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Montag, 3. Juli 2017

Irène va 'Le Tour'

Seit vielen, vielen Jahren und einem Tag möchte ich mal zur Tour de France. So als Flaschensammler, oder so. Das Blöde daran ist natürlich nur, dass man dazu eben nach Frankreich reisen muss ... oder eben nicht. Juuuuuuch_huuuuuuu, Le Tour startet in Düsseldorf und die 2. Etappe führt die Fahrer ganz hier in der Nähe vorbei. Düsseldorf, Neuss, Kaarst, Mönchengladbach ... ich habe die freie Wahl und entscheide mich für Titz, das scheint mir überschaubar. 

Wie dem auch sei, rufe ich ein paar Tage vorher bei der zuständigen Gemeinde an und frage, bzw. stelle 'mit Entsetzen fest, dass die Tour ja zu Gast dort ist und ich jemand ortsansäßigen besuchen will. Was mache mer denn da (wie der Hesse in mir fragen würde)?' Die freundliche Dame beauskunftet, dass sowohl die L241, als auch die Autobahnausfahrt Jackerath ab 12 Uhr gesperrt sein würde und es sinnvoll wäre, vorher durch zu sein, sozusagen. Ok, so wird's gemacht, bedanke ich mich freundlich und schmiede meine Pläne, in denen auch der Gatte vorkommt ... 


Sonntag, der 2. Juli, es ist soweit. Um kurz nach 11 fahren wir also Richtung Eifel und sind pünktlich um 5 nach 12 vor Ort. Die Straßen sind bereits gesperrt und etliche Autos parken einfach in der landsträßlichen Seitenbotanik, aber wir fahren in den Ort und ergattern einen Knaller-Parkplatz, recht nahe am späteren Geschehen. Ok, langweilig ... 

Wie gesagt, es ist 12 Uhr rum und die sog. Karawane wird zwischen 13 und 13:30 Uhr erwartet. Irgendjemand hatte gesagt, dass wäre 'Voll das Spektakel, so wie Karneval' ... und ich war - obwohl bekennender Non-Karnevalist - freudig angespannt. Wir ergatterten einen astreinen Platz mitten auf einem Kreisverkehr mit bester Premium-Aussicht auf das kommende Fahrerfeld. Plötzlich hielt ein Offiziellenfahrzeug und beschied uns auf Englich, dass wir dort nicht stehen könnten, was ich aber leider, leider nicht verstand, bzw. nicht verstehen wollte, denn es ist keine Pflicht, Englisch zu können und so sahen das die anderen Rebellen auch. Ok, so far, so good ... 

Die Karawane kam und da sage ich jetzt mal nichts zu. Karneval, naja! Geht im Rheinland irgendwie anders.

Nach einer Weile, der Kreisverkehr hatte sich gut gefüllt, machte ein Polizei-Beamter mit exponierter Sicht auf den Kreisel eine Ansage an die Rondell-Aktivisten. Alle Kreisverkehre im Regierungsbezirk Düsseldorf haben frei zu bleiben. Anordnung von ganz oben! Misto. 


Und so machten sich der Gatte nebst mir auf den Weg, einen ähnlich guten Platz zu finden. Ein paar Meter weiter war eine Zweierlücke, in die ich mich stellte, Uwe gleich daneben und der freundliche Mensch, der da schon stand, meinte, dass da schon zwei weitere Personen stünden. Ach ja, ich sehe keine und Handtücher liegen auch nicht auf dem Boden. Der Herr gucke mich verdutzt an, aber sagte kein Wort mehr. Obwohl, ich war freundlich! Jaaaaaaa_haaaaa, war ich. Ich habe meinen ganzen Charme spielen lassen. Blöd war jetzt natürlich nur, dass der Platz shice war und wir relativ schnell wieder von dannen zogen um dann in der Nähe des Rahmenprogramms einen guten Platz zu ergattern ... also ich stellte mich einfach vor einen Mann, strahlte in an und meinte:

"Das macht doch nix, ich bin ja so klein, näää!?"


So, weiter warten. Diesmal aber mit Wolfgang Petry, Elvis und Costa Cordalis ... "ich traf sie irgendwo, allein in Mexiko, Aniiiiiiiiiiiitaaaaaa ... schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Stäääää_hääää_rne so klar ..." Ok, danke, aber ich heiße immer noch Irène ... wenigstens heute, denn heute ist 'Le Tour'! Da sind wir fro'sösich angehaucht!


Na gut, ich erzähle und erzähle ... Aber das war so geilo und je suis tout à fait impressionné! Und zwar nachhaltig - wo ich doch sonst eher der schweigsame Typ bin ... PRUUUUUUUUST ... 

Der Straßenrand füllte sich langsam, ein Polizist schritt immer wieder die Reihen ab, um anfangs geduldig, später genervt die Leute etwas von der Straße zu bitten ... und das war dann auch recht sinnvoll. Du meine Güte, die Nerven von den Begleitmotorradfahrern möchte ich mal haben. Die sind so nah am Publikum vorbei gedonnert, dass man schon fast meinen konnte, dass die einem über die Füße fahren. Nun hatten sich aber mittlerweile so viele Menschen zu mir gesellt ... Heeeee, wisst ihr denn nicht, dass ich ein stisseliger Einzelgänger bin, ein Soziopath erster Güte und meine Einsiedelei mit Hingabe pflege? Häääää? ... Aber war grad keine Zeit, das klar zu stellen und so stand ich auf einer irina-breite und das Sichtfeld ist nicht viel größer gewesen ... also immer mal den Kopf raus strecken. Irgendwann zuppelte der Gatte immer an mir, um mich zurück zu ziehen, was ich mir dann aber energisch verbat. Und dann kamen sie! Erst die vier Ausreißer ... 


... dann ein paar hintereinander


... und dann das Hauptfeld!

