Seiten

Montag, 28. Dezember 2015

Drehwinde

Nachdem ich offensichtlich über die Feiertage mit einer Weihnachtsgans schwanger war, sozusagen, wurde es mal langsam Zeit, sich von selbiger zu entbinden und so radelte ich heute nicht nur eine Stunde im Fitti auf dem Ergometer, sondern fuhr auch nachmittags in die nächste Stadt zum Einkaufen. Macht summasumarum 34 Kilometer für heute. 

Am Niederrhein fährt es sich schön. Also eigentlich müsste es ja heißen: "Am Niederrhein führe es sich schön". Das Radwegenetz ist gut ausgebaut und beschildert, sodass es eine Freude wäre, wenn, ja wenn nicht diese 'Drehwinde' wären. Meine Güte, man hat immer Gegenwind. Es macht gar keinen Sinn, sich auf die nächste Abbiegung oder gar den Rückweg zu freuen. Der Wind kommt immer von vorne. 

Wie dem auch sei, ich habe zu Weihnachten eine Lenkertasche für Travis - mein erstes Gepäckstück für die Fernreise - bekommen und die wollte nun ausprobiert werden. Nicht, dass ich etwas zu transportieren gehabt hätte - ich habe nur Bananen eingekauft - und außer einer Flasche Wasser war nichts drin, trotzdem fühlte es sich auf den ersten Metern etwas komisch an. Ok, nach einr Weile hatte ich mich an das Gewicht am Lenker gewöhnt, aber meine Entscheidung ist gefallen. War ich bisher unschlüssig, ob ich Packtaschen oder einen Anhänger für 'die Reise' nehmen soll, so tendiere ich jetzt doch zu dem Monoporter. Nein, mit zusätzlichem Gewicht am Vorderrad möchte ich nicht fahren müssen, dann lieber das Gepäck hinter mir her ziehen. 

Bevor es aber soweit ist und ich an's Nordkapp ... oder nach Barcelona ... fahre, stehen einige kleinere Projekte auf meinem Trainingsplan. So möchte ich nächstes Jahr den Rheinradweg von Krefeld bis Mainz entlang und dann weiter in den Schwarzwald fahren und vielleicht übernächstes Jahr den Camino de la Costa von Hendaye bis Santiago de Compostela. Aber gut, wir werden sehen ...

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Travis kommt rum

Auf dem Rückweg vom Fitti habe ich heute mal einen anderen Weg nach Hause eingeschlagen und ich war einmal mehr überrascht, wie schön und beschaulich es am Niederrhein ist ... also so links und rechts der Hauptverkehrsadern. Orte, die man als motorisierter Zweiradfahrer nicht zu sehen bekommt, denn der Niederrheiner an sich scheint ein Aufpasser vor dem Herrn zu sein und ich weiß überhaupt nicht, wie sich dieses Völkchen den Ruf einer entspannt-gemütlichen Spezies eingehandelt hat. Manchmal glaube ich sogar, dass hier der Begriff 'chillig' irgendwie in Assoziation mit 'Chilli' gesetzt wird, denn so sind sie: scharf! Scharf, wie ein Wachhund und immer das (Foto-)Handy knipsbereit, wenn man mal - zugegebenermaßen verbotenerweise - links oder rechts in die Landschaft abbiegt. 

Wie dem auch sei, habe ich auf meinem heutigen Streifzug die Burg 'Bocholt' entdeckt, aber Travis fand sich selber interessanter, als einen Burgturm und hat das Foto gebombt, sozusagen. Aber gut, die Burg steht da schon länger und wird wohl auch noch ein Weilchen stehen, sodass ich noch Gelgenheit bekommen werde, ein Foto zu machen ... weil ist ja tatsächlich keine 3 Kilometer von meiner ... jez passens upp, jez küddet ... 'Homebase' entfernt. Wie gesagt, ich staune - verwundert. Aber andersrum ist es doch auch nicht so schlecht, wenn man nach über 20 Jahren Ortsansäßigkeit die Schönheit der Umgebung entdeckt. Okeeeh, vorher hatte ich halt keine Zeit ... hüstel ...

Freitag, 4. Dezember 2015

Warum ich Fahrrad fahren so liebe

Seit einiger Zeit überlege ich, warum ich Fahrrad fahren so liebe und gestern kam mir die Erkenntnis:

Fahrradfahren hat eine gewisse Leichtigkeit. Das ist wie Weißwein statt Cola.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

My little Pocketbike

Heute ist schönstes Motorradwetter und so sattelte ich Nancy und zog eine große Runde. Schön war das, bei herrlich kühlen Temperaturen. Ganz so, wie ich es mag ... also außer, dass man sich so viele Sachen anziehen muss. Aber gut, irgendwas ist ja immer.

Montag, 30. November 2015

Ein Leben in 30 Minuten

Meine Güte, Rad fahren ist unglaublich kommunikativ und so erzählte mir der einzige Mensch, den ich nach dem Weg gefragt habe, sein Leben in 30 Minuten. Ok, wir hätten es in 10 Minuten abhandeln können, hätte er mir nicht alles drei mal erzählt - inklusive, dass er keine Zähne mehr hat - in Ton und Bild!

Ich habe Lust Fahrrad zu fahren und so steige ich bei 30% Regenwahrscheinlichkeit auf meinen Drahtesel und fahre los. Zunächst einmal auf der Nordkanalroute, die man daran erkennt, dass ein bläulicher Streifen einseitig den Fahrbahnrand markiert und auf der ab und zu eine rot-weiß gestreifte Stele steht.


