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Dienstag, 20. September 2016

Wies'n Cookies

Baken und Biken, dass sind meine Leidenschaften - kochen ist eher beruflich - und daher habe ich heute mal wieder den Knethaken geschwungen und Weißwurst-Tartelettes gebacken. Aber geht natürlich auch mit Tofu-Würstchen.

Aus 200 g Mehl
100 g weicher Butter
7 g Salz 
und 1 EL kaltem Wasser 

wird ein Mürbeteig geknetet, den man in Klarsichtfolie eingeschlagen für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lässt. Nach Ablauf der Zeit rollt man den Teig dünn aus und kleidet die eingefettete Tartelette-Förmchen - je nach Größe vielleicht 4 - 5 an der Zahl - damit aus. Den Boden mit einer Gabel ein paar mal einstechen und bei 200°C für 15 Minuten bei Ober-/Unterhitze und mittlerer Schiene backen. Eigentlich soll man ja 'blindbacken', aber ich habe keine Lust auf die Backpapier-Zuschneiderei und die Erbsenverteilung und außerdem geht es ja auch so ... also meistens.

Die Weißwürste - Leftovers vom Vortag - in der Zwischenzeit pellen und in mitteldicke Scheiben schneiden - andere Würstchen entsprechend der Anleitung garen - und fächerartig auf den gebackenen Tartelettes verteilen.

Aus 2 Eiern 
und 1/2 Becher saurer Sahne 

einen Guss anrühren und mit Salz und Pfeffer moderat würzen. Diesen Guss von der Mitte nach außen auf der Wurst verteilen und die Tartelettes bei vorgeheizten 200°C Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene in 25 Minuten backen. Dazu passt natürlich ein frischer Salat mit einem leichten Essig-Öl-Dressing, aber ist ja eh klar.

Samstag, 17. September 2016

Habe Akku leer

Die spannende Frage, die sich mir stellt, ist, wie weit ich mit Tante Helga komme und so ziehe ich gnadenlos meine Runden, bis der Akku leer ist. So der Plan. Und so fahre ich und radle ich und cruise ich durch die Gegend. Tante Helga ist ganz schön schnittig und das Radeln geht leicht von der Hand, bzw. vom Fuß und ich fahre und radle und cruise ... 57 Kilometer weit und dann hört der Motor auf zu surren und Tante Helga ist gar nicht mehr so geschmeidig. Der Motor geht wohl nicht plötzlich und ohne Vorwarnung aus, denn das Display blinkt seit 15 Kilometern wie ein Nokia auf Speed und so bin ich zwar vorbereitet, dass es dem Ende zugeht, aber als es dann tatsächlich so weit ist, bin ich doch überrascht. Wo ich vorher mit knapp 20 km/h entlang geschwebt bin, komme ich jetzt mal gerade auf 11 km/h, obwohl ich sagen muss, so richtig anstrengend ist es ohne Motor auch wieder nicht. Wie ein altes Hollandrad eben. Aber gut, werfen wir einen Blick auf die alte Dame ... hüstel ...

Wie dem auch sei, Akku leer ist kein Problem, denn es gibt flächendeckend ... ääääh ... also wenigstens bei uns im Dorf, Stromtankstellen, an denen man sich kostenlos bedienen kann ... sofern man 5 Euro zur Hand hat, um sich in den umliegenden Geschäften oder Gastronomien den Schlüssel zum Kasten gegen Pfand auszuleihen. Hilfreich ist es auch, wenn man ein Buch dabei hat, denn es dauert eine kleineWeile, bis der Akku komplett geladen ist. Aber auch das wäre kein Problem, denn der örtliche Buchhändler ist vis-a-vis angesiedelt. Hübsch wäre jetzt noch eine Bank, auf der man sich gemütlich niederlassen kann - das Spiralen-Eichhörnchen-Hüpfe-Schaukel-Dingens ist ein wenig unbequem und man verrutscht gerne mal in der Zeile. Vielleicht ist es aber auch Kalkül, denn es gibt genügend Eisdielen in Sichtweite und wer kein Buch lesen möchte, kann sich bei Lottototto eine Zeitung besorgen. Puuuuuh, das Leben ist teuer ... aber wenigstens gibt es den Strom hier umsonst. Außer abends, da haben die Läden zu und somit gibt es keinen Schlüssel, auch nicht gegen Pfand.