Boah, das war so krass! Das muss man sich mal vorstellen. Man steht da in Menschen-Quetsche, hat nur Geradeaussicht, sozusagen und dann schießt das Peloton in fetter Sturm-Geschwindigkeit an einem vorbei und der Sog, der dabei entstand war so unglaublich. Wie bei einem Düsenjet-Triebwerk! Als ob man in ein Weltentor gesaugt wird! Hammer! ... und nach drei Sekunden war alles vorbei. Als ob nichts gewesen wäre. Aber ich habe ihn erwischt! Peter Sagan im Weltmeister-Trikot. Unscharf zwar ... aber was muss sich der Kerl auch aus dem Autofokus bewegen! Immer diese Drängler ... tzäääää! Boah, ich habe Peter Sagan erwischt! Ich, die kleine Funny ... ey, je suis tout à fait impressionné! Vielleicht reise ich jetzt ja doch regelmäßig nach Frankreich! Oder ich fahre direkt mit. Dieses Jahr hatte ich ja leider keinen Startplatz mehr bekommen. War ein bisschen kurzfristig.

Schalten Sie wieder ein, wenn es heißt: Allez, allez Irène!

Donnerstag, 29. Juni 2017

Langsames herantasten an Sturmfalke

Nachdem ich nun die unangenehme Erfahrung mit dem Plattfuß, dem vergessenen Pannen-Equipement und dem daraus resultierenden unfreiwilligen Fußmarsch gemacht hatte, fahre ich heute mit prall gefüllter Satteltasche los. In ihr befinden sich gleich ZWEI neue Schläuche, Flickzeug und Reifenheber und ich habe Mühe, die zugegebenermaßen nicht ganz kleine Tasche zu zu kriegen. Aber pöööh ... das Zeug muss mit. Platz für Proviant bleibt leider nicht. Aber wird schon, ich plane eine eher kurze Ausfahrt.

Semi-professionell gekleidet schwinge ich mich auf Sturmfalke, trete in die Pedale und rase los. Dem einen oder anderen Hundebesitzer, Walker, Jogger, what ever schmettere ich ein saftiges "Vorsicht" in den Rücken, weil ich noch keine Klingel am Fahrrad habe. Aber klappt gut, alle springen ehrfürchtig in den Graben. An einer Fahrradkreuzung, an der ich nicht vorfahrtberechtigt bin, halte ich vorbildlich an, um einem Lieferwagen - also Fahrradweg kreuzt Promilleweg - Vorrang zu geben, doch dieser winkt mich vorbei. Aber mache ich doch glatt. 

Sturmfalke läuft richtig gut ... ich mag immer gar nicht von 'dahin fliegen' sprechen, denn das will ich auf keinen Fall und das Wort von daher nicht so oft in den Mund nehmen, aber genau das tut Sturmfalke. Voll der Renner. Allerdings bin ich noch etwas unsicher und so fahre ich eher vorsichtig-verhalten. Sturmfalke ist so zart und filigran, muss aber trotzdem gezähmt werden ... und ich mich daran gewöhnen, dass ich nicht auf einem Schlachtschiff unterwegs bin.

Wie dem auch sei, ich fahre mit Sturmfalke ohne weiteres Training den gleichen Durchschnitt, wie mit Ellie. Allerdings ist bei Ellie hier Schluss, wohingegen bei Sturmfalke noch so einiges geht. Also bald noch so einiges geht, wenn ich mehr Schmalz in den Beinen habe, sozusagen ... und wenn ich nicht mehr mit einem Ohr am Reifen hänge, ob da nichts zischt ... 

Dienstag, 27. Juni 2017

Sturmfalke

Den Benjamin plagt das schlechte Gewissen, seit er Nancy geschrottet hat und wollte mir unbedingt ein neues Motorrad kaufen. Im Angebot hatte er eine Honda mit 102 PS, was mir aber weder in's Haus, noch in die Garage kommt. So weit, so gut ... 

Vor einiger Zeit unterhielten wir uns über Fahrrad fahren im Allgemeinen und Rennrad fahren im Besonderen und in ihm reifte ein Entschluss. "Wenn sie schon kein neues Motorrad möchte, dann bekommt sie eben ein Rennrad" und so marschierte er zum Fahrradhändler meines Vertrauens und bestellte einfach eines. Die Größe war kein Problem, er sagte einfach, er braucht ein Rad für mittelgroße Zwerge denn der Händler hat meine Maße in der Model-Kartei Kunden-Kartei. 76er Schrittlänge, also höchstens einen 50er Rahmen, besser 47, und so wurde es beschlossen, besiegelt und gemacht, inklusive Pannenschutzreifen.

Gestern Abend nun kam Lil' Ben ganz stolz mit dem Renner und meinte betont lässig "So, damit du endlich an's Trainieren kommst und nicht immer nur Spazieren fährst!" Hey, ich freue mich total, obwohl es echt nicht nötig gewesen wäre. Aber gut, wenn er nun wieder ruhig schlafen kann ... 

Meine erste Fahrt habe ich natürlich schon hinter mir. Also solange, bis es laut knallte und dann bedenklich zischte ... Nun, den Rest der Geschichte erzähle ich dann zu Fuß. Pannenschutz ... pffffft!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Ist der Weg das Ziel?

"Es entschleunigt", höre ich noch den in Jack Wolfskin gekleideten Freizeit-Alternativen und meine Schwester erwidern: "Das kann ich mir vorstellen, man ist so bei sich." Nun gut, ich fand den Roller geil und habe mir auch einen angeschafft ... Oh, ich Ahnungslose!

