verpackt. Aber was ich jetzt gefunden habe ... unglaublich! Da geht man jahrelang in's Fitti und trainiert so vor sich hin, aber von Trizeps keine Spur. Kaum geht man ein paar mal schwimmen und schwupps ... Aber gut, vermutlich waren die schon länger da und ich habe es einfach nicht bemerkt. Hey, ich habe Trizeps! Am linken Arm und am rechten Arm! Yeah!

Aber wie dem auch sei, ab Morgen gibt es Training nach Plan. Ich habe nämlich einen gefunden, von dem ich mich nicht überfordert fühle und nicht direkt eine halbe Stunde in moderater Pulsfrequenz leicht Dauerlaufen muss. Das kann vielleicht jeder 'Knautschkohlrabi' ... aber ich kann es nicht. Moderate Pulsfrequenz beim Laufen ... tzääää! Naja, und weil der Plan erst morgen beginnt und sonntags leichtes pedalieren auf dem Programm steht, startete ich Heute einfach mit "Sonntag Woche Null", pedalierte leicht in's Fitti und machte dort etwas für die Rumpf-Stabilität. Muss ja auch sein.

Morgen steht Laufen auf dem Plan. Also glaube ich! Aber trifft sich gut, es ist schönes Wetter angesagt und daher vermutlich etwas voller im Freibad.

Samstag, 12. August 2017

Ich liebe diesen Sommer

Mittagszeit, da sitzen die Grefrather zu Tisch, darauf ist Verlass und zudem ist das Wetter schlecht genug. Herrlichste Bedingungen also, um ein garantiert leeres Freibad vorzufinden. Und so war es auch. Der Bademeister lugte aus seinem Kabäuschen, ein Gruß gab den anderen - und ich meinte, er bräuchte nicht auf mich aufzupassen, was er aber vehement ablehnte und so guckte er alle paar Minuten, ob ich noch schwimme, oder schon treibe. 

Wie dem auch sei, niemand sonst war im Freibad und so konnte ich ungestört Kraulen üben. Nun, es klappte ganz gut ... ääääh ... also vorne Kraul, hinten Brust, sozusagen, aber so kam ich wenigstens von der Stelle. Ich bin guter Dinge, dass ich das bald drauf habe ... Aber eines möchte ich schon gerne wissen: In diversen Triathlon-Checklisten steht, dass man zum Schwimmen Badelatschen braucht, um zum Start zu geben. Ok, so far, so good. Dann zieht man die Schuhe vermutlich aus, springt in die Fluten, schwimmt ... und wie bekommt man jetzt seine Schuhe wieder? Ok, falls man an der gleichen Stelle wieder aus dem Wasser kommt, könnte man sie in dem Haufen suchen und Zeit verlieren - obwohl mein Paar wohl eh als einziges, weil letztes, vereinsamt da rum fliegen würde und die Zeit ist ja sowieso schon verloren, also eigentlich fair - aber wenn man an einer anderen Stelle, also z. B. am gegenüberliegenden Ufer aus dem Wasser klettert, sind sie futsch. Was allerdings auch erklären würde, warum man am Wechselplatz ein Handtuch braucht, um seine Füße zu säubern. 

Aber eines habe ich verstanden: Ich will das! Unbedingt!

Freitag, 11. August 2017

Just call me 'Iron Ireen'

Ich habe es getan, ich habe eine Vereins-Anfrage geschrieben und abgesendet und muss nun gucken, dass mein Puls wieder auf ein normales Level absinkt. Tja, wie konnte es nur so weit kommen? Schuld sind eigentlich Doris und Helge, die mir eine Vereinsmitgliedschaft an's Herz legten. Aber gut, war nicht so schwer, denn ich hatte schon darüber nachgedacht, mich aber nicht getraut, weil ich doch weder schwimmen, noch laufen kann und meine Schwester mir erzählte, dass da der Trainer am Beckenrand steht und brüllt, dass man nun acht Bahnen auf Tempo schwimmen muss. Örks ... Momong, meine Schwester? Etwa die, die mir schon seit Kindesbeinen an irgendwelche Horrorgeschichten, alleine für ihr Amusement erzählt? Die, die immer erzählt hat, dass ich eigentlich 'Gulla-Ari' heiße und adoptiert sei? Die, die ... okeeeh, *nähkästchen-modus off* ... Also die, die mir seit Jahren eigentlich keine Horrorgeschichten mehr erzählt und meine Lieblingsschwester ist .... Auweia, auweia, auweia! 

Nun, bei Helge las ich in einem Posting, in dem sie rückblickend ihre ersten Trainingsstunde anriss, als sie als absoluter Anfänger und Vereins-Neuling am Beckenrand stand ... und ich fragte im Kommi nach ihren Vorher-Fähigkeiten, die, so kommentierte sie zurück, meinem aktuellen Stand recht ähnlich waren ... außer, dass man am hier am linken Niederrhein sein Fahrrad nur dann schieben muss, wenn man einen Platten hat und kein Ersatzschlauch griffbereit ist.