Nach 10 Minuten holen mich die restlichen 70 % Regenwahrschinlichkeit ein und ich ziehe meine Regenhose an. Obenrum bin ich schon wasserdicht bekleidet. Ich folge dem 'Nordkanal-Streifen' und biege irgendwann von der Landstraße in's Feld ab, sozusagen, aber immer der Linie nach, die manchmal die Straßenseite wechselt. Die Strecke ist zudem gut ausgeschildert. Schön ist es hier, idyllisch und nass ...

Plötzlich endet der asphaltierte Weg und ich muss in einem Waldgebiet weiterfahren. Die bläuliche Linie ist nicht mehr auf dem Waldboden aufgemalt, dafür stehen alle paar Meter türkise Pöller in der Landschaft und markieren die Route. Der Weg ist Shice. Uneben, schlammig, voller Reisig und Pfützen. Außerdem geht es bergauf. Ich bin immer wieder überrascht, wie hügelig der platte Niederhein ist. Aber irgendwann ist jede Anhöhe gemeistert und es geht bergab. Also dass, was man hierzulande eben so 'bergab' nennt. Blöd ist jetzt allerdings, dass der Weg so glitschig ist und ich leider auf 18 km/h abbremsen muss. 

Nach einer Weile treffe ich wieder auf befestigten Untergrund in Form einer Landstraße. Ich habe die Wahl in die Niederlande zu radeln, nach Nettetal - also grobe Richtung Heimat - oder zum Krickenbecker See. Zunächst entscheide ich mich für Holland (und damit auch für Pommes), kehre aber kurz vor der Grenze um, weil Runtastic mitläuft und ich keine Lust auf eine Kostenexplosion durch unbedacht eingesetztes Datenvolumen habe. Aber gut, Krickenbecker Seen sind auch ok und nachdem ich einige Beweisfotos geschossen habe, mache ich mich auf dem Heim(um)weg. 

Naja, und da begegnet mir dieser Mann am Wegesrand. Er putzt den Bürgersteig vor seinem Haus und ich mache den Fehler, ihn nach dem Weg zu fragen. Jetzt weiß ich, wo er gearbeitet hat, warum er ein fast abbes Bein hat, dass dafür aber die Versicherung seit unendlich vielen Jahren, welche Summe auch immer - das variiert im Laufe der Wiederholungen - monatlich zahlt, dass er sowohl ein Haus, als auch eine Wohnung besitzt, dafür aber keine Zähne, dass er Karate-Meister ist, wie man Schläge am besten ansetzt, ohne sich selber zu verletzen, dass seine Frau die Beste ist und dass ich, sollte ich überfallen werden, gerne zu ihm kommen könne, um Schutz zu suchen. Heee, geht's noch? Ich trege Helm. Wenn mich ein Meuchelmörder vom Rad zieht, bekomme ich nur eventuell Kopfschmerzen, aber wenn ich mir das hier noch lange, freundlich lächelnd anhöre und an gegebener Stelle in Ah's und Oh's ausbreche - mein Vater pflegte hie und da ein 'hoch interessant' von sich zu geben - bekomme ich garantiert Kopfschmerzen. Ich verabschiede mich - drei mal - und fahre weiter. 

Tja, was soll ich sagen, der Stopp war nutzlos - also außer, dass ich jetzt jede Menge zu schreiben habe - obwohl ich eigentlich in's Fitti will -, denn der Weg, den mir der Einheimische wies, erwies sich als ... nun, sagen wir mal: 'semi' und so radelte ich paralell zu der eben befahrenen Straße, wieder zurück. Aber gut, alle Wege scheinen nach Nettetal zu führen ... wenigstens von da aus, wo ich gerade war. 

Ein kleiner Zwischenstopp beim Fahrradhändler. Der Schaltweg, um auf das große Kettenblatt zu wechsel ist ein wenig lang und so fragte ich, ob man das ändern kann. Konnte man, jetzt klappt es besser. Naja, und bei der Gelegenheit habe ich nach einem noch schnelleren Fahrrad gefragt. Jetzt heißt es sparen.

Freitag, 27. November 2015

Herausforderungen

Früher habe ich immer gesagt, "Bloß nicht zu schnell abnehmen (und wenn es nicht klappt, ist das auch nicht so schlimm), denn dann ist meine Lebensaufgabe beendet", und so ist es auch irgendwie. Ergo, ich brauche eine neue Herausforderung und so brachte mich meine Freundin Sudda auf die Idee, mit der Fahrrad an's Nordkapp zu fahren. Okeeeeeh, sie kam auf die Idee, dass ich mit meinem Roller eine Marathon-Distanz erledigen könnte ... woraus ich direkt eine Reise an's Meer machte ... was kurz darauf von mir - in Ermangelung eines geeigneten, nicht überlaufenem Badeortes an der niederländischen Küste - in eine Tour zum Nordkapp abgewandelt wurde. Das hat Style!

So weit, so gut. Der Plan sieht vor, dass ich zunächst einmal ordentlich Kilometer auf dem Fahrrad absolvieren muss ... also nachdem ich diverse Literatur gelesen habe ... um dann vielleicht übernächstes Jahr zu starten. Ich trainiere fleißig. Auf dem Fahrrad oder auf dem Ergometer im Fitnessstudio ... und wenn ich so richtig keine Lust habe, das Haus zu verlassen, steht ein Hometrainer im Wohnzimmer vor dem Fernseher. 