Aha, es entschleunigt also und man ist so bei sich. Bedeutet "bei sich sein", dass man seinen Körper spürt? Dass alle lebenserhaltenden Körperfunktionen in infernalisches Gebrüll ausbrechen? Dass die Lungenbläschen eines nach dem anderen platzen, dass das Herz presslufthammerartig gegen den Brustkorb donnert, dass der Puls stakkato_esk gleich dem Kolben einer Dampfmaschine stampft, als ob das Blut in den Adern brodelt und der Vulkan gleich ausbricht? 

Bedeutet 'bei sich sein' vielleicht, dass man so erledigt ist, dass man nette Menschen, die einen am Wegesrand grüßen einfach nur dümmlich über den Rand seiner Brille - die auf dem sich längst gebildeten Schweißfilm langsam aber sicher in Richtung Nasenspitze rutscht - anstiert und sich stoisch weiter kämpft? Dass man genervt ist, weil man einen Hundehaufen schon wieder zu spät gesehen hat und zu schlapp ist, um drum herum zu kurven? 

Und dann dieser Spruch, dass der Weg das Ziel ist. Dem konnte ich überhaupt nichts abgewinnen und habe nur müde gelächelt. Bei mir ist immer noch das Ziel das Ziel und zwar nach Hause zu kommen und das möglichst lebendig. Pah, der Weg ist das Ziel ... tzäääää .... so ein Unfug! Entschleunigt, genau das - und nichts anderes  - ist es, Schneckentempo!

Auf Fragen bezüglich meines Rollertrainings, antwortete ich stets ausweichend, dass ich noch übe und beließ es dabei. Manchmal kam noch ein "Meine Güte, ist das anstrengend" hinterher. Ich übte mich im Vergessen, vergessen, dass es den Roller überhaupt gibt, ich übte mich im Roller ignorieren, im 'ein Mäntelchen des Schweigens' über ihn werfen, immer neue nicht einsehbare Verstecke für ihn zu finden, damit er mich nicht so anklagend ansieht ...

Nun, einige Kilometer und viele gerollerte Stunden später habe ich Demut gelernt. Der Weg ist das Ziel, rollern entschleunigt, man ist so bei sich und auf jeden Anstieg folgt eine Gefälle. Heißa, das macht Spaß, wenn man zur Belohnung in einem Affentempo bergab rollert. Das ist des Kickbikers Reward ...und der Hauptgewinn ist, wenn das Gefälle vor der Haustüre endet.
 

Samstag, 10. Juni 2017

Klappi, die Klappkatastrophe

Vor einiger Zeit schenkte ich Ruben, dem älteren Sohn ein Klapprad, das er im LKW mitnehmen kann, auf das er sich auf diversen Raststätten körperlich ertüchtigen ... oder mal zum Einkaufen radeln könne. Nun, was soll ich sagen, klappte (höhö) natürlich nicht, zu schwer, zu sperrig, what ever. Ok, er hatte recht, das Rad ist, trotz Klapp einfach zu sperrig und passt nicht in den LKW, ohne dass man den Beifahrersitz ausbauen müsste und davon mal ganz abgesehen, passt es auch nicht so ohne weiteres in mein Hippiemobil.

Wie dem auch sei, befasse ich mich ja schon seit längerem mit dem Thema 'Fahrrad und Bahn' und ließ mir im Tausch gegen Tante Helga nun dieses Klapprad geben, um bahnfahren zu üben. Mal mit kleinem Handgepäck, sozusagen. 

Drei Gänge hat das Rad, mehr braucht man hier in der Gegend nicht. Dumm ist jetzt allerdings, dass der dritte Gang so leicht ist, dass man quasi im Leerlauf pedaliert. Nun ja, ich könnte mir das Rad auf den Rücken schnallen, mit Ellie zum Bahnhof radeln, diese dann dort stehen lassen und mit Klappi Bahn fahren. Aber erst einmal muss ich den Sattel etwas höher stellen, denn offensichtlich ist das Rad für Zwerge konzipiert und ich bin ja eher so Mitte.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Verräterischer Akzent

Dummerweise konnte ich mal wieder meinen hyperaktiven Patschewatschel-Touchpad-Fingerchen nicht still halten und habe auf Strava eine Herrausforderung angenommen - irgendwie habe ich langsam das Gefühl, dass ich ein Wettkampf-Zahlenfreak bin (und virtuelle Abzeichen, Patches und Pokale liebe) - und so habe ich eine Challenge am Hals, bei der ich 5 Stunden lang LAUFEN muss. Gut, nicht am Stück und ich habe 2 Wochen Zeit, aber trotzdem, laufen, ich könnte kotzen ... Nun muss ich allerdings zugeben, dass ich Rollerfahrten als Läufe deklariere und demzufolge eben nicht kotze.

Naja, wie dem auch sei, heute Morgen habe ich in aller Herrgottsfrühe und zur besten Hundegassi-Runde Kartoffelbrei aus der Garage geholt und bin losgerolltert. Was erledigt ist, ist erledigt, duschen lohnt später mehr. Nun, was soll ich sagen, ein Herr, dem ich sonst immer auf dem gegenseitigen Fahrrad begegne, sprach mich auf meinen Roller an und dies und das. Auf jeden Fall meinte er nach meinem anderthalbsten Satz, dass ich wohl zugereist wäre, man merkt es an der Sprache, denn der Rheinländer an sich 'singt' beim Reden. 

"Ja", erwiderte ich stolz, "ich habe hessischen Migrationshintergrund, lebe aber seit gut 30 Jahren vor Ort." ... 

(Der 30-Jahre-Zusatz ist wichtig, denn die hiesigen Insulaner sind ein wenig eigen und man muss in mindestens 3. Generation in Grefrath leben und am besten noch im elterlichen Ehebett geboren sein, um als Grefrather durchzugehen - worauf ich natürlich eher weniger Wert lege, aber ich bin ja auch kein Grefrather ... wohl eigen, aber anders und außerdem zugereist.)

