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Dienstag, 19. September 2017

Morgens auf der Hinsbecker Heide

Obwohl der Erholungsratgeber meiner Garmin mich mahnt, noch 26 Stunden Ruhepause einzuhalten, zieht es mich raus. Ich will heute nach Hinsbeck in den Wald und eine Runde laufen.Was mich ein bisschen anpestet ist die Tatsache, dass ich erst mit dem Auto hinfahren muss, immerhin 5 Kilometer eine Strecke, was am Ende 3/4 l unnütz verplempertes Benzin sind. 

Wie dem auch sei, der Parkplatz ist erfreulich leer, was darauf hindeutet, dass das Wetter zu schlecht für Retrieverchen nebst Frauchen ist. Sehr gut. Ich gehe über die Wiese am Spielplatz und muss mich erst einmal orientieren. Immerhin ist es fast 15 Jahre her, dass ich hier täglich mit meinen Hunden spazieren gegangen bin. Ein bisschen gruselig finde ich es schon, so allein und als es hinter mir leise knistert, drehe ich mich doch tatsächlich um. Wie gesagt, früher hatte ich immer mindestens einen Hund dabei. Einen gefährlichen Hund, wohlgemerkt. Kein Spaß für Jogger, die sich hinter Bäumen dehnten, denn die hat mein Hundili immer fein in Schach gehalten, bis ich vorbei und in Sicherheit war. Heute ist hier nichts und niemand. Kein 'tauber' Retriever, kein Frauchen, ...  aber ich staune nicht schlecht, als ich eine Schafherde auf dem Weg sehe und ich erinnere mich an die Geschichte, als hier ein Gespann Rückepferde ihre Arbeit quer über den Weg verrichteten und es den blöden Waldbauern absolut kalt ließ, dass Spaziergänger - also ich - da lang wollten. Das war echt krass, denn die Pferde waren riesig und deren Weg kurz, wenn der Baumstamm erst einmal aus dem Gestrüpp gerissen war. Die Schafe sind aber kein Problem, die laufen von selber weg, als ich angetrabt komme. 

An der nächsten Gabelung weiß ich nicht mehr, wo ich lang muss, was mir im weiteren Verlauf immer wieder passiert und so kommt es, dass ich eine Böschung mehr recht als schlecht hinunter tappse und das Blöde ist, wo es runter geht, geht es irgendwann auch wieder rauf. Und so ist es auch. Mannomann, ist das anstrengend. Der Schweiß fließt an mir herunter, wie ein lecker Wassertank es nicht besser könnte, aber ich gebe nicht auf und irgendwann ist die Runde geschafft. In einer absolut grottigen Zeit, aber gut, kann nur besser werden.

Montag, 18. September 2017

Laufen, laufen, laufen, Trail

Wer hätte das gedacht. Kaum ist der Kreis-Lauf hinter mich gebracht und ein neuer Morgen heran gebrochen, bin ich schon wieder unterwegs. Auf Schusters Rappen, sozusagen. Heute will ich 5 Kilometer schaffen und ein bisschen Trail will ich auch. Ich überlege kurz, ob ich nach Hinsbeck in den Wald fahren soll, entscheide mich aber dagegen, weil da um diese Uhrzeit Horden von ach so toll erzogenen Golden Retrievern (Anm. d. Red.: Hahaha) mit den dazugehörigen Besitzern unterwegs sind. Da habe ich keinen Bock drauf und außerdem finde ich es etwas blöd, zum Laufen mit dem Auto zu fahren, also bleibe ich in heimischen Gefilden, sozusagen. 

Ich gehe so zweihundert auf dem BahnRadweg, bevor ich mich in Trab setze und ich laufe und laufe und laufe. Eigentlich wollte ich nur die zweieinhalb Kilometer bis Haus Milbeck und dann um die "Wendemarke" herum und wieder zurück. Aber meine Füße wollen anders und so biege ich nach rechts ab und laufe einfach weiter. Das ist so eine erweiterte Pferdekoppel-Runde. Puls und Weg sind sich einig, beides steigt, aber mir geht es gut, ich kann atmen, denken, ... Erzählen ist nicht so gut, weil ich ja schon alles weiß, was ich mir mal mitteilen könnte und so ist die Themenauswahl eher beschränkt. 

Nun gut. Es geht immer noch bergan und meine Pace wird immer schlechter. Lag ich eben noch im 9er-Bereich, so bin ich jetzt bei einer hohen 10. Durchschnitt, wohlgemerkt! An der nächsten Abbiegung geht es wieder rechts. Jetzt kommt ein kurzes Stück Schotter und ich werde es lieben. 

Ohja, das macht Spaß und geht auch ganz leicht. Ich glaube, ich habe eine neue Vorliebe entdeckt. Aber vielleicht liegt es ja auch nur daran, dass es jetzt bergab geht. Boah, das macht voll Laune. Der Untergrund fühlt sich so weich an und es ist toll, so ... ja, wie soll ich sagen, ... also nicht stur einen Fuß vor den anderen zu setzen, sondern ihn auf die beste Stelle zu setzen. Keine Ahnung, wie ich das erklären soll. Eben den Tritt zu suchen. 

Nach ca. 400 Metern kommt wieder Asphalt. Wohl mit Kuhfladen gepflastert, denen ich so gut wie möglich ausweiche. Ist aber nur ein kurzes Stück und dann geht es schon wiedr rechts und immer der Heimat entgegen. Noch ungefähr zwei Kilometer ausschließlich bergab, was es aber nicht besser macht. Meine Pace bleibt im 10er-Bereich, mein Puls geht in die hohen 160. Aber egal, mir geht es immer noch gut. Zwar fließt der Schweiß in Strömen, aber das ist ok und als mir zwei Walkerinnen entgegen kommen, lächele ich freundlich und wünsche einen guten Morgen. Also, solange ich das noch kann ... alles gut! 

Ah, die Pferdekoppel. Noch etwas über anderthalb Kilometer und nach der nächsten Kurve kann ich den Huckel schon sehen. Ich ziehe mein Tempo an, denn ich will unbedingt unter 10 Min/km abschließen, was ich auch schaffe. 9:56, Yatta! 

Die restlichen 300 Meter gehe ich nach Hause und man glaubt es nicht, dehne mich vor der Haustüre.

Trail, ich glaube, das finde ich klasse!

Sonntag, 17. September 2017

Venloop 2018

Nun bin ich also vollends verrückt geworden. Der erste Lauf - Kreislauf-Viersen - ist noch nicht erledigt, dass kommt im weiteren Verlauf des Tages und ich habe mich für den 'Venloop 2018' im März angemeldet ... und die Startgebühren bezahlt! 5 Kilometer Laufen, mit einer Mindest-Pace, die mir Gott sei Dank gerade entfallen ist. Also glaube ich auf jeden Fall, dass es solche Vorgaben gibt. Aber gut, ich habe ja noch etwas Zeit für die Vorbereitung. 

Freitag, 15. September 2017

Goodbye Zucker

Zur Zeit lese ich rein Interesse halber u. a. (Anm.: d. Red.: ich habe immer mehrere Bücher am Start) das Buch 'Goodbye Zucker' von Sarah Wilson. Ich esse zwar keinen Zucker, also keinen Haushaltszucker, aber trotzdem wollte ich mal wissen, auf wieviele Teelöffel ich im Laufe des Tages so komme und da ich ja so gut wie alles tracke, war der Wert schnell ermittelt. 13 Teelöffel Zucker alleine für Gestern, obwohl ich gar keinen Zucker, Haushaltszucker gegessen hatte. Puuuuuh, das ist viel! 

Schuld ist das viele Obst, dass ich vertilge. So gab es z. B. Gestern zum Frühstück 50 g Grillkäse mit einem gebratenen Apfel namens 'Pink Lady' und so hatte ich schon mal 18 g Zucker, bzw. 4,5 Teelöffel von dem Zeug intus und eigentlich die Tagesmenge schon fast erreicht. Naja, und so summierten sich die Teelöffel über den Tag auf sage und schreibe 13 Teelöffel. Unglaublich, und das obwohl ich eigentlich, wie gesagt,  keinen Zucker esse. Das ist viel zu viel.


Heute gab es dann besagte Menge Grillkäse mit zwei Reis-Waffeln, Styropor und Gummi, sozusagen. Geschmeckt hat es natürlich nicht, dafür habe ich aber nur 0,7 g Zucker konsumiert, also eine Teelöffelspitze, sozusagen und werde im weiteren Verlauf des Tages auf insgesamt 3,5 Teelöffel Zucker kommen, u. a., weil ich das Obst gegen Gemüse austauchen werde. Aber Hammer ist das trotzdem, vor allen Dingen, wo ich doch recht selbstbewusst an die Sache heran gegangen bin. Zucker? Ich? Kein Problem! Aber gut, so kann man sich wohl täuschen.

Donnerstag, 14. September 2017

Oh, dieser Wind, dieser schreckliche Wind

Ich will laufen und deshalb mache ich mich trotz Wind und Wetter auf den Weg, das Feld zu umrunden. Du meine Güte, das ist nicht windig, das ist regelrecht stürmisch und ich kommen kaum einen Meter voran. An Laufen ist gar nicht zu denken, denn da werde ich weg geweht. Ich stemme mich gegen die Wand und stampfe einen Schritt nach dem anderen in den Asphalt. Als ich an der Koppel nach links abdrehe, ist es geschützer, denn der Wind fegt nun über mich hinweg und ich gehe in Laufen über. 

Mein Puls steigt sofort an, sodass meine Uhr ein psychedelisches Kreischkonzert anstimmt und sich überhaupt nicht mehr beruhigen will. Aber gut, ich kann klar denken, gleichmäßig atmen und mich auch noch mit mir selbst unterhalten, also alles gut. Ich kann sogar den muffeligen Walker, der mir entgegen kommt am Stück grüßen, was er aber nicht erwidert. Auf den letzten 50 Metern gebe ich Gas, auch eine Sache, die ich vor kurzem noch nicht konnte, und sprinte mit langen Schritten der Heimat entgegen. 