Eine Route steht noch nicht fest und es ist auch noch nicht klar, wo ich überhaupt starten werde. Kiel, klar, aber ich habe mich noch nicht festgelegt, ob es Oslo oder Göteborg wird. Aber macht ja auch eigentlich nichts, die Fähren liegen nebeneinander. Mal gucken, wo ein Plätzchen für mich frei ist ... also wenn es soweit ist ... und vielleicht wird das Ziel ja auch ein ganz anderes. Wer weiß das schon bei Funny.


Mein Fortschrittsanzeiger geht allerdings von Göteborg aus - aber nur, weil ich diese Karte grad zur Hand hatte, die nun an der Wand klebt und von Zeit zu Zeit gefüttert wird, sozusagen. Im Moment bin ich kurz hinter Kopparberg ... äääh ... wäre ich kurz hinter Kopparberg - fehlen also nur noch schlappe 2000 Kilometer.

Dienstag, 24. November 2015

Wunderliche Dinge geschehen.

Naja, und das muss ich natürlich direkt in die Welt hinaus posaunen, so begeistert bin ich. Ich habe Handknochen. Fühl- und sichtbare Handknochen. Wie Spinnenbeine. Und weil ich grad so begeistert bin, habe ich auch direkt mal versucht, mit Daumen und Zeigefinger um mein Handgelenk zu greifen. Und? GEHT!!! 

Also fast. Aber ich habe echt kleine Hände - grad mal Größe S - und demzufolge auch relativ kurze Finger. Da setzt die Bedeutung "eine Handvoll" gleich ganz andere - minimalistischere - Maßstäbe. Trotzdem bin ich begeistert. Das Leben kann so schön sein. So mit 40 Kilo weniger auf der Waage. 

Ach so: Juchhuuuu ...

Donnerstag, 19. November 2015

Funny steigt um

Mittlerweile habe ich meine Leidenschaft für das Fahrradfahren entdeckt und so verbringe ich viel Zeit im Sattel. Sei es, um zielgerichtet irgendwo hin zu kommen oder einfach nur, um spazieren zu fahren. Mein momentanes sportliches Ziel ist es, in einem Jahr 10.000 km auf dem Rad zurück zu legen. 280 davon habe ich in den letzten zwei Wochen schon geschafft. Ok, ist jetzt noch nicht so die Menge, aber ich finde, dass es doch schon ganz ordentlich ist. Dumm ist jetzt natürlich, dass mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, aber das werde ich auf diversen Deutschlandtouren wieder aufholen. Dabei darf ich mich dann aber nicht davon verleiten lassen, auf dem Rheinradweg ab Köln einfach mit dem Schiff bis Mainz zu reisen, denn sonst kriege ich die Kilometer nie zusammen. Vielleicht sieht man sich ja mal. Ach ja, darf ich vorstellen: My Kogamiyata Traveller, genannt 'Travis' - eine wahre Rennmaschine, mit der ich locker auf eine Geschwindigkeit von 30 km/h komme.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

My 501

... und wer steckt drin? ICH!

Freitag, 25. September 2015

Wie alles begann

1979. Ich war gerade 16 Jahre alt geworden und hatte ein Jahr Mofapraxis hinter mir. Der Freund meiner Schwester fuhr damals eine Puch Monza und das fand ich richtig cool. Cool fand ich natürlich auch seine Puch Cobra, aber ich wollte lieber schnell fahren, sozusagen. Ergo, der Führerschein musste her. Klasse 4 für Kleinkrafträder mit 50 ccm bei unbegrenzter Geschwindigkeit. Soll heißen, die Dinger durften so schnell rasen, wie sie konnten. Meine konnte 120 km/h. Ohne Helmpflicht, wohlgemerkt. 

Wie dem auch sei, ich wollte auch und so ging ich ein paar mal zur Fahrschule und bestand die theoretische Prüfung nach einer durchgebüffelten Nacht ( inklusive Schule schwänzen) fehlerfrei und hatte den Lappen in der Tasche. Praktische Prüfung gab es damals noch nicht für Mokicks und Kleinkrafträder und mit einem Mofa durfte man fahren, wenn man das entsprechende Alter erreicht hatte. 

Tja, nun war der Führerschein da, aber noch kein Bike und so stiefelte ich mit meinem Vater zu einem Fahrradhändler, der eine gebrauchte Yamaha RD 50 feil bot und die im weiteren Verlauf einen Käufer fand. Mich! 

Es waren Sommerferien und ich war viel mit Fiona (✝), der besten Freundin meiner Schwester unterwegs. So auch am Abholtag. Sie wollte unbedingt mit kommen. Wir gingen also zu besagtem Fahrradhändler, um die Yamaha nach Hause zu holen. Dumm war jetzt nur, dass ich bis dahin noch nie mit einem Mopped gefahren war. Fiona konnte und durfte es in Ermangelung des passenden Führerscheines auch nicht und so verbrachten wir gute anderthalb Stunden auf dem Hof und versuchten, von dort weg zu kommen. Weil es ja so warm war, hatte ich keine Handschuhe an und die Kupplung - für die ich ja auch noch kein Gefühl hatte - rutschte mir ständig aus der Hand ... ääääh ... also, wenn ich sie denn mal langsam genug kommen ließ. Aber irgendwann, die Mechaniler waren längst an ihren Arbeitsplatz zurück gekehrt, - vielleicht weil jeder Tipp gegeben war, vielleicht weil es langweilig wurde, oder vielleicht auch nur, weil die Arbeit erledigt werden musste - klappte es dann. 