Aber nun zurück zum Thema, wir waren bei den 30 Jahren ... Ein Zeitraum, der ihn sichtlich verwunderte, denn nach 30 Jahren sollte man doch eigentlich die Landessprache sprechen ... ok, hat er jetzt nicht direkt gesagt, aber ich habe es hinein interpretiert. Nichtsdestotrotz ein sehr netter Mensch. 

"You hear my voice ... you hear that sound ... trallala ... Like thunder gonna shake the ground ... "
(Katie Perry, ROAR)

Die Federgabel macht sich übrigens ganz hervorragend. Heia, Safari, das macht Spaß!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Ist Funny etwa schlappo oder Sarah-Louise einfach nur beleidigt?

Ellie steht in der Werkstatt und ich kann keine Kilometer sammeln. Das ist blöd ... äääh ... Moment, ich habe doch Sarah-Louise und man muss seine Gunst ja auch eigentlich gleichmäßig verteilen. 

Wie dem auch sei, heute wollte ich Fahrrad fahren und so zogen Sarah-Louise und ich los, wenigstens eine kleine Hausrunde zu drehen, vielleicht 20 Kilometer. Nun, ich bog wie immer ... wie fast immer auf den Bahnradweg in Richtung Nettetal und starb fast, sozusagen. Meine Oberschenkel brannten und ich freute mich nach ca. anderthalb Kilometern schon darauf, dass es nur noch 18,5 läppische Kilometer sind, bis wir wieder zu Hause sind. 

Meine Güte, was habe ich eigentlich so toll an Sarah-Louise gefunden? Meinem Koga F 3 Lady. Mit ihr bin ich letztes Jahr durch die Gegend geflogen, einem Sturmfalken gleich und jetzt komme ich kaum vom Fleck. Ich kämpfe mich die 1%ige Steigung hinauf und bin total erleichtert, als nach zweieinhalb Kilometern eine Minisenke von vielleicht drei Metern Länge kommt und mir das pedalieren erleichtert. Noch ein bisschen, dann geht es rechts ab und es folgt eine Abfahrt - sofern man am Niederrhein überhaupt von Abfahrt reden kann - von vielleicht anderthalb Kilometern. Nein, es geht wirklich ... sagen wir mal bergäblich. Heißa, das macht Spaß. Man muss ein bisschen aufpassen, weil auf halber Strecke, da wo man gerade so richtig viel Fahrt drauf hat, eine nichteinsehbare 90 Grad Kurve kommt, aber ich bin routiniert, hier fahre ich täglich ... fast täglich und plötzlich harmonieren Sarah-Louise und ich wieder. 

Der Fahrkomfort ist eindeutig besser, denn die Gabel dieses Bikes ist im Gegensatz zum eBike etwas gedämpft und die Reifen sind etwas balooniger. 

Es läuft. Es läuft sogar so phantastisch, dass wir an der Abbiegung zur 20 Kilmeter Runde vorbei rauschen und die 30er anpeilen und am Ende des Tages habe ich sogar respektable 18 km/h im Durchschnitt geschafft, was sogar etwas schneller ist, als wir sonst gefahren sind und ich schaffe sogar das 'Rad- und Rückenbruch-Segment' an Tor 9 in nur 7 Sekunden langsamer, als mit Ellie. Aber mit Ellie hatte ich die Poller angepeilt, die den Autoverkehr stoppen und an der Weiterfahrt hindern sollen und bin maßgeschneidert durch gebrettert. Hat geklappt ... Zwei Tage und mehrere Gedanken später habe ich mich das dann nicht mehr getraut und die eine oder andere Sekunde bremstechnisch auf der Strecke gelassen.

Ach da fällt mir ein: Mein Bruder, näää ... also mein kleiner Bruder will mit seinem alten Fahrrad auf dem Jacobsweg bis Portugal radeln, weil dort eine Party statt findet. Nun, und wie wir uns so unterhalten und ich erzähle, dass ich mit meinem normalen Fahrrad - also mit Sarah-Louise - locker 16 km/h schaffe, meint er, dass er 26 schaffen würde. Durchschnitt, wohlgemerkt! Häää? Mein völlig untrainierter Bruder? Der alles andere im Kopf hat, als Sport? 26 Kilometer in der Stunde? Na, das will ich sehen. Aber dann kommt der Knaller, denn er fährt immer nur so 5 Kilometer weit. Findet er viel. Hin- und Rückweg, das wollen wir festhalten. Wenigstens macht er sich Gedanken darüber, ob er 50 Kilometer Strecke am Tag hinter sich bringen kann, ist aber zuversichtlich. Na dann, ich bin gespannt ...

Mittwoch, 31. Mai 2017

Es schmerzt mich schon ein wenig

158 1/4 Stunden bin ich dieses Jahr mit dem Fahrrad gefahren und habe dabei 3111 Kilometer zurück gelegt, wovon ca. 1110 alleine auf diesen Monat fielen. Fahrrad fahren macht Spaß und ich war noch nie so ausgeglichen, wie zur Zeit. 

Blöd ist jetzt nur, dass heute die 3000er Inspektion ansteht und ich fahrradlos sein werde. Na gut, ich bin gemein, ich habe ja noch Sarah-Louise, die mir im letzten Jahr gute Dienste geleistet hat, aber .... ich bin eben nun mal leidenschaftliche Pedelecistin. Was für eine Entwicklung, wenn man bedenkt, dass ich bis dato immer über eBiker geschimpft und vehement behauptet hatte, dass man hier am Niederrhein, wo es geografisch gesehen sogar bergauf bergab geht, so was nicht braucht (was ja auch stimmt, man braucht es nicht, aber es ist mega). Aber da hatte ich ja auch noch nicht die Bekanntschaft mit Ellie, meinem Koga eXite gemacht - boah, das Rad ist so geil - und so trifft man mich meistens im Sattel an ... also wenn ich nicht zu faul bin und zu Hause auf dem Sofa rum liege. Ich meine, ferngucken hat ja auch was. 