Donnerstag, 15. September 2016

Der Winter naht

... und so stellt sich die Frage, welches Fahrrad in auf versalzenen Straßen oder nicht geräumten Radwegen versauen werde. Die Gelegenheit ein eBike zu kaufen, ergab sich dieser Tage in meinem Rentner-Club. Eine Dame warf so in den Raum, dass sie nicht mehr Fahrrad fahren will und ihr Bike verkauft. Ok, am nächsten Tag war ich die stolze Besitzerin von Tante Helga, wie ich das Rad getauft habe. 

Eigentlich wollte ich ja nie ein eBike haben und eigentlich braucht man es hier in der Gegend auch nicht und eigentlich habe ich immer die Nase gerümpft, aber das Ding geht ab, wie eine Rakete und die Gelegenheit war günstig. Naja, und so rase ich durch die Landschaft und lasse mir den Wind um die Nase wehen. Mein Hauptfahrrad wird natürlich Sarah-Louise bleiben, denn ich liebe meine schwarze Mamba und bin einfach nur glücklich, wenn ich drauf sitzen und fahren kann. 

Aber nur darf ich vorstellen, Tante Helga. Okeeeeeh, ein bisschen unspektakulär sieht sie schon aus, aber dafür ist sie codiert. Also, tatatataaaaaaaa: Tante Helga!

Samstag, 3. September 2016

Sinnlos Benzin verbrennen

Häää!? Sinnlos Benzin verbrennen? Mitnichten, den Motorrad fahren dient der Lebensfreude und ist demzufolge nicht sinnlos. Das Wetter ist semi bis gut und Nancy nebst mir scharren mit den Hufen. Grund also, einmal eine Grenzwanderertour zu machen. Ich studiere kurz Google Maps, um einen Rundkurs festzulegen und dann schreibe ich mir die zu passierenden Orte auf einen Zettel, den ich mit Paketband auf den Tank der schwarzen Mamba klebe. Es wird ja wohl nicht regnen, denke ich noch, als auch schon die ersten Tropfen niedergehen. Aber gut, wird schon wieder aufhören. 

Ich ... hihi ... un' jez passens upp, jez küddet ... ich klettere auf meine kleine Honda, starte den Motor und rolle langsam auf die Straße. Behutsam gebe ich Gas und fahre zunächst über den Schlibecker Berg, der ein paar moderate Kurven vorweisen kann und schwinge mich Richtung Roermond. Ich passiere Nettetal, Niederkrüchten und eigentlich sollte ich jetzt über Wassenberg, Rothenburg und Herkenbosch nach Roermond fahren, lasse mich aber mal wieder von einem Wegweiser irritieren. Links geht es nach Wassenberg und rechts nach Roermond. Beides über Landstraße. Ok, ich setzte den Blinker rechts und fahre direkt nach Roermond, das andere muss ein Irrtum sein. Habe ich mich wohl vertan. Also muss ja schon.Routenplanung, ein Thema für sich und nicht für mich. Gut, ich verfahre mich zwar nicht, kürze aber ziemlich krass ab und so bin ich am Ende keine 100 Kilometer gefahren, sondern nur 75. 

Wie dem auch sei komme ich durch lustige Hohlwege und über schmale, einspurige Holzbrücken. Ich überlege kurz, ob ich anhalten und ein Foto machen soll, aber das erscheint mir dann doch zu verwegen, angesichts der Enge der Brücke und dem eventuell zu erwartenden Gegenverkehr und so fahre ich weiter. 

Ein paar Kilometer weiter bin ich schon in den Niederlanden und die Leute wundern sich vermutlich, dass ich mitten auf der Straße anhalte und ein Bild mache. Aber gut, so als Foto-Berichterstatter hat man das eben manchmal so. Also hier, tatatataaaaaaa ... Bitte schön! Ach ja, der Regen hat aufgehört und mein Spickzettel ist in guten Zustand.