Naja, und weil ich ja ... ääääh ... hüstel ... ääääh ... also so eine Art ... Wettkampf-Sportler bin, habe ich mich für meinen ersten Lauf angemeldet. Ist jetzt nicht spektakulär, Kreislauf Viersen vom Kreissportbund, aber immerhin. Man konnte auswählen zwischen Laufen, Walken und Nordic Walking, 5 oder 10 Kilometer und ich habe mich für Nordic Walking entschieden, nach der Strecke wurde nicht gefragt. Das Ding ist nämlich, weil ich ja noch ein Hybrid bin, sozusagen, könnte ich beim normalen Walking ohne Stöcke doch in den Laufschritt verfallen und das fände ich irgendwie nicht richtig. Walken ist Walken und kein Tripptrappsen. Das Kriterium der langsamsten Lauf-Gruppe ist eine Pace von 7:00 Min/km und daher kam das nicht in Frage. Jetzt suche ich am besten mal meine Stöcke.

Mittwoch, 6. September 2017

Yatta!

Dass es heute etwas werden könnte, ahne ich, als ich an der Pferdekoppel links abbiege, um sie zu umrunden. Es läuft! Aber sowas von! Zunächst gehe ich die 500 Meter bis zum Huckel. Meine Uhr rappelt, wie ein Nokia auf Speed, weil mein Puls hartnäckig unter 100 bpm bleibt. Aber nix da, Startlinie ist der Huckel und erst dann geht es los. Ich laufe sauber und atme gleichmäßig vor mich hin. Als ich an die erste Ecke komme, immerhin 150 Meter weiter, als beim letzen Mal, bin ich schon leicht euphorisch. Mein Puls liegt bei konstanten 133 bpm und ich laufe weiter. Jaaaaaaa_haaaaa, Laufen und nicht Tripptrappsen! Locker und leichtfüßig laufe ich weiter. Meine Güte, es geht! Vielleicht schaffe ich ja noch die 500 Meter bis zur nächsten Ecke auf den BahnRadweg ... OMG, ich laufe und laufe ... bis zur Kreuzung und biege auf 'meinen' Radweg ein. Jetzt sind es noch knapp einen Kilometer. Ok, das wird nichts. Das habe ich noch nie geschafft. Mein Puls geht etwas hoch, bleibt aber im absolut grünen Bereich. Das Kreuz des Bikers, die Brücke ... YEAH! ... Ich schaffe das. Mein Puls geht in Richtung hohe 140er und ich verlangsame den Schritt. Nicht viel, ich bleibe am Laufen, aber wenigstens so weit, dass er sich einpendeln kann. 

Aber halt, eine komplette Umrundung im Laufschritt wäre ja eigentlich wieder bis zum Huckel und bevor ich mir nachher das Finisher-Shirt nicht anziehen kann, laufe ich wieder über den Supermarktparkplatz und schaffe es tatsächlich. Wohl mit einem Puls im 150er Bereich, aber egal, das ist vertretbar. Als ich zurück gehe, stelle ich aber vorsichtshalber meine Uhr ab, denn ich will mir ja meine Pace nicht versauen. 10:07! Memo an mich: Beim nächsten Mal stellst du die Uhr erst an, wenn du das WarmUp beendet hast! Gibt eine bessere Zeit.

1 Kilometer - 10:44/km (inklusive der ersten 500 Meter Gehen als WarmUp)
2 Kilometer - 9:43/km
0,9 Kilometer - 9:53/km

Am nächsten Tag werde ich es noch einmal schaffen. Wohl direkt und durchgehend mit hohem Puls, aber ich fühle mich nicht schlecht dabei, kann atmen und singen. Wenn ich es noch ein mal schaffe, also drei mal hintereinander, dann, so habe ich mir vorgenommen, werde ich die Distanz erweitern und so überlege ich schon, wo ich dann hin laufe. Aber vermutlich einfach auf dem Bahnradweg gerade aus in Richtung Nettetal, da ist nach 1,6 Kilometern ein pinker Strich auf dem Weg und nach 2,2 Kilometern ist eine Kreuzung, an der man um einen Pfosten laufen kann um z. B. den Heimweg anzutreten. Das Nächste wäre dann ein Fahrrad-Knotenpunkt mit Rastplatz bei Kilometer 3,3 und dann hätte ich ja bald die 10 km geknackt. Aber gut, ich will jetzt nicht zu engagiert denken und mich stattdessen einfach nur freuen. Yatta! Ich habe es geschafft!

Samstag, 2. September 2017

Ich glaub', ich hab' die Welt umrundet

Juuuuuu_huuuuuu, der Ruhetag ist vorbei! Ich kann heute wieder Laufen! Laufen, laufen, laufen! Häää? Watt? "Juuuuu_huuuu, ich kann heute wieder laufen"? Aus meinem Munde? Aber gut, man muss sein Schicksal annehmen und das Beste daraus machen ... und so gewande ich mich in meine supi-dupi Laufhose mit orange und schaue etwas irritiert auf den Schmutzwäscheberg im Badezimmer, auf dem mein schönes Shirt liegt und vor sich hin müffelt. Ok, auf dem Thermometer stehen eh nur 12°C und so nehme ich halt mein schwarzes Winter-Shirt, stülpe noch ein buntes T-Shirt darüber und schnüre meine Schuhe. Perfekto! 

Nicht wie immer, aber wie seit Neuestem gehe ich erst einmal über den Parkplatz des gegenüberliegenden Supermarktes, marschiere durch das angrenzende Wohngebiet und als ich den kleinen Hochwasserdamm - wir nennen ihn ' den Huckel', weil man da so schön mit der Enduro drüber hüpfen kann - überquert habe, fange ich an zu traben. Diesmal komme ich erstaunlich weit, bis meine Pulsuhr das erste Mal Alarm schlägt. Das läuft ja prima, sozusagen und so packt mich der Übermut und ich laufe nicht um die Koppel, sondern gerade aus, 2 Kilometer bergäuflich und verpasse die Abzweigung für einen 4,5-Kilometer-Lauf. Bemerken werde ich dies aber erst, wenn es viel zu spät ist und zurück zu laufen das gleiche Resultat gebracht hätte. 

Hier ist es echt menschenleer und außer einem älteren Mann, der am Limit schnauft, treffe ich niemanden. Also auf jeden Fall kommt mir niemand entgegen und so tripptrappse ich munter durch die Landschaft. Meine Lauf-Phasen werden immer kürzer, was ich im Gegenzug mit längeren Gehpausen ausgleichen muss. Eine Biene summt um mich herum ... die bald von einer Fliege abgelöst wird. Aber gut ich schwitze mittlerweile, weil mir die Sonne auf den Pelz brennt und das Wintershirt vielleicht doch zu warm gewählt war und so wird mein blumiges Parfüm wohl in etwas Fliegenfreundlicheres übergegangen sein. Ich laufe und gehe und laufe und gehe ... und schaue auf meine Uhr. Was, 110? Oh Schreck, mein Herz ist stehen geblieben! Ich gucke in den Himmel, ob eventuell die Aasgeier über mir kreisen um die Fliege abzulösen, aber nichts, und so trabe ich wieder los. Tripp trapp, tripp trapp ... 

Nach einer Weile muss ich nach links auf den Bahnradweg abbiegen. Hinter mir tauchen Radler auf und mein Hirn schlägt Alarm, "Code: REHA-Sport nach Hüft-OP!" und zur Untermauerung verfalle ich beidseitig in ein leichtes Hinken. Alles gut, die Bike fahren an mir vorbei und ich genese in Sekundenschnelle. Noch 900 Meter, noch 800 Meter ... hier kenne ich mich aus. Ich weiß an jeder markanten Stelle, wie weit es noch bis nach Hause ist. 600 Meter, da steht das Kreuz des Bikers, der mit Herzinfarkt vom Rad gefallen ist, die Brücke, also noch 400 Meter, das Geländer, noch 300 Meter, das Törchen, noch 200 Meter ... jetzt laufe ich los - also ich meine tatsächlich 'Laufen' und nicht 'Tripptrappsen' -, lege sogar einen Zahn zu, denn es könnten ja gassigehende Nachbarn auftauchen. Mein Puls liegt bei knapp 160 bpm! Aber egal, ich "rase" weiter und siehe da, er geht trotz Ignoranz meinerseits auch wieder runter. 140 bpm! So, nur noch über die Straße ... ich lege noch ein Schippchen drauf und semi-sprinte - zu engagiert soll es ja nun auch wieder nicht aussehen - in langen Schritten die letzten Meter bis zur Haustür. Geschafft! Die Pace war zwar grottig, über 11 Minuten, aber dafür sechseinhalb Kilometer!

Ich schleppe  mich zum Kühlschrank und genehmige mir eine eisgekühlte Cola light lemon, die ich gierig in meinen Schlund kippe, um meinen schlimmsten Durst zu löschen, aber sowie das Lebenselixier auf körpereigene Substanz trifft, verdampft sie zischend und zurück bleibt eine Zuckerkruste auf der Zunge. Aber auch lecker.

Später, als ich Lil' Ben von meinem Lauf erzähle, meint dieser nur lapidar: Egal, wie langsam, aber du hast es geschafft! Recht hat er, das gute Kind!

Donnerstag, 31. August 2017

Tripptrappsen ist auch Sport

Nachdem ich die letzten Tage der Fäulnis erlegen bin, habe ich mich heute mal wieder auf den Weg gemacht, um mein Laufstreckchen zu bezwingen. Ok, hat nicht ganz geklappt, noch wehrt sie sich, aber es wird und irgendwann wird sie verlieren. Yatta!

