Mittwoch, 22. Oktober 2014

And now we proudly present

Jedes Kind braucht einen Namen und mein Baby erst recht. Diesmal ist es mir recht schwer gefallen, etwas passendes zu finden, was auch einen Bezug zur Maschine hat. Meine erste Eingebung war "Schneeweißchen und Rosenrot", aber das ist viel zu lang und außerdem kein Name. "Rotbäckchen" kam mir in den Sinn, weil die XL eben zwei rote Bäckchen hat und ein externer Vorschlag war "Schneewittchen", woraus schnell "Whitey" wurde. Nun, mit Schneewittchen assoziiere ich eher weiß und schwarz und aus Whitey wurde Whitney. Nein, das gefiel mir alles nicht, für den Ackerhopser muss ein Bauernhof-Name her. "Rosi" fand ich gut, aber so heißt meine Schwägerin und Emma? Nein, alles nix. Des weiteren gab es Vorschläge, die sich an das "R" in der Typenbezeichnung lehnten, außerdem Trixiebelle, Xylona und Xilia.

Nun, gestern sind wir so durch die Landschaft gecruist und plötzlich hatte ich es. Wenn der Name schon nicht an das Modell angepasst werden kann, warum dann nicht an das Nummenschild ... und so heißt meine XL 500 R nun ...

Annie!
Aber da ich die Friesinger nicht leiden mag, wird aus Annie einfach ['æni] 


Ān ist übrigens das chinesische Wort für meinen realen Vornamen, der aus dem russischen kommend mit "Frieden" übersetzt wird. Allerdings war das nicht relevant für die Wahl des Nummernschildes, sondern die Nummer meiner ersten XL 500, die das zugeteilte Kennzeichen "MR AN 171" trug.

Montag, 20. Oktober 2014

Ihr seid das Ruhrgebiet ... Teil 5

Bei nächster Gelegenheit halten wir an und ich krame eine Flasche Wasser aus meinem Handschuhfach, die ich so gut wie in einem Zug leere. Wir sind seit Stunden unterwegs und ich bin völlig erledigt. Der Fährenstress hat mich echt geschafft und ich will eigentlich nur noch trinken und nach Hause.

Der Mann macht den Tour-Guide und so fahren wir etwas anders zurück, als ich es getan hätte. Aber gut, so lerne ich auch alternative Strecken kennen ... und wieder vergessen ... hüstel ... so, wie jetzt. Fakt ist, dass wir an einem total schönen Imbiss vorbei kommen der ... tatatataaaaaaa .... "Ketchup" heißt. Ich grummel in meinen Helm hinein. So ein schönes Foto-Motiv und zudem auch gerade passantenfrei und der Mann ... tzäääää ... bemerkt das nicht einmal. Er ist schon so weit vorgefahren, dass ich ihn zwar noch sehen kann, aber wenn ich jetzt anhalte, Nancy richte und ein Foto mache, gibt er eine Suchmeldung raus ... also wenn ihm später aufgefallen ist, dass ich verloren gegangen bin.

Ergeben fahre ich also hinterher und sinniere, warum ich lieber alleine unterwegs bin ... und außerdem, wie soll man sonst 30 Jahre Beziehung, bestehend aus langjähriger Ehe plus kurzer Vorlaufzeit überstehen, wenn man immer alles gemeinsam macht. Ist ja ätzend. Und so entgeht mir dieses wunderbare Bild von diesem schönen Imbiss mit dem originellen Namen 'Ketchup' und das nur, weil der EB keinen Sinn für's Knipsen hat. Misto, weil das wäre doch mal ein Motiv gewesen. Also es würde mir entgehen, aber pööööööh ... Ich drehe um.


Nach getaner Arbeit lese ich den Mann, der am Wegesrand auf mich gewartet hat, wieder auf und wir fahren gemeinsam weiter. In ... also irgendwo im ... sagen wir mal ... Einzugsbereich Düsseldorf, denn im Ruhrgebiet sind wir schon längst nicht mehr, scheiden sich nicht nur die Wege, sondern auch die Geister, wie wir weiter fahren sollen und so diskutieren wir so lange auf der Abbiegespur, bis die Huperei der anderen abbiegewilligen Verkehrsteilnehmer nervig wird. Der Entenbiker will links rum, ich will rechts ... aber gut, alle Wege führen nach Mäkkes und so bestehe ich nicht darauf, dass es - und zwar nicht nur nach mir, sondern auch nach dem ortsansässigen und hochoffiziellen, amtlich genehmigten Wegweiser - rechtsrum nach Willich geht, wo wir im weitesten Sinne auch hin wollen. Naja, und nach Mäkkes. Denn ich habe immer noch Durst. Ich brauche mein Lebenselixier in Form einer Cola ... und wenn wir schon mal dabei sind, Pommes wären auch ganz nett. 