Wie dem auch sei, nachher muss ich Ellie weg bringen, Kurzzeitpflege, sozusagen. Lil' Ben hat schon die Playsie installiert, damit ich weitere Folgen von 'Vikings' oder 'Sons of Anarchie' gucken kann und nicht so traurig bin. Oder 'Gilmore Girls', das finde ich auch ziemlich cool.

Montag, 29. Mai 2017

Pimp my XH-4

Nachdem ich nun den einen oder anderen Kilometer mit meinem Roller abgeleistet hatte, kamen ein paar Kleinigkeiten zum Vorschein, die es zu optimieren galt. Allem voran störte mich, dass der Roller keinen Seitenständer hatte und ich ihn jedes Mal irgendwo in die Gegend legen oder lehnen musste.  Ok, es gab immer gute Bilder, wenn Kartoffelbrei in der Landschaft rum lag oder in Zäune gehängt war. Aber im Dorf oder zum Einkaufen war es jetzt nicht so toll, wenn das Teil als Stolperfalle vor diversen Läden ruhte.

Leider gibt es an dem XH-4 keine Möglichkeit, einen Ständer zu befestigen und so musste ein kleines Loch an geeigneter Stelle gebohrt werden, sodass der Ständer fixiert werden konnte. Ok, suboptimal, aber ging nicht anders.

Außerdem hat mein Roller jetzt eine Federgabel, was dem Ganzen ein völlig neues Fahrgefühl gibt. Zwar hat der XH-4 Balloonreifen, bei denen die Stöße durch das Luftpolster abgedämpft werden, aber ich fand es auf Kopfsteinplaster doch recht unangenehm.

Die Frage, ob denn eine Federgabel nicht zu viel Energie schlucke, kann ich verneinen ... oder doch, ja, sie schluckt ein wenig Energie, aber das tolle Fahrgefühl macht das wieder wett und davon ganz abgesehen, kann man meine Gabel auch fest stellen, wenn es denn sein muss. 

Und so rollere ich fröhlich über Stock und Stein, da staunen nicht nur die Kühe. Ok, die Kühe staunten und ich rollerte gerade nicht über Stock und Stein, sondern über eine gepflegte Nebenstraße, aber das will ich jetzt mal nicht so eng sehen. 

Donnerstag, 25. Mai 2017

Vatertagsgeschichten

Letztes Jahr am Vatertag war ich mit dem Fahrrad zwischen Büsum und Brunsbüttel unterwegs und ich freute mich, endlich Menschen in Schleswig-Holstein zu sehen, die sich bisher nicht so gezeigt hatten. Ich war schon der Meinung, dass diese Gegend Deutschlands überhaupt nicht besiedelt ist, aber am Vatertag werden die Bewohner - so es sie denn gibt - doch wohl ausschwärmen. Auf Fahrrädern, mit Bollerwagen und Bier. 

Nun, was soll ich sagen, sie waren spärlich, obwohl ich am nächsten Tag doch jede Menge Hinterlassenschaften in Form von Einweggrills etc. am Wegesrand gesichtet habe - also mindestens drei - und mich schon ein wenig wunderte, wer denn da gefeiert hat. 

Dieses Jahr am Vatertag radle ich vor Tau und Tag meine übliche Runde, pupse fröhlich Schmetterlinge und rülpse Sternenstaub, bevor die Radwege von Vätern und Nicht-Vätern, die reichlich Bier in Plastikbechern balancieren, verstopft sind. Nun, ich habe Glück, denn als ich nach zwei Stunden den heimatlichen Hafen wieder ansteuere, geht es los ... mit radelnden Vätern und Nichtvätern, in Horden, nebeneinander fahrend mindestens in Dreierreihe, mit reichlich Bier in Plastikbechern balancierend, dazu schallend laute Musik. Auf uns Niederrheiner ist eben Verlass ...

Menschenleere zwischen Büsum und Brunsbüttel

Mittwoch, 24. Mai 2017

Geplant, gesendet, geklappt

Dass ich ein absoluter Navigations- und Routenplanungs-Legastheniker bin, ist ja hinlänglich bekannt. Nun habe ich aber endlich mal Sonjas Tipp aufgenommen und mich bei Komoot angemeldet. Meine Güte, ist das einfach und selbst das Übertragen der Route auf das Garmin ist total easy. So geht Routenplanung. Naja, und so war ich heute mal in Krefeld shoppen. Mit dem Fahrrad ... und ohne Parkplatzprobleme ... äääääh ... die ich in Krefeld ja eigentlich nie habe, denn hinter dem Bahnhof ist ein großer Bezahlparkplatz und da ist immer viel frei und fußläufig zur City ist der auch.

Oh, mir steht die Welt offen, jetzt, wo ich Routenplanung kann. Aber gut, den Weg nach Krefeld kannte ich natürlich schon vorher. War ja auch nur ein Testlauf. Jetzt muss ich nur noch rauskriegen, wie man mit dem Fahrrad Zug fährt ... bzw., wie man überhaupt erst einmal ein Billett zieht und dann, dann steht mir die Welt offen.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Fakten über Funny

Dass ich als Kind in Italien gewohnt hatte, habe ich ja schon öfter erwähnt. Nun ist mir aus dem Nachlass meines Vaters ein Foto von diesem unglaublichen Blick auf die Isola Bella in die Hände gefallen. Aufgenommen ist es tatsächlich von unserer Terrasse aus.