Zunächst gehe ich ein paar Meter, um aus der örtlichen ... ääääh .... hüstel ... Bevölkerungsdichte heraus zu kommen. Ich werte das einfach als Warm Up und als die Luft rein ist, sozusagen, trabe ich los, immer dem Diktat der Pulsuhr folgend, die freundlicherweise schrill flötet, wenn ich in den roten Bereich komme. Dann drossele ... ich glaube, ich habe heute einen Clown gefrühstückt, denn was ist drosseln, wenn man eh schon auf der Stelle tripptrappt ... ich mein Tempo und gehe eine Weile. Gerade, als ich an dem Gestüt vorbei komme, auf dem Lil' Ben eine Weile gewohnt hat und um die Koppel laufen will, kommt ein Mädchen mit Pferd an der Leine. Ok, denke ich, die wird ja jetzt nicht hinter mir her laufen, sondern das Pferd auf die Koppel bringen ... aber denkste! Die latscht samt Gaul hinter mir her. Misto, denn genau jetzt muss ich wieder tripptrappsen. Ich gucke mich kurz um, aber keine Gefahr, das Mädchen ist mit ihrem Handy beschäfftigt und würdigt mich keines Blickes. Aber gut, ich hätte achselzuckend behauptet: 

REHA-Sport nach Hüft-OP! 

Ok, wäre jetzt zwar gelogen, aber der Gedanke, dass es ja auch REHA-Sport nach einer Hüft-OP sein KÖNNTE, lässt mich hoch erhobenen Hauptes weiter traben. Einen Vorteil hat es aber auch noch: Ich trainiere die richtige Körperhaltung und so heiligt der Zweck die Mittel.

Sonntag, 27. August 2017

Laufen nach Herzfrequenz

Habe ich jemals, jeeeeeee_mals erwähnt, dass ich Laufen hasse? Nein? Also ich hasse Laufen, Gehen, Schlendern, Bummeln ... also eigentlich jegliche Art der Fortbewegung, die darauf ausgerichtet ist, dass die Fußsohlen den Boden berühren. Also außer ganz vielleicht den Gang zum Kühli, aber ich glaube, dass liegt eher an der Kürze der Strecke ...

Wie dem auch sei, heute habe ich meine Laufstrategie geändert. Also eigentlich schon seit ein paar Tagen, wobei ich heute Stufe zwei erreicht habe. Ich gehe flott. Mit einer Pace zwischen 10 und 12 Minuten pro Kilometer. Zum Bäcker, zum Einkaufen, zur Buchhandlung, um den Panhas ... alles, was unter drei Kilometern ist, wird zu Fuß erledigt. Naja und heute bin ich noch mal um den Panhas marschiert. Schoko-Eis abtrainieren. Eigentlich stand schnelles Gehen auf dem Plan, aber nachdem mein Puls hartnäckig unter 110 blieb, bin ich in leichten Tripptrapp verfallen. Nicht schneller als Gehen, aber irgendwie trotzdem eine Art Laufschritt-Imitat. Nach einer Minute schlug meine Fenix Alarm und ich verfiel wieder in einem raschen Gehschritt und genau so schnell, wie die Herzfrequenz anstieg, fiel sie auch wieder ab, sodass ich im Tripptrapp-Schritt weiter lief, bis meine Uhr nach einer Minute wieder mahnte. Klappte ganz gut und recht entspannt. 

Aber einmal, also kurz vor zu Hause kommt mir so ein Arschloch-Jogger entgegen. Auf meiner rechtmäßigen Seite. Ja und glaubstes denn? Nix! Ich musste Platz machen und kein 'Danke' oder freundliches Lächeln von dem! Empörend! Aber da ich ja ausreichend Puste hatte, lief ich locker an dem vorbei und schmetterte ihm ein fröhliches "Gerne" in die Flanke! Irgendwann, näää, also irgendwann schaffe ich die ganze Strecke ... wenigstens im Tripptrapp und dann reiße ich die Arme in die Luft und rufe wie Hiro Nakamura: "やった" ... OMG, ist der süß! Hiro, nicht der Arschloch-Jogger!

Montag, 21. August 2017

Funny ist eine Rabenmutter

Armes Radi, steht hübsch anzuschauend in der Garderobe und wird dennoch nicht beachtet, obwohl ich mehrfach täglich daran vorbei gehe. Auf dem Weg zum Kühli, auf dem Weg in's Schwimmbad, mit geschnürten Laufschuhen und dabei steht auf Strava noch eine Challenge an, die ich unbedingt erledigen muss. Es gibt ein cooles Patch, dass sich auf meiner 'Wall of Fame', die auf Strava 'Pokalsammlung' heißt, gut machen würde und auf das ich nicht verzichten will. 105 Kilometer sind noch bis zum Ende des Monats zu erledigen. Ok, ein Klacks, aber dazu muss man sich eben auf sein Fahrrad schwingen und in die Pedale treten, was ich auch tue. Meine Güte, wie ungewohnt. Dabei bin ich dieses Jahr schon ca. 5500 Kilometer geradelt und ich brauche unglaubliche siebendreiviertel Kilometer, bis es wieder rund läuft und ich auf Geschwindigkeit komme. Ach ja, ich liebe Fahrrad fahren ... nur vergesse ich das manchmal.

Was zuvor geschah: Asthmageplagt schleppt sich unsere Protagonistin laufend und schaufend durch die niederrheinische Pampa. Ihre Luft ist trotz vorheriger Cortison-Inhalation knapp, aber sie weiß, was auf dem Spiel steht. Sie will nicht in ein paar Wochen wieder von vorne beginnen, sondern das bisher erreichte - auch wenn es nicht viel ist - festhalten. Also NO MIMIMI! Gut, meine Pace war schlechter, als beim letzten Mal, aber ich habe es immerhin getan und vor allen Dingen geschafft. 3 Minuten Laufen, 1 Minute Gehpause auf 2,5 Kilometern. Hey there Delilah ... trallala ... Was meine Freude am Heim kommen etwas trübt, ist, dass keine Cola auf mich wartet. Lemon und eisgekühlt. Aber gut, irgendwas ist ja immer. 

Freitag, 18. August 2017

Good rain, bad rain

Mit dem Regen ist das so, wie mit Polizisten, da gibt es den guten Bullen und den bösen Bullen. Gut ist der Regen dann, wenn ich zum Schwimmtraining ... okeeeeeh, ich korrigiere: 'zum Schwimmen üben' ... in's Freibad will, denn dann wird es erfreulich leer sein ... 

Heute Morgen werde ich durch den prasselnden Regen geweckt, der stakkatoartig auf das Garagendach trommelt. Mist, ich wollte eigentlich in's Fitti und da fahre ich für gewöhnlich mit dem Fahrrad hin. Das Auto habe ich quasi abgeschafft, wenigstens gedanklich. Also schlechter Regen. Aber gut, nützt ja nichts, es ist erst halb acht und das Schwimmbad öffnet um zehn Uhr, also noch viel Zeit zu überbrücken. Fahrradtour fällt aus und Laufen irgendwie auch. Hmpfff! Ich ziehe meine Sportsachen an, packe meine Tasche für's Fitti und nehme den Autoschlüssel vom Haken, wo er erfreulicherweise auch hängt. Lil' Ben war der letzte Benutzer - wir praktizieren privates Car-Sharing, sozusagen - und ich muss daran denken, als erstes die Anlage im Hippie-Mobil runter zu drehen, wenn ich keinen Hör-Schock erleiden will. Aber klappt. Ok, Fitti, zwei Runden Milon-Zirkel und wieder nach Hause. Ach neee, ich habe vor dem Milon-Zirkel 5 Minuten auf dem Laufband durchgehalten. Durchgehend im Trab, dann Milon und nach Hause.

Es regnet immer noch und es ist noch massig Zeit bis zum Mittagessen, also pelle ich mich aus meinem Fittness-Dress, bestehend aus Jogginghose und Schlabber-T-Shirt und ziehe meinen Badeanzug an, darüber das pinke Strandkleidchen. Ist effizienter beim Umkleiden und ich muss nicht erst umständlich in die Kabine. Also guter Regen.

Das Becken ist so gut wie leer, auf uns Grefrather ist eben Verlass. Ok, ich bin kein Grefrather und meine Kinder auch nicht, denn man muss in dritter Generation ... gebürtig sein, nicht zugezogen, da - und nicht nur da - sind sie eigen und genaugenommen bin ich minus zweite Generation und frühestens Lil' Ben's Enkel, also meine Ur-Enkel werden den Makel ... äääääh ... werden Eingeborene sein. Also gesetzt den Fall, dass Lil' Ben nicht wegzieht und auch seine Kinder dazu ermuntern kann, vor Ort zu versauern. Ruben hat schon das Weite gesucht und nur, wenn er reumütig zurück käme ... Nun, nein, eher nicht! 

Wie dem auch sei, ich ziehe meine Bahnen und meine erste 100er Zeit ist super: 3:38 Minuten. Ich bin begeistert. Danach erleide ich allerdings einen 'kleinen' Einbruch, ich verschlucke mich übelst und brustschwimme hustend weiter, was meine durchschnittliche Pace am Ende der zehn Bahnen, die ich absolviere, auf 4:14 drückt. Aber egal, schwimmen klappt mittlerweise ganz gut und ich habe heute sogar jemanden überholen können ... und derjenige ist sogar in die gleiche Richtung geschwommen, wie ich. Das weitere Procedere? Kleidchen über den nassen Badeanzug, nach Hause fahren und ab unter die Dusche, Mittagessen und zum Steuerberater ...

Donnerstag, 17. August 2017

Musikalische Späterziehung

Ungeduld, mein zweiter Vorname? Pööööh, mache ich heute halt eine Gehpause und so schnüre ich meine neuen Mizunos, schnappe den MP3-Player und marschiere los ... in Lautstärke und mit meinen Schlagzeugstöcken. Das macht voll Bock ...

Birds singing on my shoulder, in harmony it seems. How they sing, how they sing how they sing.

... und so trommele ich fröhlich durch die Gegend ... links, rechts, Wechselschritt und vorwärst, rückwärst, seitwärts, ran .. clapp clapp ... Give me night's of solitude, red wine just a glass or two ... clapp clapp ... 

mit einer respektablen Pace von knapp unter 11 Minuten, als plötzlich Laura, mein Italienisch-Coach aus den Kopfhöreren quakt, mir freundlich 'Buongiorno' wünscht und mich ein paar Vokabeln abfragt. Meine Pace verschlechtert sich rapide und so spule ich  ... ääääh ... sagt man das so? Ist ja eher Altdeutsch, oder? Also ich drücke mehrfach auf die Zurück-Taste, bis Tina Turner mir glaubhaft versichert, dass ich simply die Beste bin und so schreite ich lufttrommelnd und wacker voran. Ich habe heute echt gute Laune und ausnahmsweise sogar Bock auf meinen Stalker, also ändere ich die Richtung, um ein Schwätzchen zu halten. Ich meine, es ist ja schon cool, wenn jemand ... also außer dem Gatten ... einen hofiert.