In Marburg gab es eine Ampel, die per Kontaktplatte funktionierte. Leider funktionierte sie nicht bei Motorrädern und die Rotphase dauerte immer genau so lange, bis von hinten ein Auto kam und das Motorrad so weit vor fuhr, dass das Auto den Kontakt auslösen konnte. Zudem war die Grünphase extrem kurz. Ok, nicht weiter schlimm, Autos kommen immer. Aber leider nicht an dieser Einmündung. Und ... genau ... die Kupplung ... usw. Es dauerte endlos, bis wir zu Hause waren. Ich war so genervt und auch entmutigt, dass ich das Moped in die Garage stellte und beschloss, nie wieder damit zu fahren. Meine Güte, war das peinlich. Fiona bestand übigens nicht darauf, noch nach Hause gebracht zu werden. Sie lief den Rest des Weges.

So, könnte man denken, das war es dann mit meiner Biker-Karriere. Aber war es nicht. Am nächsten Tag zog ich mir Handschuhe an und siehe da, es klappte. In den ersten Wochen habe ich Unmengen an Rückspiegeln gebraucht, weil mir die Yamaha relativ oft umkippte. Aber irgendwann habe ich dann welche gekauft, die aus Kuntstoff gefertigt waren und einen Umfaller verkraften konnten. 

Naja, und dann war da noch die Sache mit dem richtigen Sturz. Das war in den ersten zwei Wochen, die ich das Kleinkraftrad besaß. Ich wollte auf die Stadtautobahn fahren. Es nieselte leicht und ich rauschte die Auffahrt entlang. In der Kurve merkte ich, dass ich nicht rum komme, gab ein wenig mehr Gas und ging weiter in die Schräglage. Hier lernte ich dann ziemlich schnell, dass nasse Markierungsstreifen rutschig sind - learning by falling, sozusagen. Das Hinterrad schmierte weg und Bike samt Funny schlitterten einmal über die komplette Autobahnbreite. Das Mopped landete im Grünstreifen, Funny landete auf der Überholspur und irgend etwas blieb auf der rechten Spur liegen. Was das war, weiß ich nicht mehr. Ein Handschuh lag in der Auffahrt. Auf einem Schmierfilm rutscht man nicht nur leicht weg, man gleitet auch wunderbar darauf und so hatte ich - bis auf einen kleiner unbedeutenden Schrapper am rechten Knöchel (Turnschuhe sind eben keine Motorradstiefel) - nichts ab bekommen. Ich stand seelenruhig auf, holte meine Yamaha aus der Botanik, sammelte den Rest meiner Klamottage auf und warf einen zufälligen Blick nach hinten ... also genauer gesagt auf den Stau, der sich hinter mir gebildet hatte. In der Fahrschule hatte ich gelernt, dass es auf der Autobahn nur eine Richtung gibt und die ist nicht zurück. Also schwang ich mich auf mein Bike und fuhr gemütlich weiter. 

Die Sache mit dem LKW ist dann wohl zwei Jahre später mit der XL passiert und gehört somit nicht in dieses Posting. Aber ein paar Monate danach bin ich dann ruhiger geworden ... bzw. eine Weile nicht mehr gefahren.

Dienstag, 25. August 2015

Fundstück der (letzten) Woche

Männeken Frites 2014 - Raeren/Belgien kurz hinter der Grenze

Montag, 24. August 2015

Im Krancafé in Leverkusen

Ich sitze auf der Terrasse des Kran-Cafés und schaue dem Treiben auf dem Rhein zu, während ich auf SonjaM warte, mit der ich heute hier verabredet bin. Pünktlich um zwei Uhr nachmittags läuft sie schnurstracks an mir vorbei. Ich springe auf und mache erfolgreich auf mich aufmerksam. Erst jetzt erkennt sie mich - obwohl wir uns vor ein paar Monaten schon einmal gesehen haben - und begrüßt mich mit den Worten:

"Wie soll man dich denn noch erkennen?"

Oder so ähnlich. Ich freue mich, sie zu sehen und ich freue mich über dieses Kompliment, denn ich hatte tatsächlich bei unserer letzten Begegnung Anfang April noch knappe 20 Kilo mehr im Gepäck, was sie also offensichtlich bemerkt hat. Nein, Spaß bei Seite, ich sehe mittlerweile schon sehr anders aus. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und plaudern und plaudern und holen Getränke ... 

Das Kran-Café in Leverkusen-Hitdorf  ist ein kleiner Biergarten im Hafen und es gibt eigentlich nur das Außengelände mit einigen kleinen Tischen und zwei Strandkörben zum Verweilen. Hier herrscht Selbstbedienung und der durstige Gast muss eine schmale Treppe hinauf in die Kabine des Kranes hinauf steigen, um zum Ausschank zu gelangen. Ich bin überrascht, als ich das Innere des Kranes betrete. Eine winzige Location, urig gemütlich eingerichtet, alles in Holz gehalten. Es erinnert mich an eine Gartenlaube oder eine Hütte in den Bergen. Es gibt einen Tresen und einen nicht-hölzernen Kühlschrank, aus dem man sich sein geordertes Getränk nehmen kann, viel mehr Platz ist hier nicht. 

Sonja und ich unterhalten uns über dies und das. Über Pläne und Ernährung, über Erlebtes und Gelebtes und über alles Mögliche außerdem. Beim Thema Ernährung geht es unter anderem natürlich auch um Ernährung auf Reisen und ich gebe zu, dass das tatsächlich noch ein Problem für mich darstellt und ich das noch lernen, bzw. gelassener sehen muss. Aber wie bald ich das schon anwenden musste, konnte ich da noch nicht wissen. 