Einmal im Jahr erzählte mein Vater, dass just an diesem - vorzugsweise leicht nebeligen - Abend ein Schiff vorüber fahren würde, mit gestorbenen Passagieren an Bord, die ihre Köpfe unter dem Arm trügen. Das fand ich mega-spannend, konnte aber leider nie etwas entdecken. Klar, tagsüber, die normalen Ausflugsschiffe. Aber nie so etwas spektakuläres, wie ein Schiff mit toten Passagieren, die ihre Köpfe ... und auch keine ersatzweise ausgesendeten Galeeren mit prächtigen Galionsfiguren und angeketteten Strafgefangenen. Aber gut, vielleicht stimmte das ja auch gar nicht und er hat sich das nur ausgedacht, man kann es nicht wissen. Was allerdings stimmt, ist, dass es auf der Nachbarinsel 'Isola Madre', wegen des örtlichen - aber ehemaligen - Friedhofes die "Totenstiege", la scala dei morti, gibt ... aber gut, Köpfe unter dem Arm erscheint mir aus heutiger Sicht dann vielleicht doch etwas weit her geholt.

Mei, war das schön da und ich beneide fast täglich die Leute, die jetzt dort wohnen.

Montag, 15. Mai 2017

Who the f*** is Gustav?

Das Wetter ist herrlich und ich habe so gar keine Lust, mich zu bewegen. Ich mag nicht Fahrrad fahren, nicht mit dem Roller auf Tour gehen und laufen mag ich schon gleich gar nicht. Aber Moment mal, da war doch noch was. Ach ja, richtig, Gustav, die Gummi-Ente könnte mal ausgefahren werden. Au ja, da haben ich Bock drauf. Also fluxx in die Garage, one million bicycles ... man könnte meinen, ich sei in Beijing ... zur Seite geräumt und Gustav aus seinem Exil befreit, sozusagen. Nur, verdammt, wo habe ich denn meinen Helm hin geräumt?

Na gut, dann fahre ich eben mit dem Fahrrad ... muss man sich ja nicht zwingend bei bewegen.

Dienstag, 18. April 2017

Im Schneckentempo an die Ostsee!?

Geahnt hatte ich es schon immer, aber ich glaube, ich muss mich jetzt mal langsam den Tatsachen stellen: Fahrrad fahren ist nicht mein Sport. Ok, es macht Spaß, ist ein netter Zeitvertreib und reinigt die Seele, aber es macht mich fett! 2000 Kilometer bin ich dieses Jahr schon geradelt und habe dabei gute 2 Kilo zugenommen. Der Grund ist der, dass ich derartigen Hunger bekomme und sowohl unterwegs, als auch zu Hause Unmengen an Nahrungsmitteln in mich hinein stopfe, dass es eben über kurz oder lang ansetzt, wohingegen die kurzen, knackigen Einheiten hilfreich sind. Mit dem Roller zum Beispiel.

Wie dem auch sei, in mir reift ein Gedanke, wobei die Ausführung natürlich wieder alles andere als kurz und knackig werden würde und zwar überlege ich, ob es möglich ist, bzw. mir möglich ist, mit dem Roller an die Ostsee zu fahren. Nur: Wie viele Kilometer kann ich an einem Tag zurück legen, wie transportiere ich mein Gepäck usw.? 

Bisher weiß ich, dass ich 14 Kilometer in anderthalb Stunden schaffe und schätze, dass ich täglich vielleicht 40 bis 50 Kilometer rollern könnte und käme somit am ersten Tag eventuell bis nach Wesel. Ok ist ja schon mal was. Bleiben aber immer noch knappe 450 Kilometer. Gut, das wären dann 10 Tage Fahrtzeit plus alle drei Tage einen Tag Pause. Aber was ist mit dem Gepäck? Für 14 Tage braucht man wenigstens eine Garnitur Oberbekleidung zum Wechseln, ein Paar Ersatzschuhe usw. was transportiert werden will. Rucksack fällt aus und ob ich einen Monoporter hinter mir herziehen will, weiß ich nicht, tendiere aber stark zu 'hayır'. Nun gut, da wird sich eine Lösung finden, wenn es soweit ist. Jetzt muss ich erst einmal trainieren, denn sonst schaffe ich das garantiert nicht. 

Dienstag, 11. April 2017

Killing me softly ...

"Mit Musik geht es besser", sagte meine Schwester. Ok, sie meinte Laufen, aber der geneigte Leser weiß ja, wie sehr ich laufen hasse und so schnappte ich mir Heute morgen mein XH-4 Kickbike 'Kartoffelbrei' und den MP3-Player und fuhr die bisher längste Roller-Runde meines Lebens - immerhin 14 Kilometer. So anstrengend ist es übrigens doch nicht ... also wenn man es gemächlich angeht und BTW mal eben knapp 700 kcal verbraten ... Strumming my pain with his fingers ... 🎤 ... singing my life with his words ... 🎧 ... KILLING ME SOFTLY with this song ... 🎤 ... KILLING MEEEE! ... 🎧 ... SOFTLYYYY! ... Und tanzen kann man auf dem Ding auch noch 💃🏻😎 Hatte ich je erwähnt, dass ich Tanzen Kacke finde? 😂 ... Und wenn wir schon mal grad dabei sind: Obst mag ich auch nicht. Aber sonst ist alles gut.


Samstag, 8. April 2017

Nu' ist sie vollends durchgeknallt

Lässig lehnt Lil' Ben am Kühlschrank, dessen Tür er natürlich mal wieder weit offen gelassen hat, und trinkt die Milch direkt aus der Flasche. Aus den Augenwinkeln erspäht er meine Walkingstöcke und grinst breit: "Seit wann hast du die denn? Ich dachte immer, du findest die peinlich!" Ok, wo er recht hat, hat er recht, aber nützt ja nichts, ich habe mich auf Strava für die Runner's World Boston Challenge eingetragen und muss nun in den nächsten 10 Tagen 42,195 Kilometer auf Schuster Rappen zurück gelegt haben. Geht auch gestückelt und in langsam, aber das beste ist, dass ich das schaffe. Nun, der geneigte Leser weiß natürlich, dass ich laufen hasse aber ich habe festgestellt, dass es mit Walking-Stöcken wesentlich einfacher und dynamischer ist und auch Spaß macht. Müde wird man eigentlich erst, wenn der Brustkorb nach vorne fällt, sozusagen und das passiert hier wesentlich später, als beim normalen schlendern.