In Holland habe ich immer ein kleines Problem. Ich weiß nie, wie schnell man fahren darf und so schleiche ich mit 60 km/h durch die Gegend. Ich meine immer, dass solange mich keiner in Hochgeschwindigkeit überholt, sich Schlangen hinter mir bilden oder zu nah auffährt, ist das die richtige Geschwindigkeit. Aber sobald einer von diesen Fällen eintritt, geben ich so lange Gas, bis der vorher beschriebene Zustand wieder eingetreten ist. Naja, und so cruise ich durch Holland, immer in Richtung Venlo, immer in Richtung nach Hause. 

Es geht an der Maas entlang, bzw. es geht immer parallel zur Maas entlang, die ich aber nicht zu Gesicht bekomme, weil sie eben doch etwas weiter nordwestlich fließt. Trotzdem komme ich irgendwann in Venlo an ... leicht überfordert von Kreisverkehren und Umleitungen, die auf niederländisch geschrieben sind - die Umleitungen - und auch die Kennzeichnungen sind irgendwie anders, als in Deutschland. Es lebe die EU. Ah, ein Wegweiser Richtung Kaldenkirchen. Da muss ich hin. Ich biege ab, touchiere fast den Randstein der mittigen Verkehrsinsel und setze meine Fahrt fort. Jetzt ist es nicht mehr weit und kurz darauf sehe ich auch schon das Schild, dass mich erstens in Deutschland und zweitens in NRW willkommen heißt. Das finde ich nett. 

Alles in allem war das ein kurzer Ausflug, eine kleine Nachmittagsvergnügung und nichts, was mich über den Tag gebracht hätte. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Meine Befürchtung ist und bleibt ja, dass Motorradausflüge dick machen (obwohl mir meine Blognachbarn immer wieder das Gegenteil beweisen), denn man hat irgendwie immer das Bedürfniss, irgendwo einzukehren und etwas zu essen ... in Holland vorzugsweise Frites Saté oder noch besser mit Joppiesaus. Oder speciaal, mit Ketchup, Mayo und frischen Zwiebeln on top ... boah, lecker.
 

Montag, 22. August 2016

Ausflug in die Vergangenheit

Als ich 8 Jahre alt war, planten meine Eltern ein Gastsemester an der Universität von Marseille zu verbringen und die Kinder sollten mit. Ab jetzt stand jeden Abend statt Gaston Lagaffe, Spirou oder Luky Luke eine Lektion Französisch lernen auf dem Programm. Sehr zum Leidwesen meiner älteren Schwester und mir. Meine Güte, ich hatte keine Lust auf Frankreich - Funny und weg von zu Hause war schon immer ein schwieriges Thema - und auf Schule in Frankreich schon mal gar nicht. Musste man da nicht Kittelschürzen anziehen? Ich fand mich in unserer kleinen Dorfschule äußerst gut aufgehoben - auch wenn man eine halbe Stunde hin latschen musste und eine Stunde wieder zurück.  Heeee, es ging bergauf und außerdem war ein Spielplatz auf dem Weg. Gut, den hätte man natürlich auch vor der Schule frequentieren können, aber dann wäre man zu spät zum Unterricht gekommen. 

Wie dem auch sei, irgendwann schloss ich mich mit meiner Schwester kurz und stellte fest, dass wir ausnahmsweise mal einer Meinung waren. Wir wollten beide nicht nach Frankreich verschleppt werden. Nun kann man meinen Eltern zwar nachsagen, dass sie zwar stets ihre Pläne verfolgten, aber sie achteten trotzdem auf ihre Kinder und so wurden wir kurzerhand zu den Großeltern nach Düsseldorf verfrachtet und mussten dort ein halbes Jahr ausharren. Mitten in der Stadt, vierte Etage. Für mich als wildes, freies Bandenmitglied ein krasser Kulturschock. War ich es doch gewöhnt nach den Hausaufgaben auf der Straße mit meinen Freunden Fußball zu spielen, stundenlang mit dem Fahrrad im Wendehammer im Kreis zu fahren oder im Wald zu verschwinden um Hütten zu bauen, auf Bäume zu klettern oder einfach nur um rum zu streunen. Es war immer wenigstens 'die halbe Straße' zum Spielen da. In Düsseldorf gab es keine verfügbaren Kinder und so habe ich viel gebastelt und Berge von Topflappen gehäkelt oder ich bin auf den Spielplatz gegangen und habe stundenlang geschaukelt. War ich vorher ein ausgesprochenes Gesellschaftskind, so bin ich hier vorübergehend zum Einzelgänger geworden. Aber es war ja nur ein halbes Jahr. 
 