Wir kommen in eine Gegend, in der ich mich auskenne. Immerhin haben wir jahrelang in Willich gewohnt und so überhole ich den Entenbiker und gebe Gas ... Juuuuuuch_huuuuuuu, Mäkkes, wir kooooooo_mmääääääänn ... usw. usw. ... Cola, Pommes, Nancy wuchten, weiterfahren und irgendwann, nach soundsovielen Milchkannen-Abbiegungen, rechts wie links, kommen wir nach Hause. 

Das Schöne am gemeinsamen Biken wiederum ist, dass ich Nancy einfach vor der Haustüre abstelle und der Mann die Maschinen versorgt, während ich schon mit hochgelegten Beinen auf dem Sofa weile ...

Sonntag, 19. Oktober 2014

Stehrumchen!?

Benzinschlauch, Luftfilter und Co ... Teil 1

Der Mann ist ein Bastler und so marschiert er direkt nach dem Frühstück in die Garage und fängt schon mal an, sich um die Kleinigkeiten zu kümmern. Ich beglückwünsche mich insgeheim, dass ich keine Kaffeetrinkerin bin und die heiße Plörre nicht erst hastig austrinken muss, bevor ich hinterher rennen kann. 

Als ich in der Garage ankomme, steht die Enduro bereits in Position und ist "ready to bock auf". Witzig ist, dass der Heber erst gar nicht unter Nancy mit ihren "Dackelbeinchen" passt, und die XL so hochbeinig ist, dass der Gatte schon ordentlich Frühsport betreiben muss, ehe die Maschine auf Arbeitshöhe gebracht ist. 

Zunächst montiert er die Sitzbank ab, die mit 2 Schrauben am Rahmen befestigt ist, wozu er vorher die Seitenbacken abnehmen muss. Hier sieht alles ok aus. Als nächsten Schritt ersetzt er den porösen Benzinschlauch und den alten Filter durch neue und bevor er alles mit kleinen Schellen am Rahmen befestigt, frage ich, ob er fertig sei und ich ein Foto machen könnte.

"Nerv jetzt nicht rum", sagt er wenig charmant, aber ich werde mich hüten, auch nur einen einzigen Ton in der Richtung "Pööööh, ich wollte das machen, das ist immer noch mein Motorrad!" von mir zu geben.

Samstag, 18. Oktober 2014

Erste Gedanken

Der Tank ist gefüllt und die ersten Runden sind gedreht. Der Motor der Enduro hat einen schönen erwachsenen Sound und blubbert gleichmäßig vor sich hin. Außerdem scheint er trocken zu sein, so dass ich denke, dass das keine Baustelle wird. Was mich unglaublich stört ist die Sitzbank, die wohl mal neu bezogen und das Material dabei so gespannt wurde, dass vorne ein gutes Stück fehlt und die Sicht auf das untendrunter frei gibt. Das muss als erstes neu gemacht werden. Ok, zweitrangig, wird der geneigte Leser denken, aber es stört mich eben. Bei der Bucht habe ich eine Sitzbank für kleines Geld gesehen, die sogar ganz in der Nähe abzuholen wäre, aber die ist leider blau und müsste dann auch neu bezogen werden. Also versuchen wir es erst einmal mit der alten, vielleicht kann die ja irgendwie unterfüttert werden. Der Mann kennt da jemanden ... und den Rest kriege ich mit Photoshop hin.

It's coming home

Ich bin aufgeregt

Gleich holen der Mann und Lil' Ben das Stehrumchen ab. Der Hänger steht schon in der Garage und wartet auf den Aufbruch.

Aber nicht nur ich zappele vor Aufregung, sondern auch Lil' Ben kann es kaum erwarten das Schnittchen zu fahren. Am liebsten würde er ja die ganze Strecke vom derzeitigen Standort bis zu uns auf der Honda zurücklegen, aber das geht nicht. Der Motor der Enduro geht alle paar Meter aus und auf dem Standstreifen auf den ADAC zu warten, ist zu gefährlich ... und hinter der Leitplanke an einer Zeckenkonferenz teilzunehmen kommt auch nicht in Frage. 

Seinen Vorschlag, dass der EB mit dem Hänger hinter ihm herfährt und ihn im Fall der Fälle aufliest, habe ich wohl direkt vom Tisch gefegt, sozusagen, denn mal eben schnell ein Motorrad auf dem Seitenstreifen der Autobahn aufzuladen und ladungszusichern, dass ist ja fast schon ein Selbstmordversuch. Nein, wie müssen warten.

Öl, Ölfilter und einen Benzinschlauch hat der EB schon mitgebracht und so geht es dann direkt an's Werk. Ich glaube, er wird auch Spaß an der XL 500 R und deren Aufbereitung haben - und außerdem ist er ja gelernter Karrosseriebauer - obwohl er ja schon wieder so tut, als ob am Ende sowieso alles an ihm hängen bleibt.