It's a beautiful night, we're looking for something dumb to do ... Hey baby, I think I wanna marry you ... Is it the look in your eyes or is it this dancing juice? ... Who cares, baby, I think I wanna marry you ... trallala

Aber gut, zum Glück habe ich daran gedacht, auch diesmal die Fronten geklärt zu halten und rechtzeitig meinen 30 Jahre alten ... Jaaaaaaaa_haaaaaa, 30 Jahre ... Ehering an den Finger zu stecken. Aber cool ist es trotzdem ... *fett grins* ... also außer, dass der Kerl so gar nicht mein Typ ist. 

Aber jetzt sollte es mal langsam anfangen zu regnen, damit ich schwimmen gehen kann. Heute wäre übrigens Lil' Ben's Schlüpftag, aber der hatte sich ja geziert und wollte unbedingt Jungfrau, statt Löwe werden und sich noch ein paar Tage Zeit gelassen. Aber pööööh, muss er eben noch was länger auf seine Geschenke warten. Kann ich doch nix für ... und auch nichts, dass er jetzt sein Leben lang Jungfrau sein muss. Seinerseitige Klagen? Abgelehnt!

Montag, 14. August 2017

I am not Delilah!

Bevor ich überhaupt einen Laufschritt vor die Tür mache, wird erst einmal ein riesen Stalb veranstaltet. Frühstück, dazu ein Yogi Atem-Tee ... okeeeh, ich weiß jetzt natürlich nicht, ob der für guten Atem sorgen soll, oder für besseres Durchatmen, aber ich bin für Zweiteres ... eine Lachsöl-Kapsel, denn das soll gut für die Atmung sein ... Zähneputzen ... Atemgymnastik ... finales Anziehen ... eine Ladung Asthma-Spray, Strava, Pulsuhr, MP3-Player. Dann gucke ich raus, ob mein Stalker schon da ist, und wenn nicht, husche ich schnell über die Straße in den Bahnradweg und trabe los. Falls er schon da ist, ändere ich mein Programm und bleibe erst einmal zu Hause, womit diese Geschichte jetzt zu Ende wäre.

Da es aber weiter geht, kann man schon erahnen, dass die Bahn frei war, sozusagen. Ich hoppele also über die Straße und verfalle in leichten Trab, der bei mir allerdings schon an Hochleistungssport grenzt. Mein Puls schnellt relativ schnell in die Höhe und so bewege ich mich die meiste Zeit am Limit. Um zu einer niedrigeren Herzfrequenz zu kommen, hilft langsameres Laufen, sagt Elke. Ja neee, ist klar! Noch langsamer wäre rückwärts und ich bin ziemlich sicher, dass ich sogar schneller gehe, als laufe. Trotzdem bin ich dankbar für jeden Tipp, Hinweis und/oder nettes Wort, denn das gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein. Neee, echt jetzt!

Wie dem auch sei, ich bin gut drauf und schaffe heute sogar 3 Minuten Laufen am Stück und hintereinander und hätte auch noch mehr geschafft, aber ich wollte mein Pulver nicht direkt verschießen, sozusagen und so lief ich 3 Minuten, eine Minute Gehpause and so on. Die Musik dudelte in meinen Ohren ... Hey there Delilah, what is like in New York City? I'm a thousand miles away, but tonight you looks so pretty ... trallala ... ( ... ) ... Un' jezz passens upp, jezz küddet ...

Hey there Delilah, don't you worry about the distance ... 

Och nööö, bin ich nicht ... aber ich bin ja auch nicht Delilah und es sind ja auch nur noch etwas über einen Kilometer. Ein Klacks ... hüstel ... Ein Gassi-Radler kommt mir samt Husky entgegen und ich kann noch einen Guten Morgen wünschen. Etwas gepresst zwar, aber kommt an und ich ernte ein nettes Lächeln. Jaaaaaaa_haaaa, nett, nicht mitleidig. Noch kann ich differenzieren! Trab trab trallala ... Hey there Delilah ... und solange ich den Text wenigstens noch mit ... ääääh ... denken kann, ist alles gut. 3 Minuten Laufen, eine Minute Gehen ... Repeat! Links rechts, links rechts ... auf die Uhr geguckt. Was eine Minute ist, weiß ich mittlerweile. Das ist von hier bis da vorne, wo der Baum komisch in den Weg wächst ... das ist von hier, bis zu dem Hundehauf... KRIEEEEEEEH ... Puuuh, drüber gehoppelt ... soviel Kraft muss sein ... Die letzten drei Minuten sind erledigt und ich kann die rettende Haustüre schon sehen. Jetzt noch in Gehpause verfallen? Nöööö, das schaffe ich. Der Gassi-Radler, der die Runde andersherum angegangen ist, kommt mir auf dem Penny-Parkplatz entgegen. Boah, cool, wesentlich schneller war der auch nicht. Ungefähr drei Viertel / ein Viertel des Weges, wobei ein Viertel auf mich fällt. Er lächelt mich an und ich lache zurück. Freundlich, nicht hysterisch! Also hoffe ich mal und trabe so elegant-geschmeidig, wie es geht, an ihm vorbei. Also hoffe ich mal. Kopf hoch, Füße hoch und nicht schlurfen. "Nicht schlurfen", habe ich gesagt! Menno! Geschafft und meine Pace um eine Minute verbessert. Sogar um eine Minute und zwei Sekunden!

Noch laufe ich übrigens in Jeans, denn dann kann ich schnell in Gehen switchen und so tun, als ob ich einen Spaziergang mache, wenn mir jemand entgegen kommt, den ich kenne. Aber ist eigentlich nicht nötig, ich kenne eh niemanden.

Sonntag, 13. August 2017

Muskelfund

Es ist so cool. Seit ich abgenommen habe, finde ich einen Muskel nach dem anderen. Ok, Lil' Ben hat sich natürlich kaputt gelacht, als ich letztens erzählt hatte, dass ich einen Sixer hätte. Aber ich habe einen, wohl noch gut verpackt. Aber was ich jetzt gefunden habe ... unglaublich! Da geht man jahrelang in's Fitti und trainiert so vor sich hin, aber von Trizeps keine Spur. Kaum geht man ein paar mal schwimmen und schwupps ... Aber gut, vermutlich waren die schon länger da und ich habe es einfach nicht bemerkt. Hey, ich habe Trizeps! Am linken Arm und am rechten Arm! Yeah!

Aber wie dem auch sei, ab Morgen gibt es Training nach Plan. Ich habe nämlich einen gefunden, von dem ich mich nicht überfordert fühle und nicht direkt eine halbe Stunde in moderater Pulsfrequenz leicht Dauerlaufen muss. Das kann vielleicht jeder 'Knautschkohlrabi' ... aber ich kann es nicht. Moderate Pulsfrequenz beim Laufen ... tzääää! Naja, und weil der Plan erst morgen beginnt und sonntags leichtes pedalieren auf dem Programm steht, startete ich Heute einfach mit "Sonntag Woche Null", pedalierte leicht in's Fitti und machte dort etwas für die Rumpf-Stabilität. Muss ja auch sein.

Morgen steht Laufen auf dem Plan. Also glaube ich! Aber trifft sich gut, es ist schönes Wetter angesagt und daher vermutlich etwas voller im Freibad.

Samstag, 12. August 2017

Ich liebe diesen Sommer

Mittagszeit, da sitzen die Grefrather zu Tisch, darauf ist Verlass und zudem ist das Wetter schlecht genug. Herrlichste Bedingungen also, um ein garantiert leeres Freibad vorzufinden. Und so war es auch. Der Bademeister lugte aus seinem Kabäuschen, ein Gruß gab den anderen - und ich meinte, er bräuchte nicht auf mich aufzupassen, was er aber vehement ablehnte und so guckte er alle paar Minuten, ob ich noch schwimme, oder schon treibe. 

Wie dem auch sei, niemand sonst war im Freibad und so konnte ich ungestört Kraulen üben. Nun, es klappte ganz gut ... ääääh ... also vorne Kraul, hinten Brust, sozusagen, aber so kam ich wenigstens von der Stelle. Ich bin guter Dinge, dass ich das bald drauf habe ... Aber eines möchte ich schon gerne wissen: In diversen Triathlon-Checklisten steht, dass man zum Schwimmen Badelatschen braucht, um zum Start zu geben. Ok, so far, so good. Dann zieht man die Schuhe vermutlich aus, springt in die Fluten, schwimmt ... und wie bekommt man jetzt seine Schuhe wieder? Ok, falls man an der gleichen Stelle wieder aus dem Wasser kommt, könnte man sie in dem Haufen suchen und Zeit verlieren - obwohl mein Paar wohl eh als einziges, weil letztes, vereinsamt da rum fliegen würde und die Zeit ist ja sowieso schon verloren, also eigentlich fair - aber wenn man an einer anderen Stelle, also z. B. am gegenüberliegenden Ufer aus dem Wasser klettert, sind sie futsch. Was allerdings auch erklären würde, warum man am Wechselplatz ein Handtuch braucht, um seine Füße zu säubern. 

Aber eines habe ich verstanden: Ich will das! Unbedingt!

Freitag, 11. August 2017

Just call me 'Iron Ireen'

Ich habe es getan, ich habe eine Vereins-Anfrage geschrieben und abgesendet und muss nun gucken, dass mein Puls wieder auf ein normales Level absinkt. Tja, wie konnte es nur so weit kommen? Schuld sind eigentlich Doris und Helge, die mir eine Vereinsmitgliedschaft an's Herz legten. Aber gut, war nicht so schwer, denn ich hatte schon darüber nachgedacht, mich aber nicht getraut, weil ich doch weder schwimmen, noch laufen kann und meine Schwester mir erzählte, dass da der Trainer am Beckenrand steht und brüllt, dass man nun acht Bahnen auf Tempo schwimmen muss. Örks ... Momong, meine Schwester? Etwa die, die mir schon seit Kindesbeinen an irgendwelche Horrorgeschichten, alleine für ihr Amusement erzählt? Die, die immer erzählt hat, dass ich eigentlich 'Gulla-Ari' heiße und adoptiert sei? Die, die ... okeeeh, *nähkästchen-modus off* ... Also die, die mir seit Jahren eigentlich keine Horrorgeschichten mehr erzählt und meine Lieblingsschwester ist .... Auweia, auweia, auweia! 