Also noch drei bis fünf Minuten hin und her überlegt, abgewogen und schwupps, war es passiert, die Mail war geschrieben und abgeschickt. Jetzt heißt es abwarten. Eine Gnadenfrist habe ich natürlich, denn es sind Ferien in NRW und so habe ich die Hoffnung, dass meine Mail nicht vor Ende August beantwortet wird. Bis dahin liege ich bäuchlings auf einer Bierbank, übe Kraulzüge und träume davon, bald das Schwimmbad umzupflügen.

Mittwoch, 9. August 2017

Unser Einzug in ein neues Zuhause

Mit den Anforderungen steigt auch der Anspruch an das Material ... und Schuhe kann man eh nie genug haben. 

Nachdem ich bei Elke gelesen hatte, dass sie verschiedene Schuhe für verschiedene Lauftrainings trägt, habe ich sie direkt angeschrieben, um mir die Sache genauer erklären zu lassen. Check! Außerdem gab sie mir noch Tipps für den Schuhkauf, nämlich, dass ich z. B. auch vor dem Laden mit den Schuhen laufen soll, um ein Gefühl dafür zu kriegen und dass jeder gute Händler dieses zulassen würde.

Gestern bin ich nach Krefeld gefahren, um mich bei Laufsport Bunert in Punkto des richtigen Schuhwerks beraten und eventuell eine Laufband-Analyse machen zu lassen und dann - dazu bin ich doch zu sehr Mädchen - nicht nur gegebenfalls neue Schuhe zu erwerben, ist ja klar ... 

Ich marschierte also frohen Mutes in den Laden und erstarrte fast vor Ehrfurcht. Ob ich hier richtig bin, ich kleiner Anfänger ... aber zu spät, ich wurde gesichtet und unter die Fittiche der Verkäuferin genommen. Sie fragte, ob ich eine Laufbandanalyse machen wollte, Kostenpunkt 20 Euro, wenn ich keine Schuhe kaufe, ansonsten ist es gratis. Na und ob ich wollte ... Also Schuhe aus, Socken aus, Hose hochgekrempelt, ab auf's Band und los getrabt. Ging ganz schnell und hat auch gar nicht weh getan, dann noch einmal in die Hocke gehen - zum Glück hatte ich eine Stretch-Jeans an - um die Beweglichkeit der Gelenke zu testen. Aber alles toppo. Als nächstes kam dann der Abrolltest. Dazu sollte ich auf einer Matte gehen, auf der dann das Abrollverhalten meiner Füße dargestellt wurde. Nun, könnte besser sein aber ich kann überleben und links ist eh gut.

Okeeeeh, und nun der Teil, der mir das Funkeln in die Augen trieb, der mich in eine Aura aus Glitzer hüllte ... die Schuhe! Yeah! Bunt und weich und ... Aber gut, was soll ich jetzt groß erzählen? Schuhe probiert, nicht für gut befunden, weitere Schuhe probiert, ein paar Meter auf der Straße getrabt, in die engere Wahl genommen, die nächsten Schuhe probiert, getrabt, neue Abrollanalyse, perfekt! Sphärische Gesänge umgaben mich, aber ich habe zum Glück nicht mitgesungen. Naja, und wenn ich schon mal hier bin ... hüstel ... hätte ich gerne noch ein zweites Paar!

Das Blöde ist jetzt nur, dass ich mir gestern Abend, als ich noch mal aufgestanden bin, um ein wenig in der Triathlon-Bibel zu lesen, ich mir deratig den kleinen Zeh am Bettfuß angehauen habe, dass ich quasi gelähmt bin und Heute, in der horizontalen angekettet auf dem Sofa, sozusagen, das Dasein eines Zappelphillips fristen muss. Menno!

Donnerstag, 3. August 2017

Ich hasse laufen ...

Buongiorno! Mi chiamo Irina. Io sono una triatleta dalla Germania, ma io non riesco nuotare molto bene e io correre troppo lentamente. Questo non é buono, ma posso imparare tutto.

Qualcuno dice che non si può fare, ma Io dico: Guarda a mi!

Langsam wird mir Fahrrad fahren etwas langweilig und so habe ich beschlossen, Triathletin zu werden. Das dumme an der Sache ist, dass ich Laufen hasse und Schwimmen, nun ja, liegt so zwischen Rentner-Style und Hunde-Paddeln. Aber, und ein 'aber' gibt es ja immer: Das kann ich lernen. Und so marschiere ich regelmäßig in's hiesige Freibad und übe - 'trainieren' kann man das nicht nennen und wäre auch etwas übertrieben. Meine oberste Priorität ist, nicht abzusaufen und das hat bisher einigermaßen geklappt. Ach, was freue ich mich, wenn mein erster morgendlicher Blick aus dem Fenster schlechtes Wetter verheißt und ich das Schwimmbad so gut wie für mich alleine haben werde. 1000 Meter schaffe ich schon.