Mein Mittagessen hatte ich während der Fahrt und einen Nachmittagssnack hatte ich dabei. Ich dachte, dass ich spätestens um sieben Uhr wieder zu Hause bin. Zeit genug also, das Abendessen dort einzunehmen. Aber Pustekuchen. Es ging langsam auf halb neun zu, als wir uns nach einem kurzweiligen ... naja, Nachmittag kann man das nicht mehr nennen, eher: "als wir uns nach einer kurzweilig verbrachten Tageshälfte" trennten. Ich rechnete schnell nach, wann genau ich wieder etwas essen muss und kam zu dem Schluss, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen würde, aber egal. Allerdings hätte ich etwas aus dem Kran-Café mitnehmen können, aber daran hatte ich nicht gedacht und so machte ich mich leicht nervös auf den Heimweg. An der nächsten Tanke hielt ich an, um ein belegtes Brötchen o. ä. zu kaufen, aber die hatten außer Süßkram oder Chips nichts Essbares mehr da und so fuhr ich weiter. Irgendwann, - meine Zeit war schon um eine gute viertel Stunde überschritten und mir wurde leicht flau im Magen, - steuerte ich den nächsten Rasthof an und kaufte ein Wüsrtchen, dass ich noch an Ort und Stelle verschlang, sozusagen. So etwas ist mir selbst in meinen verfressensten Zeiten noch nie passiert und so gut, wie das mit meiner neuen Ernährungsweise klappt, ich werde panisch, wenn ich die Zeit nicht einhalten kann. Daran muss ich noch arbeiten - oder einfach einen zusätzlichen Müsliriegel in meine Handtasche stecken ... Handtasche!? Ääähhh ... Also einen zusätzlichen Müsliriegel irgendwo unterbringen. 

Das Kran-Café in Leverkusen? Hier kann man gut hingehen ... wenn das Wetter schön ist. Denn sonst ist es geschlossen.

Freitag, 21. August 2015

Zu Gast bei Freunden - Camping Wesertal

Puh, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen. Mir ist heiß und ich bin völlig erledigt als mein Zelt endlich steht. Krumm und schief, aber es steht. Wo es steht? Ach so ... na, da!


In der letzten Zeit habe ich mich ja nun hauptsächlich um die Eigenfettverbrennung gekümmert und das Motorradfahren eher vernachlässigt. Grund genug also, die Gepäckrolle zu packen und eine kleine Spritztour mit Übernachtung zu machen. Nur ein Zelt, ein Motorrad und eine Funny. Ziel sollte das bezaubernde Wesercamp kurz hinter dem belgischen Eupen sein, wo ich - damals mit noch 14 Kilos mehr auf den Rippen - vor einer Weile zusammen mit Svenja war und wo es uns beiden ausnehmend gut gefallen hat. 

Tagelang kontrollierte ich die WetterApp und dann war die Gelegenheit da. Sonne, Sonne, Sonne. Weil ich mich aber zu gut kenne, schrieb ich vorsichtshalber eine Mail, in der ich um die Reservierung für mein Zelt bat. Jetzt gab es kein zurück mehr. Keine Bauchschmerzen, Kopfschmerzen (doch, die gab es, aber das konnte ich da ja noch nicht wissen), Kreislaufbeschwerden oder sonstige Ausreden, jetzt war das fix. 

Tag X. Ich habe Kopfschmerzen. Nein, echt jetzt. Irgendwie hatte ich eine fies verspannte Stelle am Nacken, die mich nächtens wach hielt. Das hatte ich ja schon lange nicht mehr. Ausgerechnet heute. Das glaubt mir kein Mensch. Aber gut, es nützte ja eh nichts, ich hatte mich im Wesercamp angemeldet und musste da nun durch. Das war mein Anspruch. Und vor allem: eine Frau, ein Wort. Absagen gilt nicht. 

Wie dem auch sei, ich holte Nancy aus der Garage und sattelte auf. Ich wollte den direkten Weg durch Aachen und war ziemlich froh, dass Ol' Tom das auch wollte. Manchmal glaube ich, dass das Navi lernfähig ist, denn ich wurde nicht durch mein ungeliebtes Dülken geleitet, denn es ging direkt und ohne zu murren über Boisheim und Dillkrath, Richtung Wegberg, um Erkelenz herum auf die B57 nach Aachen und durch Aachen hindurch. Aber vielleicht habe ich ja bei der Abfahrt auch nicht auf das Display geguckt und habe meine bevorzugte Strecke eingeschlagen und Tom-Boy hat ergeben neu gerechnet. Kann ja auch sein. Durch Aachen kann man übrigens ganz gut fahren, wenn man das stumme Navi im Auge behält ... oder einfach auf die entsprechenden Wegweiser nach Eupen achtet.

Eupen ... hmmpppffff ... trotz Ol' Tom habe ich mich mindestens drei mal verfahren. Okeeeh, es lag nicht an ihm, es lag an der Sonne, die frecherweise das Display das eine oder andere Mal in Dunkelheit hüllte - und zwar ausgerechnet an den kniffeligen Stellen. Aber irgendwann konnte ich den Blinker links setzen und von der 'Rue de 'l invasion' auf das Gelände des Wesercamps, dass ja eigentlich 'Camping Wesertal' heißt, einbiegen. 


Vor der Amneldung sitzt Claudia, eine der beiden Betreiberinnen des Platzes und ich habe den Eindruck, dass sie auf mich gewartet hat. Vermutlich hat sie aber nur im Schatten gesessen und sich ein bisschen ausgeruht. Ich bin ja kein Promi. Sie kommt auf mich zu, noch bevor ich Nancy abgestellt habe und begrüßt mich herzlich. Ich freue mich, sie zu sehen und wir kommen in's Plaudern. Hier habe ich tatsächlich das Gefühl, dass ich zu Gast bei Freunden bin. Claudia zeigt mir den perfekten Platz für mein Zelt, meine Nancy und für mich. Nahe am Waschhaus, durch eine Koniferen-Hecke etwas geschützt und, was ganz wichtig ist, ein Stellplatz für die Honda, die nicht auf der Wiese stehen kann, ohne einzusinken. 