Nun, bei Helge las ich in einem Posting, in dem sie rückblickend ihre ersten Trainingsstunde anriss, als sie als absoluter Anfänger und Vereins-Neuling am Beckenrand stand ... und ich fragte im Kommi nach ihren Vorher-Fähigkeiten, die, so kommentierte sie zurück, meinem aktuellen Stand recht ähnlich waren ... außer, dass man am hier am linken Niederrhein sein Fahrrad nur dann schieben muss, wenn man einen Platten hat und kein Ersatzschlauch griffbereit ist.

Also noch drei bis fünf Minuten hin und her überlegt, abgewogen und schwupps, war es passiert, die Mail war geschrieben und abgeschickt. Jetzt heißt es abwarten. Eine Gnadenfrist habe ich natürlich, denn es sind Ferien in NRW und so habe ich die Hoffnung, dass meine Mail nicht vor Ende August beantwortet wird. Bis dahin liege ich bäuchlings auf einer Bierbank, übe Kraulzüge und träume davon, bald das Schwimmbad umzupflügen.

Mittwoch, 9. August 2017

Unser Einzug in ein neues Zuhause

Mit den Anforderungen steigt auch der Anspruch an das Material ... und Schuhe kann man eh nie genug haben. 

Nachdem ich bei Elke gelesen hatte, dass sie verschiedene Schuhe für verschiedene Lauftrainings trägt, habe ich sie direkt angeschrieben, um mir die Sache genauer erklären zu lassen. Check! Außerdem gab sie mir noch Tipps für den Schuhkauf, nämlich, dass ich z. B. auch vor dem Laden mit den Schuhen laufen soll, um ein Gefühl dafür zu kriegen und dass jeder gute Händler dieses zulassen würde.

Gestern bin ich nach Krefeld gefahren, um mich bei Laufsport Bunert in Punkto des richtigen Schuhwerks beraten und eventuell eine Laufband-Analyse machen zu lassen und dann - dazu bin ich doch zu sehr Mädchen - nicht nur gegebenfalls neue Schuhe zu erwerben, ist ja klar ... 

Ich marschierte also frohen Mutes in den Laden und erstarrte fast vor Ehrfurcht. Ob ich hier richtig bin, ich kleiner Anfänger ... aber zu spät, ich wurde gesichtet und unter die Fittiche der Verkäuferin genommen. Sie fragte, ob ich eine Laufbandanalyse machen wollte, Kostenpunkt 20 Euro, wenn ich keine Schuhe kaufe, ansonsten ist es gratis. Na und ob ich wollte ... Also Schuhe aus, Socken aus, Hose hochgekrempelt, ab auf's Band und los getrabt. Ging ganz schnell und hat auch gar nicht weh getan, dann noch einmal in die Hocke gehen - zum Glück hatte ich eine Stretch-Jeans an - um die Beweglichkeit der Gelenke zu testen. Aber alles toppo. Als nächstes kam dann der Abrolltest. Dazu sollte ich auf einer Matte gehen, auf der dann das Abrollverhalten meiner Füße dargestellt wurde. Nun, könnte besser sein aber ich kann überleben und links ist eh gut.

Okeeeeh, und nun der Teil, der mir das Funkeln in die Augen trieb, der mich in eine Aura aus Glitzer hüllte ... die Schuhe! Yeah! Bunt und weich und ... Aber gut, was soll ich jetzt groß erzählen? Schuhe probiert, nicht für gut befunden, weitere Schuhe probiert, ein paar Meter auf der Straße getrabt, in die engere Wahl genommen, die nächsten Schuhe probiert, getrabt, neue Abrollanalyse, perfekt! Sphärische Gesänge umgaben mich, aber ich habe zum Glück nicht mitgesungen. Naja, und wenn ich schon mal hier bin ... hüstel ... hätte ich gerne noch ein zweites Paar!

Das Blöde ist jetzt nur, dass ich mir gestern Abend, als ich noch mal aufgestanden bin, um ein wenig in der Triathlon-Bibel zu lesen, ich mir deratig den kleinen Zeh am Bettfuß angehauen habe, dass ich quasi gelähmt bin und Heute, in der horizontalen angekettet auf dem Sofa, sozusagen, das Dasein eines Zappelphillips fristen muss. Menno!

Donnerstag, 3. August 2017

Ich hasse laufen ...

Buongiorno! Mi chiamo Irina. Io sono una triatleta dalla Germania, ma io non riesco nuotare molto bene e io correre troppo lentamente. Questo non é buono, ma posso imparare tutto.

Qualcuno dice che non si può fare, ma Io dico: Guarda a mi!

Langsam wird mir Fahrrad fahren etwas langweilig und so habe ich beschlossen, Triathletin zu werden. Das dumme an der Sache ist, dass ich Laufen hasse und Schwimmen, nun ja, liegt so zwischen Rentner-Style und Hunde-Paddeln. Aber, und ein 'aber' gibt es ja immer: Das kann ich lernen. Und so marschiere ich regelmäßig in's hiesige Freibad und übe - 'trainieren' kann man das nicht nennen und wäre auch etwas übertrieben. Meine oberste Priorität ist, nicht abzusaufen und das hat bisher einigermaßen geklappt. Ach, was freue ich mich, wenn mein erster morgendlicher Blick aus dem Fenster schlechtes Wetter verheißt und ich das Schwimmbad so gut wie für mich alleine haben werde. 1000 Meter schaffe ich schon.

Jetzt ist es aber so, dass Triathlon auch noch eine Laufeinheit beinhaltet. Hatte ich je erwähnt, dass ich Laufen hasse? Nun, ich hasse Laufen und das ist nicht gelogen. Aber, und ein 'aber' gibt es ja immer: Das kann ich lernen. Ich muss nur mal dran bleiben und nicht immer sofort wieder aufgeben. Gesagt getan und einen Plan gab es auch. Ich werde jeden 2. Tag so weit laufen, bis ich nicht mehr kann und so steigerte sich meine Strecke von 200 auf 250 auf 300 Meter. Meine Lungen brannten zunächst heftig, aber nach ein paar Tagen wurde es - dank Lungentraining - besser und heute habe ich die stattliche Strecke von 2,75 Kilometern geschafft. Wohl mit Geh-Pausen.

Oh Mann, Triathlon könnte so schön sein, wenn Schwimmen und Laufen nicht wären. Aber, und ein 'aber' gibt es ja immer: Ich werde das schaffen und es bleibt mir auch nichts anderes übrig, denn ich habe mich mit meiner Schwester verabredet, gemeinsam einen Sprint-Triathlon, also 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Fahrrad fahren und 5 Kilometer Laufen, zu finishen. Lustig wird es, wenn sie beim Schwimmen und Laufen auf mich warten muss und wir beim Rad fahren keine Zeit gut machen können, weil ich auf sie warten muss. 


Ach ja, und Italienisch lerne ich auch gerade. Immerhin bin ich per definitionem Muttersprachlerin und mein Vater hat sich Zeit unseres gemeinsamen Lebens gegrämt, dass ich keinerlei Interesse an der Sprache hatte und so ungefähr das Letzte, was er mir erzählt hat, war, dass meine Schwester und ich als Kleinkinder ausschließlich italienisch miteinander gesprochen hätten und er sich an eine Szene aus dem Kinderzimmer erinnerte, als meine Schwester mir mit den Worten: "Irina, guarda l' immagine!" ein gemaltes Bild unter die Nase hielt. Da war ich ungefähr anderthalb.

Montag, 3. Juli 2017

Irène va 'Le Tour'

Seit vielen, vielen Jahren und einem Tag möchte ich mal zur Tour de France. So als Flaschensammler, oder so. Das Blöde daran ist natürlich nur, dass man dazu eben nach Frankreich reisen muss ... oder eben nicht. Juuuuuuch_huuuuuuu, Le Tour startet in Düsseldorf und die 2. Etappe führt die Fahrer ganz hier in der Nähe vorbei. Düsseldorf, Neuss, Kaarst, Mönchengladbach ... ich habe die freie Wahl und entscheide mich für Titz, das scheint mir überschaubar. 

Wie dem auch sei, rufe ich ein paar Tage vorher bei der zuständigen Gemeinde an und frage, bzw. stelle 'mit Entsetzen fest, dass die Tour ja zu Gast dort ist und ich jemand ortsansäßigen besuchen will. Was mache mer denn da (wie der Hesse in mir fragen würde)?' Die freundliche Dame beauskunftet, dass sowohl die L241, als auch die Autobahnausfahrt Jackerath ab 12 Uhr gesperrt sein würde und es sinnvoll wäre, vorher durch zu sein, sozusagen. Ok, so wird's gemacht, bedanke ich mich freundlich und schmiede meine Pläne, in denen auch der Gatte vorkommt ... 


Sonntag, der 2. Juli, es ist soweit. Um kurz nach 11 fahren wir also Richtung Eifel und sind pünktlich um 5 nach 12 vor Ort. Die Straßen sind bereits gesperrt und etliche Autos parken einfach in der landsträßlichen Seitenbotanik, aber wir fahren in den Ort und ergattern einen Knaller-Parkplatz, recht nahe am späteren Geschehen. Ok, langweilig ... 

Wie gesagt, es ist 12 Uhr rum und die sog. Karawane wird zwischen 13 und 13:30 Uhr erwartet. Irgendjemand hatte gesagt, dass wäre 'Voll das Spektakel, so wie Karneval' ... und ich war - obwohl bekennender Non-Karnevalist - freudig angespannt. Wir ergatterten einen astreinen Platz mitten auf einem Kreisverkehr mit bester Premium-Aussicht auf das kommende Fahrerfeld. Plötzlich hielt ein Offiziellenfahrzeug und beschied uns auf Englich, dass wir dort nicht stehen könnten, was ich aber leider, leider nicht verstand, bzw. nicht verstehen wollte, denn es ist keine Pflicht, Englisch zu können und so sahen das die anderen Rebellen auch. Ok, so far, so good ... 