"Ich trainiere" sage ich ungerührt zu dem immer noch feixenden Benjamin, "denn stell dir vor, ich müsste fliehen und käme nur 3 Kilometer weit, dann kann ich ja auch direkt zu Hause bleiben." 

Lil' Ben verdreht die Augen so schön, wie es selbst ein Mädchen nicht schöner könnte und sagt lachend: "Ma, du hast ein Auto!"

Oh! My! God! ... so kann auch nur ein Junge argumentieren. "Ja und was nützt es mir, wenn ich aus Versehen durch ein Weltentor falle und noch schnell den Autoschlüssel gegrabbscht habe? Hä? Nichts! In Fanrea oder Falaysia kann ich mit meinem Autoschlüssel ja nun wenig anfangen und niemand würde glauben, dass es sich um ein magisches Amulett handelt ... oder wenigstens nur kurz, wohingegen mir meine Stecken sehr nützlich werden können. Ich kann damit weite Strecken gehen oder mein Bündel schultern und ich kann sie als Waffe gegen Drachen und anderes Fabelgetier einsetzen oder damit dunkle Gesellen verkloppen ... 

Mittlerweile zweifelt Lil' Ben an meinem Verstand, aber das ist ja nichts Neues, immerhin bin ich seine Mutter, da ist das ja schon fast Pflicht.

Ich schnüre meine Wanderschuhe, packe mein Proviant ein und klemme mir meine schönen Stöcke erst einmal unter den Arm. So kann ich besser Abschiedsküsschen geben .... und dann marschiere ich los. 

Meine Gedanken schweifen ab. Im Geiste kämpfe ich mit Drachen und rette ein paar Elfen, als mich ein netter Gassigänger vorbei lässt, weil ich schneller bin und als ich Arco's hechelnden Atem im Nacken spüre, überlege ich kurz, ob ich mich blitzschnell umdrehen und dem Hund ein kerniges "IMPEDIMENTA" entgegen schmettern soll. Denn wer weiß es schon, vielleicht kann ich mit meinem Stecken ja auch zaubern. Gut, sicherheitshalber entscheide ich mich dafür, etwas schneller zu gehen ...

Wie dem auch sei, ich bin gute 3 Stunden unterwegs und schaffe immerhin schon mal 9 der geforderten 26 1/4 Meilen ... Uuups, ein Steinkreis! Das sind bestimmt Menhire, an denen der Zahn der Zeit genagt hat ... Aber gut, ich bin gewappnet.

Sonntag, 19. März 2017

Sicher ist sicher

Nun, ich finde auch, dass man in der heutigen Zeit nicht zu sorglos sein und das Grundstück mit einem Zaun sichern sollte. Man weiß ja nie, wer sich sonst alles unbefugten Zutritt verschafft ... und ein Schutzwall nebst Mäuerchen kann auch nicht schaden.

Freitag, 17. März 2017

Mittwoch, 8. März 2017

Statusmeldungen

Eigentlich sollte ich ja zu Hause bleiben und meine Bronchitis pflegen und eigentlich bin ich ja eh an's Haus gefeselt, weil der Hermes-Bote kommt und so eigentlich liege ich ja gemütlich auf der Couch und lese das neue Buch von Felix Klemme, in dem er schreibt ... also sinngemäß ... Bewegung, Bewegung, Bewegung ... und sitzen oder liegen führt zu gar nichts und nulliviert sogar das, was man vorher bewegungstechnisch getan hat und sei es nur stehen. 

Wie? Vorher schon getan? Ey, ich habe heute noch nichts getan, außer Katzenwäsche und eine Packung Ben & Jerry's Cinnamon Buns gelöffelt ... zwecks Kühlung des Schlundes, der höllisch brennt und liege jetzt hier rum und lese? Das geht ja mal gar nicht. Felix Klemme meint zwar, man könne ja auch im Stehen lesen, aber mal ehrlich ... mit den Augen rollen ist an dieser Stelle wohl noch das harmloseste an Reaktion. Trotzdem, ich will raus - obwohl die Regenwahrscheinlichkeit bei 100% liegt und das recht zuverlässig - und so ziehe ich Regenbekleidung über meinen Schlafanzug ... ääääh ... meine Jogginghose und das olle T-Shirt ... doppelte Halstücher, falls das eine nass wird und zwei Mützen. Und außerdem muss ich noch eine Radbonus-Challenge erledigen. Tja, was soll ich sagen ... 

Rechte Hand meldet Wassereinbruch am Zeigefinger ...

Linker Zeigefinger: "Du Weichei, hier schon längst!"

Linker Fuß: "Klappe da oben, ich will in Ruhe baden!"

Rechter Fuß: "Ach, du auch!?"

Und ich? Ich fahre mit einer stoischen Gelassenheit durch den Regen und sammele Kilometer für die Kinderkrebsstiftung.

Freitag, 3. März 2017

Das ist wie Mofa fahren ...

Immer mal wieder werde ich gefragt, ob und wann ich mir wieder ein Motorrad kaufe und wenn ja, was für eines. Nun, ich werde kein Motorrad mehr kaufen, es stehen zur Not genügend in der Garage herum, auf die ich zurück greifen könnte, wenn ich wollte. Aber im Moment will ich gar nicht. 

Vor einer Weile hatte ich ja meine Liebe für's Fahrrad fahren entdeckt und vor einem Monat habe ich mir dann ein Koga eBike gekauft. Ok, ich hatte immer wieder gesagt, dass man hier am Niederrhein kein eBike braucht, was ja auch stimmt, aber es ist einfach nur geil. Das ist wie Mofa fahren, nur nicht so langweilig und man kommt echt rum.