Puuuh, mir ist warm. Ich liege in meinem Zelt und schwitze meine Therm-a-Rest nass. Aber es nützt ja alles nichts, ich muss noch einmal nach Eupen zu Carrefour, um mich mit Lebensmitten einzudecken. Zum Kochen, bzw. auf eine warme Mahlzeit habe ich keine Lust und so kaufe ich - neben ca. 5 Litern Wasser und einem Liter Orangensaft - zwei Brötchen, ein paar Tomaten, ein Joghurt und etwas Käse. Und außerdem, ich bin auf Diät. 


Als ich den Parkplatz des Supermarktes wieder verlasse, sehe ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen 'Woopy Snack', über den ich mal gelesen habe, dass es hier die besten belgischen Pommes geben soll. Nun, der Imbiss liegt im Schatten, aber selbst der kann mich nicht in Versuchung führen, hier einzukehren und so werde ich jedenfalls nicht heute erfahren, ob diese Kritik stimmt. Außerdem wird mein Joghurt warm ... 

Nachdem ich wieder am Platz bin, hänge ich meine Motorradbekleidung zum Ausdampfen über Nancy und suche für das Joghurt, den Saft und mich ein schattiges Plätzchen. Großzügigerweise darf Özlem später den Deckel ablecken ... 

Morgen ist Markt in der Eupener Oberstadt. Eigentlich möchte ich da hin. Aber im Moment bin ich nur müde und freue mich auf mein Kuschelbett in meinem Zelt, dass sich heute mal den Spaß erlaubt, sich als Sauna zu präsentieren. Ich bin versucht, das Außenzelt wieder abzubauen aber ich bin viel zu faul und schläfrig. Außerdem brauche ich mir über morgen noch keine Gedanken zu machen. Meine Güte, ist das warm ... Das Thermometer im Carrefour Market - falls es eines war - hat allerdings nur 26°C angezeigt. Aber vielleicht hat das ja auch einen Clown gefrühstückt. 

Es ist fünf Uhr. In zwei Stunden gibt es Abendessen. Ich glaube, ich lege mich so lange was hin ... 


Zwei Stunden später: Nun, am Ende eines ereignissreichen Tages mit Motoorad und Zelt, darf natürlich das obligatorische Entrecôte nicht fehlen. Entrecôte? ...


Aber seht selbst, wie es statt dessen zu einem Käsebrot kam:


Was ich übrigens auch ganz klasse auf dem Camping-Platz finde, aber erst später bemerke, ist das 'Foodsharing'. Im Wintergarten / in der Teeküche steht eine Box, in die man seine überflüssigen Lebensmittel legen kann, die man nicht mit nach Hause nehmen möchte und die anderen Camper können sich nehmen, was sie brauchen.


Camping Wesertal ist ein Platz, an dem man merkt, dass sich Gedanken gemacht wurden und werden und auch versucht wird, diese nach Möglichkeit umzusetzen. Ein Ort, zum Wohlfühlen. Wer übrigens 'Eupen' in sein Navi eingibt, der wird die 'Rue de l' invasion' nicht finden, denn die ist in Baelen-Membach. 

Also, die korrekte Adresse lautet: Rue de l' invasion 68, 4837 Baelen-Membach. 

In diesem Sinne, man sieht sich.

Montag, 6. Juli 2015

R.I.P kleine Kalix

Um es mal vorweg zu nehmen, dem Benjamin geht es zum Glück gut. Er hat bis auf einen riesigen blauen Fleck - den er sich zuzog, als er mit dem Bein auf die Bordsteinkante geknallt ist, nichts abbekommen. Nicht so gut geht es derweil der kleinen Enduro, die nur noch ein Schrotthaufen ist und wie es dem Unfallflüchtigen geht, wissen wir leider nicht.

Tja, was war passiert? Letzten Donnerstag fuhr Lil' Ben nach Feierabend hinter einem langsam dahin zockelnden Auto her und als er es gerade überholen wollte, bremste der Fahrer abrupt und scharf und bog im gleichen Atemzug ohne zu blinken nach links ab. Lil' Ben fuhr auf und flog über den Lenker auf die Straße. Der Unfallgegner stoppte kurz und als Lil' Ben wieder stand, gab er Gas und verschwand auf nimmer Wiedersehen. Dumm an der Sache ist, dass der Benjamin die Autonummer nicht kennt. O-Ton: "Im Fliegen liest es sich so schlecht!" Das einzige, was er weiß, ist, dass es eine dunkle Ford Escort Limousine - grau oder schwarz - mit Viersener Kennzeichen war, die jetzt eine Beule mittig in der hinteren Stoßstange haben muss. Außerdem weiß er jetzt, wie sich Laufen anfühlt ...

Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum der Fahrer abgehauen ist. Immerhin wäre wohl Lil' Ben nach allgemeiner Rechtsauffassung als Auffahrer der Schuldige gewesen. Aber gut, vielleicht hatte der Typ ja keinen Führerschein ... Müsig, darüber nachzudenken, es nützt ja alles nichts. Aber ich bin sicher, dass Lil' Ben den Knaller über kurz oder lang finden wird, denn man sieht sich immer zweimal im Leben, oder so ... und er ist wild entschlossen. 