Die Karawane kam und da sage ich jetzt mal nichts zu. Karneval, naja! Geht im Rheinland irgendwie anders.

Nach einer Weile, der Kreisverkehr hatte sich gut gefüllt, machte ein Polizei-Beamter mit exponierter Sicht auf den Kreisel eine Ansage an die Rondell-Aktivisten. Alle Kreisverkehre im Regierungsbezirk Düsseldorf haben frei zu bleiben. Anordnung von ganz oben! Misto. 


Und so machten sich der Gatte nebst mir auf den Weg, einen ähnlich guten Platz zu finden. Ein paar Meter weiter war eine Zweierlücke, in die ich mich stellte, Uwe gleich daneben und der freundliche Mensch, der da schon stand, meinte, dass da schon zwei weitere Personen stünden. Ach ja, ich sehe keine und Handtücher liegen auch nicht auf dem Boden. Der Herr gucke mich verdutzt an, aber sagte kein Wort mehr. Obwohl, ich war freundlich! Jaaaaaaa_haaaaa, war ich. Ich habe meinen ganzen Charme spielen lassen. Blöd war jetzt natürlich nur, dass der Platz shice war und wir relativ schnell wieder von dannen zogen um dann in der Nähe des Rahmenprogramms einen guten Platz zu ergattern ... also ich stellte mich einfach vor einen Mann, strahlte in an und meinte:

"Das macht doch nix, ich bin ja so klein, näää!?"


So, weiter warten. Diesmal aber mit Wolfgang Petry, Elvis und Costa Cordalis ... "ich traf sie irgendwo, allein in Mexiko, Aniiiiiiiiiiiitaaaaaa ... schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Stäääää_hääää_rne so klar ..." Ok, danke, aber ich heiße immer noch Irène ... wenigstens heute, denn heute ist 'Le Tour'! Da sind wir fro'sösich angehaucht!


Na gut, ich erzähle und erzähle ... Aber das war so geilo und je suis tout à fait impressionné! Und zwar nachhaltig - wo ich doch sonst eher der schweigsame Typ bin ... PRUUUUUUUUST ... 

Der Straßenrand füllte sich langsam, ein Polizist schritt immer wieder die Reihen ab, um anfangs geduldig, später genervt die Leute etwas von der Straße zu bitten ... und das war dann auch recht sinnvoll. Du meine Güte, die Nerven von den Begleitmotorradfahrern möchte ich mal haben. Die sind so nah am Publikum vorbei gedonnert, dass man schon fast meinen konnte, dass die einem über die Füße fahren. Nun hatten sich aber mittlerweile so viele Menschen zu mir gesellt ... Heeeee, wisst ihr denn nicht, dass ich ein stisseliger Einzelgänger bin, ein Soziopath erster Güte und meine Einsiedelei mit Hingabe pflege? Häääää? ... Aber war grad keine Zeit, das klar zu stellen und so stand ich auf einer irina-breite und das Sichtfeld ist nicht viel größer gewesen ... also immer mal den Kopf raus strecken. Irgendwann zuppelte der Gatte immer an mir, um mich zurück zu ziehen, was ich mir dann aber energisch verbat. Und dann kamen sie! Erst die vier Ausreißer ... 


... dann ein paar hintereinander


... und dann das Hauptfeld!

Boah, das war so krass! Das muss man sich mal vorstellen. Man steht da in Menschen-Quetsche, hat nur Geradeaussicht, sozusagen und dann schießt das Peloton in fetter Sturm-Geschwindigkeit an einem vorbei und der Sog, der dabei entstand war so unglaublich. Wie bei einem Düsenjet-Triebwerk! Als ob man in ein Weltentor gesaugt wird! Hammer! ... und nach drei Sekunden war alles vorbei. Als ob nichts gewesen wäre. Aber ich habe ihn erwischt! Peter Sagan im Weltmeister-Trikot. Unscharf zwar ... aber was muss sich der Kerl auch aus dem Autofokus bewegen! Immer diese Drängler ... tzäääää! Boah, ich habe Peter Sagan erwischt! Ich, die kleine Funny ... ey, je suis tout à fait impressionné! Vielleicht reise ich jetzt ja doch regelmäßig nach Frankreich! Oder ich fahre direkt mit. Dieses Jahr hatte ich ja leider keinen Startplatz mehr bekommen. War ein bisschen kurzfristig.

Schalten Sie wieder ein, wenn es heißt: Allez, allez Irène!

Donnerstag, 29. Juni 2017

Langsames herantasten an Sturmfalke

Nachdem ich nun die unangenehme Erfahrung mit dem Plattfuß, dem vergessenen Pannen-Equipement und dem daraus resultierenden unfreiwilligen Fußmarsch gemacht hatte, fahre ich heute mit prall gefüllter Satteltasche los. In ihr befinden sich gleich ZWEI neue Schläuche, Flickzeug und Reifenheber und ich habe Mühe, die zugegebenermaßen nicht ganz kleine Tasche zu zu kriegen. Aber pöööh ... das Zeug muss mit. Platz für Proviant bleibt leider nicht. Aber wird schon, ich plane eine eher kurze Ausfahrt.

Semi-professionell gekleidet schwinge ich mich auf Sturmfalke, trete in die Pedale und rase los. Dem einen oder anderen Hundebesitzer, Walker, Jogger, what ever schmettere ich ein saftiges "Vorsicht" in den Rücken, weil ich noch keine Klingel am Fahrrad habe. Aber klappt gut, alle springen ehrfürchtig in den Graben. An einer Fahrradkreuzung, an der ich nicht vorfahrtberechtigt bin, halte ich vorbildlich an, um einem Lieferwagen - also Fahrradweg kreuzt Promilleweg - Vorrang zu geben, doch dieser winkt mich vorbei. Aber mache ich doch glatt. 

Sturmfalke läuft richtig gut ... ich mag immer gar nicht von 'dahin fliegen' sprechen, denn das will ich auf keinen Fall und das Wort von daher nicht so oft in den Mund nehmen, aber genau das tut Sturmfalke. Voll der Renner. Allerdings bin ich noch etwas unsicher und so fahre ich eher vorsichtig-verhalten. Sturmfalke ist so zart und filigran, muss aber trotzdem gezähmt werden ... und ich mich daran gewöhnen, dass ich nicht auf einem Schlachtschiff unterwegs bin.

Wie dem auch sei, ich fahre mit Sturmfalke ohne weiteres Training den gleichen Durchschnitt, wie mit Ellie. Allerdings ist bei Ellie hier Schluss, wohingegen bei Sturmfalke noch so einiges geht. Also bald noch so einiges geht, wenn ich mehr Schmalz in den Beinen habe, sozusagen ... und wenn ich nicht mehr mit einem Ohr am Reifen hänge, ob da nichts zischt ... 

Dienstag, 27. Juni 2017

Sturmfalke

Den Benjamin plagt das schlechte Gewissen, seit er Nancy geschrottet hat und wollte mir unbedingt ein neues Motorrad kaufen. Im Angebot hatte er eine Honda mit 102 PS, was mir aber weder in's Haus, noch in die Garage kommt. So weit, so gut ... 

Vor einiger Zeit unterhielten wir uns über Fahrrad fahren im Allgemeinen und Rennrad fahren im Besonderen und in ihm reifte ein Entschluss. "Wenn sie schon kein neues Motorrad möchte, dann bekommt sie eben ein Rennrad" und so marschierte er zum Fahrradhändler meines Vertrauens und bestellte einfach eines. Die Größe war kein Problem, er sagte einfach, er braucht ein Rad für mittelgroße Zwerge denn der Händler hat meine Maße in der Model-Kartei Kunden-Kartei. 76er Schrittlänge, also höchstens einen 50er Rahmen, besser 47, und so wurde es beschlossen, besiegelt und gemacht, inklusive Pannenschutzreifen.

Gestern Abend nun kam Lil' Ben ganz stolz mit dem Renner und meinte betont lässig "So, damit du endlich an's Trainieren kommst und nicht immer nur Spazieren fährst!" Hey, ich freue mich total, obwohl es echt nicht nötig gewesen wäre. Aber gut, wenn er nun wieder ruhig schlafen kann ... 

Meine erste Fahrt habe ich natürlich schon hinter mir. Also solange, bis es laut knallte und dann bedenklich zischte ... Nun, den Rest der Geschichte erzähle ich dann zu Fuß. Pannenschutz ... pffffft!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Ist der Weg das Ziel?

"Es entschleunigt", höre ich noch den in Jack Wolfskin gekleideten Freizeit-Alternativen und meine Schwester erwidern: "Das kann ich mir vorstellen, man ist so bei sich." Nun gut, ich fand den Roller geil und habe mir auch einen angeschafft ... Oh, ich Ahnungslose!

Aha, es entschleunigt also und man ist so bei sich. Bedeutet "bei sich sein", dass man seinen Körper spürt? Dass alle lebenserhaltenden Körperfunktionen in infernalisches Gebrüll ausbrechen? Dass die Lungenbläschen eines nach dem anderen platzen, dass das Herz presslufthammerartig gegen den Brustkorb donnert, dass der Puls stakkato_esk gleich dem Kolben einer Dampfmaschine stampft, als ob das Blut in den Adern brodelt und der Vulkan gleich ausbricht? 

Bedeutet 'bei sich sein' vielleicht, dass man so erledigt ist, dass man nette Menschen, die einen am Wegesrand grüßen einfach nur dümmlich über den Rand seiner Brille - die auf dem sich längst gebildeten Schweißfilm langsam aber sicher in Richtung Nasenspitze rutscht - anstiert und sich stoisch weiter kämpft? Dass man genervt ist, weil man einen Hundehaufen schon wieder zu spät gesehen hat und zu schlapp ist, um drum herum zu kurven? 