Düsseldorf. Wie gerne würde ich mal die Straßen sehen, in der ich gewohnt habe. Das Haus. Am liebsten würde ich mal an der Tür klingeln und gucken, wer da jetzt wohnt. Was das für Menschen sind, da, hinter dieser Tür ...


Aber ich traue mich nicht. Was würde ich sagen, wenn plötzlich jemand vor meiner Tür stünde und sagte: "Hallo, ich bin Funny und habe vor über 40 Jahren in dieser Wohnung gewohnt."? Es ist ja schon krass genug, dass ich einfach in das Haus hinein spaziert bin ... aber die Tür stand offen und so war die Gelegenheit günstig. 


Düsseldorf. Wie gerne würde ich mal ... und so machte ich mich mit Nancy auf den Weg und erledigte gleich drei Dinge auf einmal: Ich fuhr über die Autobahn, ich fuhr über Straßenbahnschienen, was ich bisher immer vermieden hatte und ich guckte mir die Umgebung an, in der ich ein halbes Jahr meines Lebens verbracht habe. Am Stück verbracht habe, wohlgemerkt, denn ich war natürlich mehrfach dort. Als wir aus Italien nach Deutschland gezogen sind und noch keine Bleibe hatten, als meine Eltern in Frankreich weilten und später, als mein Vater als Gastdozent in Canada war und ich natürlich nicht mit wollte. Also wurde ich kurzerhand in ein Internat in der Nähe von Düsseldorf gesteckt und suchte meine Großeltern so gut wie jedes Wochenende heim. Aber das ist dann Thema für einen anderen Ausflug. Vielleicht. 

Einiges ist in Düsseldorf anders, als damals aber vieles ist gleich geblieben ... nur ein bisschen kleiner. Der Spielplatz hat sich verändert. Hier vorne, zwischen den zwei Bäumen, stand die Schaukel, auf der ich stundenlang geschaukelt bin. Auch einmal, als die ersten beiden Stunden Unterricht ausgefallen sind. Waren doch ausgefallen, oder!? Keine Ahnung, auf jeden Fall gab es ein Mordsspektakel ... Ich glaube, die Lehrerin war krank und die Kinder wurden in andere Klassen verteilt und weil ich nicht wusste, wo ich hin muss, bin ich kurzerhand auf den Spielplatz gegangen. 

Ob das überhaupt die selben Bäume von damals sind? Wohl eher nicht.

Freitag, 19. August 2016

Wer will die fleißigen Waschweiber seh'n ...

Bei Licht betrachtet war Nancy ganz schön eingesaut - am frühen Abend dummerweise immer noch -  und so fragte ich den Gatten, als dieser nach Hause kam, ob er nicht Schlauch & Co einsatzbereit in der Garage deponieren, damit ich mein Motorrad am nächsten Tag mal waschen könnte. Insgeheim hatte ich ja gehofft, dass er Nancy mal eben schnell selber eine Dusche verpasst, aber denkste. Paaah, auf nichts ist mehr Verlass, heutzutage. 

Wie dem auch sei, war ich voller Tatendrang - ich habe festgestellt, dass mit 50 kg weniger u. a. auf Hüfte und Rippen, diverse Dinge durchaus meditativ sind. So z. B. Kette reinigen, Haus entrümpeln, Brot backen ... Ok, ich fragte mich also, warum ich bis morgen warten soll und ging sehr zum Erstaunen des Gatten nach draußen und fing an, Nancy abzuspritzen, zu shampoonieren, trocken zu föhnen und zu ondulieren ... Nun strahlt sie wieder.