Mittwoch, 17. Juni 2015

Zwei klettern zur Loreley

Nun, mittlerweile ist es Donnerstag geworden und wir wollen zur Loreley fahren. Weil aber Feiertag ist, brechen wir recht früh auf, in der Hoffnung, dass es nicht zu voll sein wird. Ich gebe eine ungefähre Adresse in's Navi und wir fahren los, zunächst in Richtung Norden. 

Wir nehmen den Hunsrücker Höhenweg, von dem ich eine recht romantische Vorstellung habe, inklusive des Räuber Hotzenplotzes, der - bewaffnet mit seiner Pfefferpistole - aus dem Gebüsch hoppst und energisch-engagiert eine Ladung Würstchen mit Sauerkraut einfordert. Gut, ich werde jäh enttäuscht, denn der Hunsrücker Höhenweg ist eine gut ausgebaute mehrspurige Bundesstraße, dafür ist aber die Anfahrt bis dahin recht anspruchsvoll ... dass das aber in Wirklichkeit ziemlich unspektakulär ist und nur das WarmUp sein wird, kann ich jetzt noch nicht ahnen.

Wir fahren an ungezählten Burgen vorbei, die an den Hängen kleben, wir fahren u. a. durch Lahnstein, wo die Ente frisches Lebenselixier erhält. Mit Nancy muss ich noch lange nicht tanken, sie hat ungefähr die doppelte Reichweite, wie die GS und BTW hat sie mal gerade 2,9 Liter auf 100 km gebraucht. 

Wie dem auch sei, komme ich an der Tanke mit einem älteren Herrn in's Gespräch, der mich fragt, ob wir unterwegs zum Harley-Treffen in Rüdesheim wären, was ich freundlich verneine. Allerdings wunderte ich auf dem Rückweg nicht über die Massen - und ich meine tatsächlich Massen - an Harley-Gruppen, die uns entgegen kamen.

Gut, weiter geht es, aber da ich ja keine richtige Adresse eingegeben hatte, sondern mit "Rheinblick" vorlieb nahm, kamen wir an eine Straße mit richtig fiesen Serpentinen und nicht nur einmal kam ich dem Abgrund millimeternah. Zum Glück war kein Verkehr, denn sonst wäre es vermutlich noch haariger geworden. Memo an mich: Kurventraining buchen!

Irgendwann war aber auch das serpentieren gemeistert und wir kamen wohlbehalten an der Loreley an, wo ich mir einen exponierten Parkplatz für Nancy sicherte. Der Entenbiker machte den Fehler und sortierte sich irgendwo weiter oben ein, wo er später ziemlich eingekeilt wurde und arge Schwierigkeiten hatte, Gustav aus dem Gewusel zu befreien.


Zur Loreley geht es über eine steile Treppe und ich schimpfte vor mich hin. Welche kriminelle Energie muss eine einzelne Sirene haben, um jeden Tag da hoch zu kraxeln und sich singenderweise die Haare bürstet, nur um die Schiffer in den Tod zu treiben. Und während ich so vor mich hin schimpfte, hoffte ich inständig für Madame, dass sie mal richtig gut singen kann, denn sonst ... Ich stieß einen neuerlichen Fluch aus ...


Irgendwann gehen jeder Funny mal die Schimpfwörter aus und irgendwann ist auch mal jede Treppe erklommen und so kamen wir leicht außer Atem oben an. Der Anstieg hat sich gelohnt, denn der Blick, der sich uns bot, war grandios ... und was tut man nicht alles für ein Beweisfoto ... auch wenn es mit einer schicken Helmfrisur ist. Aber noch mal zum Parkplatz zu latschen und wieder rauf auf den Felsen, nur um die Bürste zu holen und sich die Haare kämmen? No way! Und überhaupt, ich bin doch nicht die Loreley!

Samstag, 13. Juni 2015

Begrifflichkeiten

Funny: "Duuuuuuu_huuuuuu, Schaaaaaatzi ... *kicher* ... nur Kombis sind doch Kraftfahrzeuge mit einem größeren Ladevolumen, oder?"

EB: "Hmpfffff!"

Samstag, 6. Juni 2015

Zwei fahren an die Mosel

Ok, genau genommen fahren drei an die Mosel, denn Özlem ist auch dabei. Aber gut, irgendwas ist ja immer und so ergeben wir uns seufzend in unser Schicksal. 

Mein erster Blick des Tages fällt wie immer - zwangsläufig - aus dem Schlafzimmerfenster und dafür, dass herrlichster Sonnenschein angesagt ist, ist es recht feucht. Aber gut, vielleicht schwitzt der Planet ja auch nur. Ich schwinge mich aus dem Bett - wie immer mit dem linken Fuß zu erst - und begebe mich erst einmal in's Bad, um eine letzte heimische Dusche zu nehmen. Boah, ich hasse fremde Sanitäranlagen und deren Benutzung. Aber gut, watt mutt, datt mutt ... aber darüber kann ich mir ja dann morgen Gedanken machen. 

Meine Gepäckrolle habe ich gestern schon so weit gepackt und muss nur noch meinen Kamm einstecken. Der Entenbiker hat mir netterweise einen seiner Koffer angeboten, aber irgendwie ist mir die Rolle lieber. Außerdem wiegt der leere Koffer (was mir allerdings egal sein kann) schon genau so viel, wie mein komplettes Gepäck zusammen und ich habe den Eindruck, dass auch nicht alles hinein passen würde. Aber gut, er liebt sein Gepäcksystem und ich liebe meines. 