Und dann dieser Spruch, dass der Weg das Ziel ist. Dem konnte ich überhaupt nichts abgewinnen und habe nur müde gelächelt. Bei mir ist immer noch das Ziel das Ziel und zwar nach Hause zu kommen und das möglichst lebendig. Pah, der Weg ist das Ziel ... tzäääää .... so ein Unfug! Entschleunigt, genau das - und nichts anderes  - ist es, Schneckentempo!

Auf Fragen bezüglich meines Rollertrainings, antwortete ich stets ausweichend, dass ich noch übe und beließ es dabei. Manchmal kam noch ein "Meine Güte, ist das anstrengend" hinterher. Ich übte mich im Vergessen, vergessen, dass es den Roller überhaupt gibt, ich übte mich im Roller ignorieren, im 'ein Mäntelchen des Schweigens' über ihn werfen, immer neue nicht einsehbare Verstecke für ihn zu finden, damit er mich nicht so anklagend ansieht ...

Nun, einige Kilometer und viele gerollerte Stunden später habe ich Demut gelernt. Der Weg ist das Ziel, rollern entschleunigt, man ist so bei sich und auf jeden Anstieg folgt eine Gefälle. Heißa, das macht Spaß, wenn man zur Belohnung in einem Affentempo bergab rollert. Das ist des Kickbikers Reward ...und der Hauptgewinn ist, wenn das Gefälle vor der Haustüre endet.
 

Samstag, 10. Juni 2017

Klappi, die Klappkatastrophe

Vor einiger Zeit schenkte ich Ruben, dem älteren Sohn ein Klapprad, das er im LKW mitnehmen kann, auf das er sich auf diversen Raststätten körperlich ertüchtigen ... oder mal zum Einkaufen radeln könne. Nun, was soll ich sagen, klappte (höhö) natürlich nicht, zu schwer, zu sperrig, what ever. Ok, er hatte recht, das Rad ist, trotz Klapp einfach zu sperrig und passt nicht in den LKW, ohne dass man den Beifahrersitz ausbauen müsste und davon mal ganz abgesehen, passt es auch nicht so ohne weiteres in mein Hippiemobil.

Wie dem auch sei, befasse ich mich ja schon seit längerem mit dem Thema 'Fahrrad und Bahn' und ließ mir im Tausch gegen Tante Helga nun dieses Klapprad geben, um bahnfahren zu üben. Mal mit kleinem Handgepäck, sozusagen. 

Drei Gänge hat das Rad, mehr braucht man hier in der Gegend nicht. Dumm ist jetzt allerdings, dass der dritte Gang so leicht ist, dass man quasi im Leerlauf pedaliert. Nun ja, ich könnte mir das Rad auf den Rücken schnallen, mit Ellie zum Bahnhof radeln, diese dann dort stehen lassen und mit Klappi Bahn fahren. Aber erst einmal muss ich den Sattel etwas höher stellen, denn offensichtlich ist das Rad für Zwerge konzipiert und ich bin ja eher so Mitte.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Verräterischer Akzent

Dummerweise konnte ich mal wieder meinen hyperaktiven Patschewatschel-Touchpad-Fingerchen nicht still halten und habe auf Strava eine Herrausforderung angenommen - irgendwie habe ich langsam das Gefühl, dass ich ein Wettkampf-Zahlenfreak bin (und virtuelle Abzeichen, Patches und Pokale liebe) - und so habe ich eine Challenge am Hals, bei der ich 5 Stunden lang LAUFEN muss. Gut, nicht am Stück und ich habe 2 Wochen Zeit, aber trotzdem, laufen, ich könnte kotzen ... Nun muss ich allerdings zugeben, dass ich Rollerfahrten als Läufe deklariere und demzufolge eben nicht kotze.

Naja, wie dem auch sei, heute Morgen habe ich in aller Herrgottsfrühe und zur besten Hundegassi-Runde Kartoffelbrei aus der Garage geholt und bin losgerolltert. Was erledigt ist, ist erledigt, duschen lohnt später mehr. Nun, was soll ich sagen, ein Herr, dem ich sonst immer auf dem gegenseitigen Fahrrad begegne, sprach mich auf meinen Roller an und dies und das. Auf jeden Fall meinte er nach meinem anderthalbsten Satz, dass ich wohl zugereist wäre, man merkt es an der Sprache, denn der Rheinländer an sich 'singt' beim Reden. 

"Ja", erwiderte ich stolz, "ich habe hessischen Migrationshintergrund, lebe aber seit gut 30 Jahren vor Ort." ... 

(Der 30-Jahre-Zusatz ist wichtig, denn die hiesigen Insulaner sind ein wenig eigen und man muss in mindestens 3. Generation in Grefrath leben und am besten noch im elterlichen Ehebett geboren sein, um als Grefrather durchzugehen - worauf ich natürlich eher weniger Wert lege, aber ich bin ja auch kein Grefrather ... wohl eigen, aber anders und außerdem zugereist.)

Aber nun zurück zum Thema, wir waren bei den 30 Jahren ... Ein Zeitraum, der ihn sichtlich verwunderte, denn nach 30 Jahren sollte man doch eigentlich die Landessprache sprechen ... ok, hat er jetzt nicht direkt gesagt, aber ich habe es hinein interpretiert. Nichtsdestotrotz ein sehr netter Mensch. 

"You hear my voice ... you hear that sound ... trallala ... Like thunder gonna shake the ground ... "
(Katie Perry, ROAR)

Die Federgabel macht sich übrigens ganz hervorragend. Heia, Safari, das macht Spaß!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Ist Funny etwa schlappo oder Sarah-Louise einfach nur beleidigt?

Ellie steht in der Werkstatt und ich kann keine Kilometer sammeln. Das ist blöd ... äääh ... Moment, ich habe doch Sarah-Louise und man muss seine Gunst ja auch eigentlich gleichmäßig verteilen. 

Wie dem auch sei, heute wollte ich Fahrrad fahren und so zogen Sarah-Louise und ich los, wenigstens eine kleine Hausrunde zu drehen, vielleicht 20 Kilometer. Nun, ich bog wie immer ... wie fast immer auf den Bahnradweg in Richtung Nettetal und starb fast, sozusagen. Meine Oberschenkel brannten und ich freute mich nach ca. anderthalb Kilometern schon darauf, dass es nur noch 18,5 läppische Kilometer sind, bis wir wieder zu Hause sind. 

Meine Güte, was habe ich eigentlich so toll an Sarah-Louise gefunden? Meinem Koga F 3 Lady. Mit ihr bin ich letztes Jahr durch die Gegend geflogen, einem Sturmfalken gleich und jetzt komme ich kaum vom Fleck. Ich kämpfe mich die 1%ige Steigung hinauf und bin total erleichtert, als nach zweieinhalb Kilometern eine Minisenke von vielleicht drei Metern Länge kommt und mir das pedalieren erleichtert. Noch ein bisschen, dann geht es rechts ab und es folgt eine Abfahrt - sofern man am Niederrhein überhaupt von Abfahrt reden kann - von vielleicht anderthalb Kilometern. Nein, es geht wirklich ... sagen wir mal bergäblich. Heißa, das macht Spaß. Man muss ein bisschen aufpassen, weil auf halber Strecke, da wo man gerade so richtig viel Fahrt drauf hat, eine nichteinsehbare 90 Grad Kurve kommt, aber ich bin routiniert, hier fahre ich täglich ... fast täglich und plötzlich harmonieren Sarah-Louise und ich wieder. 

Der Fahrkomfort ist eindeutig besser, denn die Gabel dieses Bikes ist im Gegensatz zum eBike etwas gedämpft und die Reifen sind etwas balooniger. 

Es läuft. Es läuft sogar so phantastisch, dass wir an der Abbiegung zur 20 Kilmeter Runde vorbei rauschen und die 30er anpeilen und am Ende des Tages habe ich sogar respektable 18 km/h im Durchschnitt geschafft, was sogar etwas schneller ist, als wir sonst gefahren sind und ich schaffe sogar das 'Rad- und Rückenbruch-Segment' an Tor 9 in nur 7 Sekunden langsamer, als mit Ellie. Aber mit Ellie hatte ich die Poller angepeilt, die den Autoverkehr stoppen und an der Weiterfahrt hindern sollen und bin maßgeschneidert durch gebrettert. Hat geklappt ... Zwei Tage und mehrere Gedanken später habe ich mich das dann nicht mehr getraut und die eine oder andere Sekunde bremstechnisch auf der Strecke gelassen.

Ach da fällt mir ein: Mein Bruder, näää ... also mein kleiner Bruder will mit seinem alten Fahrrad auf dem Jacobsweg bis Portugal radeln, weil dort eine Party statt findet. Nun, und wie wir uns so unterhalten und ich erzähle, dass ich mit meinem normalen Fahrrad - also mit Sarah-Louise - locker 16 km/h schaffe, meint er, dass er 26 schaffen würde. Durchschnitt, wohlgemerkt! Häää? Mein völlig untrainierter Bruder? Der alles andere im Kopf hat, als Sport? 26 Kilometer in der Stunde? Na, das will ich sehen. Aber dann kommt der Knaller, denn er fährt immer nur so 5 Kilometer weit. Findet er viel. Hin- und Rückweg, das wollen wir festhalten. Wenigstens macht er sich Gedanken darüber, ob er 50 Kilometer Strecke am Tag hinter sich bringen kann, ist aber zuversichtlich. Na dann, ich bin gespannt ...

Mittwoch, 31. Mai 2017

Es schmerzt mich schon ein wenig

158 1/4 Stunden bin ich dieses Jahr mit dem Fahrrad gefahren und habe dabei 3111 Kilometer zurück gelegt, wovon ca. 1110 alleine auf diesen Monat fielen. Fahrrad fahren macht Spaß und ich war noch nie so ausgeglichen, wie zur Zeit. 