Jetzt ist es aber so, dass Triathlon auch noch eine Laufeinheit beinhaltet. Hatte ich je erwähnt, dass ich Laufen hasse? Nun, ich hasse Laufen und das ist nicht gelogen. Aber, und ein 'aber' gibt es ja immer: Das kann ich lernen. Ich muss nur mal dran bleiben und nicht immer sofort wieder aufgeben. Gesagt getan und einen Plan gab es auch. Ich werde jeden 2. Tag so weit laufen, bis ich nicht mehr kann und so steigerte sich meine Strecke von 200 auf 250 auf 300 Meter. Meine Lungen brannten zunächst heftig, aber nach ein paar Tagen wurde es - dank Lungentraining - besser und heute habe ich die stattliche Strecke von 2,75 Kilometern geschafft. Wohl mit Geh-Pausen.

Oh Mann, Triathlon könnte so schön sein, wenn Schwimmen und Laufen nicht wären. Aber, und ein 'aber' gibt es ja immer: Ich werde das schaffen und es bleibt mir auch nichts anderes übrig, denn ich habe mich mit meiner Schwester verabredet, gemeinsam einen Sprint-Triathlon, also 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Fahrrad fahren und 5 Kilometer Laufen, zu finishen. Lustig wird es, wenn sie beim Schwimmen und Laufen auf mich warten muss und wir beim Rad fahren keine Zeit gut machen können, weil ich auf sie warten muss. 


Ach ja, und Italienisch lerne ich auch gerade. Immerhin bin ich per definitionem Muttersprachlerin und mein Vater hat sich Zeit unseres gemeinsamen Lebens gegrämt, dass ich keinerlei Interesse an der Sprache hatte und so ungefähr das Letzte, was er mir erzählt hat, war, dass meine Schwester und ich als Kleinkinder ausschließlich italienisch miteinander gesprochen hätten und er sich an eine Szene aus dem Kinderzimmer erinnerte, als meine Schwester mir mit den Worten: "Irina, guarda l' immagine!" ein gemaltes Bild unter die Nase hielt. Da war ich ungefähr anderthalb.

Montag, 3. Juli 2017

Irène va 'Le Tour'

Seit vielen, vielen Jahren und einem Tag möchte ich mal zur Tour de France. So als Flaschensammler, oder so. Das Blöde daran ist natürlich nur, dass man dazu eben nach Frankreich reisen muss ... oder eben nicht. Juuuuuuch_huuuuuuu, Le Tour startet in Düsseldorf und die 2. Etappe führt die Fahrer ganz hier in der Nähe vorbei. Düsseldorf, Neuss, Kaarst, Mönchengladbach ... ich habe die freie Wahl und entscheide mich für Titz, das scheint mir überschaubar. 

Wie dem auch sei, rufe ich ein paar Tage vorher bei der zuständigen Gemeinde an und frage, bzw. stelle 'mit Entsetzen fest, dass die Tour ja zu Gast dort ist und ich jemand ortsansäßigen besuchen will. Was mache mer denn da (wie der Hesse in mir fragen würde)?' Die freundliche Dame beauskunftet, dass sowohl die L241, als auch die Autobahnausfahrt Jackerath ab 12 Uhr gesperrt sein würde und es sinnvoll wäre, vorher durch zu sein, sozusagen. Ok, so wird's gemacht, bedanke ich mich freundlich und schmiede meine Pläne, in denen auch der Gatte vorkommt ... 


Sonntag, der 2. Juli, es ist soweit. Um kurz nach 11 fahren wir also Richtung Eifel und sind pünktlich um 5 nach 12 vor Ort. Die Straßen sind bereits gesperrt und etliche Autos parken einfach in der landsträßlichen Seitenbotanik, aber wir fahren in den Ort und ergattern einen Knaller-Parkplatz, recht nahe am späteren Geschehen. Ok, langweilig ... 

Wie gesagt, es ist 12 Uhr rum und die sog. Karawane wird zwischen 13 und 13:30 Uhr erwartet. Irgendjemand hatte gesagt, dass wäre 'Voll das Spektakel, so wie Karneval' ... und ich war - obwohl bekennender Non-Karnevalist - freudig angespannt. Wir ergatterten einen astreinen Platz mitten auf einem Kreisverkehr mit bester Premium-Aussicht auf das kommende Fahrerfeld. Plötzlich hielt ein Offiziellenfahrzeug und beschied uns auf Englich, dass wir dort nicht stehen könnten, was ich aber leider, leider nicht verstand, bzw. nicht verstehen wollte, denn es ist keine Pflicht, Englisch zu können und so sahen das die anderen Rebellen auch. Ok, so far, so good ... 