Fahrrad fahren ist wirklich chillig, fast schon Therapie. Ich sitze auf meinem Bike und bin einfach glücklich. Der Wind weht einem um die Nase, man bewegt sich und vor allen Dingen kommt man ziemlich komfortabel überall hin - 1000 Kilometer bin ich mit Ellie-Elektra, so der Name des Rades, bei mehr Wetter, als Wind schon gefahren und so erkunde ich den Niederrhein und wundere mich täglich auf's Neue, dass es hier so schön ist ... also stellenweise. 

Der Akku meines Bikes hat eine Reichweite von 160 Kilometern und ich fahre durchschnittlich 20 km/h und so könnte ich durchaus auch mit dem Fahrrad in die Bretagne fahren ... wenn ich es wollte. Würde dann halt etwas länger dauern.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Und langsam frühlingt es

Das Wetter ist herrlich - 7°C bei ungetrübtem Sonnenschein - und so ziehe ich mich wettergerecht an, stiefele in die Garage und sattele Nancy ... ääääh ... Nancy? Nein, falsche Einleitung, denn Nancy ist Schrott, verkauft an einen bulgarischen Resteverwerter und mit der gegnerischen Versicherung liegen wir im Clinch. Lil' Ben hatte ja in den Niederlanden gestauschlängelt und ist mit einer Dame kollidiert, die beim Spurwechsel nicht nach hinten geschaut hat. Nun ist dieses Vorgehen in Holland geduldet, aber die Versicherung argumentiert, dass es in Deutschland strengstens verboten sei, der Unfall sich zwar auf niederländischem Staatsgebiet ereignet, aber beide Parteien Deutsche seien, es für sie also nicht erlaubt und somit geben sie Lil' Ben gnädigerweise nicht die alleinige Schuld, aber doch einen 2/3-Anteil zu meinen Ungunsten. Abzüglich der Kosten für den Gutachter habe ich die stattliche Summe von 500 Euro überwiesen bekommen. Jetzt liegt der Fall bei Gericht. 

Aber wie dem auch sei, das Wetter ist herrlich - 7°C bei ungetrübtem Sonnenschein - und so ziehe ich mich wettergerecht an, wohl ohne Mütze, stiefele in die Garage und hole mein Fahhrad an's Tageslicht. Nicht, dass es in diesem Jahr noch kein Tageslicht gesehen hätte, immerhin sind wir seit Anfang Januar schon knappe 1000 km unterwegs gewesen, aber Wärme haben wir noch nicht erlebt und das wird jetzt geändert.

Wie fast immer biege ich zunächst in den Radweg ein, der als Radwanderweg direkt vor unserer Haustüre mündet. Eigentlich will ich eine kleine, schnelle Hausrunde vor dem Mittagessen drehen, aber entscheide mich an der Johanneskapelle zwischen Hinsbeck und Leuth wie fast immer dafür, rechts statt links abzubiegen und in Richtung Tor 9 zu radeln, dann weiter in die Niederlande, nach Venlo an die Maas. Heute scheint die Sonne, heute ist "Gewässertag", sozusagen. 

Tja, und so radele ich vor mich in, immer die Nase im Wind. Das macht Spaß. Fahrradfahren ist Therapie und so bin ich 2 Stunden und 39 Kilometer unterwegs. Viele Kalorien sind verbrannt, so dass es nach dem Mittagessen durchaus noch ein weißes Snickers sein darf ... äääh ... also hoffe ich mal.

Samstag, 7. Januar 2017

Schneechaos am Niederrhein

... und nächste Woche bekommt Sarah-Louise Spikes.


Donnerstag, 5. Januar 2017

Auf der Jagd nach Bonuspunkten

Boah, ist das kalt. Selbst am Niederrhein haben wir mit Minusgraden zu kämpfen. Aber nützt ja nichts, ich brauche Bonuskilometer und deshalb radele ich sogar die paar Meter bis zur Postfiliale. Wohl mit Kapuze auf. 

Aber gut, 57 Kilometer habe ich schon erledigt, der Rest, da bin ich zuversichtlich, kommt auch noch. Wo ich allerdings nicht so zuversichtlich bin, auf einen der vorderen Plätze zu gelangen, ist bei meiner Platzierung auf Strava, obwohl ich bei der Januar-Challenge trotzdem noch im Mittelfeld liege.  Aber gut, wer weiß, wie es aussähe, hätte ich die Fahrt zur Post mit aufgezeichnet. Jaaaaaa_haaaaa, Kleinvieh macht auch Mist.

Neulich las ich von einem ehemaligen Strava-Nutzer, dass er sich wieder abgemeldet hätte, weil es zu leistungsbezogen wäre. Ok, er hat schon Recht, aber ich finde das gut, denn es spornt an. Mich auf jeden Fall. Nur kann mir mal jemand sagen, wie man auf drei Touren 1150 Kilometer fahren kann, wie es die Erstplatzierte gemacht hat? Das sind ja über 400 Kilometer am Tag. Tzaaaa.

Wie dem auch sei, ich gehe mich jetzt erst einmal wieder aufwärmen. Boah, ist das kalt. 1150 Kilometer! Ich glaube, es hackt!

Sonntag, 1. Januar 2017

Neujahrsradeln - First ride of the year

Nachdem ich Heute morgen vom Laufen heim kam und mich nach einem heißen Wannenbad wieder halbwegs bewegen konnte - Memo an mich: Muskelvitalbad kaufen - hatte ich irgendwie das Gefühl, dass mir die Zeit davon läuft und ich ein paar Kilometer radeln müsste. Gut, habe ich dann auch gemacht ... 4980 Kilometer wären dann noch offen. Schade, dass kein Schaltjahr ist.