Blöd ist jetzt nur, dass heute die 3000er Inspektion ansteht und ich fahrradlos sein werde. Na gut, ich bin gemein, ich habe ja noch Sarah-Louise, die mir im letzten Jahr gute Dienste geleistet hat, aber .... ich bin eben nun mal leidenschaftliche Pedelecistin. Was für eine Entwicklung, wenn man bedenkt, dass ich bis dato immer über eBiker geschimpft und vehement behauptet hatte, dass man hier am Niederrhein, wo es geografisch gesehen sogar bergauf bergab geht, so was nicht braucht (was ja auch stimmt, man braucht es nicht, aber es ist mega). Aber da hatte ich ja auch noch nicht die Bekanntschaft mit Ellie, meinem Koga eXite gemacht - boah, das Rad ist so geil - und so trifft man mich meistens im Sattel an ... also wenn ich nicht zu faul bin und zu Hause auf dem Sofa rum liege. Ich meine, ferngucken hat ja auch was. 

Wie dem auch sei, nachher muss ich Ellie weg bringen, Kurzzeitpflege, sozusagen. Lil' Ben hat schon die Playsie installiert, damit ich weitere Folgen von 'Vikings' oder 'Sons of Anarchie' gucken kann und nicht so traurig bin. Oder 'Gilmore Girls', das finde ich auch ziemlich cool.

Montag, 29. Mai 2017

Pimp my XH-4

Nachdem ich nun den einen oder anderen Kilometer mit meinem Roller abgeleistet hatte, kamen ein paar Kleinigkeiten zum Vorschein, die es zu optimieren galt. Allem voran störte mich, dass der Roller keinen Seitenständer hatte und ich ihn jedes Mal irgendwo in die Gegend legen oder lehnen musste.  Ok, es gab immer gute Bilder, wenn Kartoffelbrei in der Landschaft rum lag oder in Zäune gehängt war. Aber im Dorf oder zum Einkaufen war es jetzt nicht so toll, wenn das Teil als Stolperfalle vor diversen Läden ruhte.

Leider gibt es an dem XH-4 keine Möglichkeit, einen Ständer zu befestigen und so musste ein kleines Loch an geeigneter Stelle gebohrt werden, sodass der Ständer fixiert werden konnte. Ok, suboptimal, aber ging nicht anders.

Außerdem hat mein Roller jetzt eine Federgabel, was dem Ganzen ein völlig neues Fahrgefühl gibt. Zwar hat der XH-4 Balloonreifen, bei denen die Stöße durch das Luftpolster abgedämpft werden, aber ich fand es auf Kopfsteinplaster doch recht unangenehm.

Die Frage, ob denn eine Federgabel nicht zu viel Energie schlucke, kann ich verneinen ... oder doch, ja, sie schluckt ein wenig Energie, aber das tolle Fahrgefühl macht das wieder wett und davon ganz abgesehen, kann man meine Gabel auch fest stellen, wenn es denn sein muss. 

Und so rollere ich fröhlich über Stock und Stein, da staunen nicht nur die Kühe. Ok, die Kühe staunten und ich rollerte gerade nicht über Stock und Stein, sondern über eine gepflegte Nebenstraße, aber das will ich jetzt mal nicht so eng sehen. 

Donnerstag, 25. Mai 2017

Vatertagsgeschichten

Letztes Jahr am Vatertag war ich mit dem Fahrrad zwischen Büsum und Brunsbüttel unterwegs und ich freute mich, endlich Menschen in Schleswig-Holstein zu sehen, die sich bisher nicht so gezeigt hatten. Ich war schon der Meinung, dass diese Gegend Deutschlands überhaupt nicht besiedelt ist, aber am Vatertag werden die Bewohner - so es sie denn gibt - doch wohl ausschwärmen. Auf Fahrrädern, mit Bollerwagen und Bier. 

Nun, was soll ich sagen, sie waren spärlich, obwohl ich am nächsten Tag doch jede Menge Hinterlassenschaften in Form von Einweggrills etc. am Wegesrand gesichtet habe - also mindestens drei - und mich schon ein wenig wunderte, wer denn da gefeiert hat. 

Dieses Jahr am Vatertag radle ich vor Tau und Tag meine übliche Runde, pupse fröhlich Schmetterlinge und rülpse Sternenstaub, bevor die Radwege von Vätern und Nicht-Vätern, die reichlich Bier in Plastikbechern balancieren, verstopft sind. Nun, ich habe Glück, denn als ich nach zwei Stunden den heimatlichen Hafen wieder ansteuere, geht es los ... mit radelnden Vätern und Nichtvätern, in Horden, nebeneinander fahrend mindestens in Dreierreihe, mit reichlich Bier in Plastikbechern balancierend, dazu schallend laute Musik. Auf uns Niederrheiner ist eben Verlass ...

Menschenleere zwischen Büsum und Brunsbüttel

Mittwoch, 24. Mai 2017

Geplant, gesendet, geklappt

Dass ich ein absoluter Navigations- und Routenplanungs-Legastheniker bin, ist ja hinlänglich bekannt. Nun habe ich aber endlich mal Sonjas Tipp aufgenommen und mich bei Komoot angemeldet. Meine Güte, ist das einfach und selbst das Übertragen der Route auf das Garmin ist total easy. So geht Routenplanung. Naja, und so war ich heute mal in Krefeld shoppen. Mit dem Fahrrad ... und ohne Parkplatzprobleme ... äääääh ... die ich in Krefeld ja eigentlich nie habe, denn hinter dem Bahnhof ist ein großer Bezahlparkplatz und da ist immer viel frei und fußläufig zur City ist der auch.

Oh, mir steht die Welt offen, jetzt, wo ich Routenplanung kann. Aber gut, den Weg nach Krefeld kannte ich natürlich schon vorher. War ja auch nur ein Testlauf. Jetzt muss ich nur noch rauskriegen, wie man mit dem Fahrrad Zug fährt ... bzw., wie man überhaupt erst einmal ein Billett zieht und dann, dann steht mir die Welt offen.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Fakten über Funny

Dass ich als Kind in Italien gewohnt hatte, habe ich ja schon öfter erwähnt. Nun ist mir aus dem Nachlass meines Vaters ein Foto von diesem unglaublichen Blick auf die Isola Bella in die Hände gefallen. Aufgenommen ist es tatsächlich von unserer Terrasse aus.

Einmal im Jahr erzählte mein Vater, dass just an diesem - vorzugsweise leicht nebeligen - Abend ein Schiff vorüber fahren würde, mit gestorbenen Passagieren an Bord, die ihre Köpfe unter dem Arm trügen. Das fand ich mega-spannend, konnte aber leider nie etwas entdecken. Klar, tagsüber, die normalen Ausflugsschiffe. Aber nie so etwas spektakuläres, wie ein Schiff mit toten Passagieren, die ihre Köpfe ... und auch keine ersatzweise ausgesendeten Galeeren mit prächtigen Galionsfiguren und angeketteten Strafgefangenen. Aber gut, vielleicht stimmte das ja auch gar nicht und er hat sich das nur ausgedacht, man kann es nicht wissen. Was allerdings stimmt, ist, dass es auf der Nachbarinsel 'Isola Madre', wegen des örtlichen - aber ehemaligen - Friedhofes die "Totenstiege", la scala dei morti, gibt ... aber gut, Köpfe unter dem Arm erscheint mir aus heutiger Sicht dann vielleicht doch etwas weit her geholt.

Mei, war das schön da und ich beneide fast täglich die Leute, die jetzt dort wohnen.

Montag, 15. Mai 2017

Who the f*** is Gustav?

Das Wetter ist herrlich und ich habe so gar keine Lust, mich zu bewegen. Ich mag nicht Fahrrad fahren, nicht mit dem Roller auf Tour gehen und laufen mag ich schon gleich gar nicht. Aber Moment mal, da war doch noch was. Ach ja, richtig, Gustav, die Gummi-Ente könnte mal ausgefahren werden. Au ja, da haben ich Bock drauf. Also fluxx in die Garage, one million bicycles ... man könnte meinen, ich sei in Beijing ... zur Seite geräumt und Gustav aus seinem Exil befreit, sozusagen. Nur, verdammt, wo habe ich denn meinen Helm hin geräumt?

Na gut, dann fahre ich eben mit dem Fahrrad ... muss man sich ja nicht zwingend bei bewegen.

Dienstag, 18. April 2017

Im Schneckentempo an die Ostsee!?

Geahnt hatte ich es schon immer, aber ich glaube, ich muss mich jetzt mal langsam den Tatsachen stellen: Fahrrad fahren ist nicht mein Sport. Ok, es macht Spaß, ist ein netter Zeitvertreib und reinigt die Seele, aber es macht mich fett! 2000 Kilometer bin ich dieses Jahr schon geradelt und habe dabei gute 2 Kilo zugenommen. Der Grund ist der, dass ich derartigen Hunger bekomme und sowohl unterwegs, als auch zu Hause Unmengen an Nahrungsmitteln in mich hinein stopfe, dass es eben über kurz oder lang ansetzt, wohingegen die kurzen, knackigen Einheiten hilfreich sind. Mit dem Roller zum Beispiel.

Wie dem auch sei, in mir reift ein Gedanke, wobei die Ausführung natürlich wieder alles andere als kurz und knackig werden würde und zwar überlege ich, ob es möglich ist, bzw. mir möglich ist, mit dem Roller an die Ostsee zu fahren. Nur: Wie viele Kilometer kann ich an einem Tag zurück legen, wie transportiere ich mein Gepäck usw.? 

Bisher weiß ich, dass ich 14 Kilometer in anderthalb Stunden schaffe und schätze, dass ich täglich vielleicht 40 bis 50 Kilometer rollern könnte und käme somit am ersten Tag eventuell bis nach Wesel. Ok ist ja schon mal was. Bleiben aber immer noch knappe 450 Kilometer. Gut, das wären dann 10 Tage Fahrtzeit plus alle drei Tage einen Tag Pause. Aber was ist mit dem Gepäck? Für 14 Tage braucht man wenigstens eine Garnitur Oberbekleidung zum Wechseln, ein Paar Ersatzschuhe usw. was transportiert werden will. Rucksack fällt aus und ob ich einen Monoporter hinter mir herziehen will, weiß ich nicht, tendiere aber stark zu 'hayır'. Nun gut, da wird sich eine Lösung finden, wenn es soweit ist. Jetzt muss ich erst einmal trainieren, denn sonst schaffe ich das garantiert nicht.