Die Karawane kam und da sage ich jetzt mal nichts zu. Karneval, naja! Geht im Rheinland irgendwie anders.

Nach einer Weile, der Kreisverkehr hatte sich gut gefüllt, machte ein Polizei-Beamter mit exponierter Sicht auf den Kreisel eine Ansage an die Rondell-Aktivisten. Alle Kreisverkehre im Regierungsbezirk Düsseldorf haben frei zu bleiben. Anordnung von ganz oben! Misto. 


Und so machten sich der Gatte nebst mir auf den Weg, einen ähnlich guten Platz zu finden. Ein paar Meter weiter war eine Zweierlücke, in die ich mich stellte, Uwe gleich daneben und der freundliche Mensch, der da schon stand, meinte, dass da schon zwei weitere Personen stünden. Ach ja, ich sehe keine und Handtücher liegen auch nicht auf dem Boden. Der Herr gucke mich verdutzt an, aber sagte kein Wort mehr. Obwohl, ich war freundlich! Jaaaaaaa_haaaaa, war ich. Ich habe meinen ganzen Charme spielen lassen. Blöd war jetzt natürlich nur, dass der Platz shice war und wir relativ schnell wieder von dannen zogen um dann in der Nähe des Rahmenprogramms einen guten Platz zu ergattern ... also ich stellte mich einfach vor einen Mann, strahlte in an und meinte:

"Das macht doch nix, ich bin ja so klein, näää!?"


So, weiter warten. Diesmal aber mit Wolfgang Petry, Elvis und Costa Cordalis ... "ich traf sie irgendwo, allein in Mexiko, Aniiiiiiiiiiiitaaaaaa ... schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Stäääää_hääää_rne so klar ..." Ok, danke, aber ich heiße immer noch Irène ... wenigstens heute, denn heute ist 'Le Tour'! Da sind wir fro'sösich angehaucht!


Na gut, ich erzähle und erzähle ... Aber das war so geilo und je suis tout à fait impressionné! Und zwar nachhaltig - wo ich doch sonst eher der schweigsame Typ bin ... PRUUUUUUUUST ... 

Der Straßenrand füllte sich langsam, ein Polizist schritt immer wieder die Reihen ab, um anfangs geduldig, später genervt die Leute etwas von der Straße zu bitten ... und das war dann auch recht sinnvoll. Du meine Güte, die Nerven von den Begleitmotorradfahrern möchte ich mal haben. Die sind so nah am Publikum vorbei gedonnert, dass man schon fast meinen konnte, dass die einem über die Füße fahren. Nun hatten sich aber mittlerweile so viele Menschen zu mir gesellt ... Heeeee, wisst ihr denn nicht, dass ich ein stisseliger Einzelgänger bin, ein Soziopath erster Güte und meine Einsiedelei mit Hingabe pflege? Häääää? ... Aber war grad keine Zeit, das klar zu stellen und so stand ich auf einer irina-breite und das Sichtfeld ist nicht viel größer gewesen ... also immer mal den Kopf raus strecken. Irgendwann zuppelte der Gatte immer an mir, um mich zurück zu ziehen, was ich mir dann aber energisch verbat. Und dann kamen sie! Erst die vier Ausreißer ... 


... dann ein paar hintereinander


... und dann das Hauptfeld!

Boah, das war so krass! Das muss man sich mal vorstellen. Man steht da in Menschen-Quetsche, hat nur Geradeaussicht, sozusagen und dann schießt das Peloton in fetter Sturm-Geschwindigkeit an einem vorbei und der Sog, der dabei entstand war so unglaublich. Wie bei einem Düsenjet-Triebwerk! Als ob man in ein Weltentor gesaugt wird! Hammer! ... und nach drei Sekunden war alles vorbei. Als ob nichts gewesen wäre. Aber ich habe ihn erwischt! Peter Sagan im Weltmeister-Trikot. Unscharf zwar ... aber was muss sich der Kerl auch aus dem Autofokus bewegen! Immer diese Drängler ... tzäääää! Boah, ich habe Peter Sagan erwischt! Ich, die kleine Funny ... ey, je suis tout à fait impressionné! Vielleicht reise ich jetzt ja doch regelmäßig nach Frankreich! Oder ich fahre direkt mit. Dieses Jahr hatte ich ja leider keinen Startplatz mehr bekommen. War ein bisschen kurzfristig.

Schalten Sie wieder ein, wenn es heißt: Allez, allez Irène!