Schnell sind die Bikes aus der Garage geholt und beladen. Lil' Ben kommt vorbei, um uns bis zur B509 zu winken und schon sind wir weg ... also nachdem wir gedreht haben, denn es geht in die andere Richtung. Mosel, wir kommen ... so in viereinhalb Stunden.

Zunächst einmal fahren wir dem Rheinland entgegen, ungefähr die gleiche Route, die ich vor Kurzem mit Svenja genommen hatte. Alles verläuft reibungslos und so ziehen wir unserer Wege. Wir kommen durch hübsche Orte mit lustigen Namen, z. B. Frauwüllesheim, aber als ich einen Wegweiser nach Wichterich erblicke, ist es vorbei mit meiner Contenance und ich brülle "Wichterich, dass ist der Ort aus dem Herr Richtig-Wichtig kommt" in meinen Helm und ich lache mich halb schlapp. Aber gut ... 

In der Ferne reißen die Wolken auf und Fetzen eines strahlend blauen Himmels kommen zum Vorschein, aber noch ist es ungemütlich windig. Es ist windig am Niederrhein, es ist windig im Rheinland ... uns als wir vom Kreis Düren in den Rhein-Sieg-Kreis wechseln, zerrt der Wind unglaublich an meinen Klamotten und ich muss schon ein wenig arbeiten, um Nancy, die normalerweise unter der Wetterkante hindurch flutscht, auf Spur zu halten ... es ist windig in der Eifel und als ich so vor mich hin sinniere, steht wie aus dem nichts, mitten auf der Kreuzung sozusagen ein Gasthaus ... 


Ok, Nomen est Omen, wie wir Lateiner zu sagen pflegen und so steuern wir auf den Parkplatz. Das Lokal entpuppt sich als leider heute geschlossener Bikertreff, was mir allerdings ganz recht ist. Ich will ja eigentlich nur dieses passende Foto. In dem Moment, als ich meine Kamera wieder einstecke, kommt der Betreiber, bzw. ein Mann, den ich für den Betreiber halte, mit seinem Lieferwagen vorgefahren und erklärt uns, dass montags und dienstags leider zu sei und ich verspreche, dass wir auf der Rückreise noch einmal rein schauen. Okeeeeh, zu dem Zeitpunkt kann ich ja nicht wissen, dass Ol' Tom andere Pläne für uns hat und wir nicht mehr hier vorbei kommen werden. 

Langsam hat sich die Umgebung verändert. Es ist hügeliger und kurvenreicher geworden, wobei die Kurven allerdings noch moderat sind. Ich fühle mich in meine Jugend versetzt, denn als Marburger 'Kind' habe ich in genau solch einer Landschaft fahren gelernt.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass "die Ferne" einfach nicht näher kommen will, denn die Wolkendecke ist immer noch dicht mit vereinzelten Blaudurchblicken und erst kurz vor unserem Ziel klart der Himmel auf. Naja, gut, ein paar Wolken sind immer noch da, aber das kann ja nur besser werden ... also hoffe ich mal.


So, ein paar Ortschaften noch und "Sie haben Ihr Ziel erreicht", die Ferienwohnung "Moselstausee" in Oberfell. Wir sind bis hierher 220 km in ungefähr 4 3/4 Stunden gefahren. Wir haben zwei Pausen gemacht, einen Tankstopp eingelegt und unzählige Mal angehalten, um ein paar Fotos zu machen.  

Ach ja, herzlich Willkommen im Land der grüßenden Biker.

Sonntag, 17. Mai 2015

Hobbit's Home

Immer mal wieder komme ich auf meiner Rheinland-Runde an dieser Immobilie in Hottorf vorbei und jedes Mal frage ich mich, was es wohl damit auf sich hat. Aber irgendwie habe ich immer verpasst, anzuhalten und ein Foto zu machen. Diesmal aber war Svenja dabei und die Tür offen. Also die Gelegenheit, sich in Sicherheit zu wiegen eben anzuhalten und die Trophäe einzusammeln, sozusagen. Zunächst wollte ich am gegenüberliegenden Haus klingeln und fragen, aber Svenjas geschulter Blick erfasste sofort, dass niemand zu Hause ist und so ermunterte sie mich freundlich ("Boah, du bist so ein Baby), einfach mal durch den Spalt in's Innere zu schauen, was ich auch irgendwann ("Baby, Baby, Baby!") recht zögerlich tat. Ok, nichts zu sehen, außer einem Gemäuer ... Auf die Idee übrigens, dass man einfach mal die Tür aufstoßen und ein paar Schritte in das Gewölbe hinein gehen könnte, bin ich erst Tage später gekommen, ich Baby, ich.

Montag, 11. Mai 2015

Abschied in Belgien

Als Svenja ihren Kopf aus dem Zelt streckt, geben die Wolken noch einmal ihr Bestes und schütten kübelweise Wasser über uns aus. Svenja eilt zum Waschhaus und ich ziehe meine Regenkombi über, weil wir uns gleich im Wintergarten treffen wollen, um die Regenfront abzuwarten. Aber allzulange brauchen wir nicht auszuharren, denn zwischen den Wolken blitzen schon einige blaue Stellen hindurch und tatsächlich, ein paar Minuten später lässt der Regen so weit nach, sodass wir unser Lager abbrechen können. Allerdings klingeln wir erst noch Birgit, die zweite der beiden Platzbetreiberinnen aus dem Bett, die uns leicht grummeld darauf hin weist, dass es noch keine acht Uhr ist und die Anmeldung eigentlich noch geschlossen ist. Aber sie ist schnell wieder besänftigt und wir unterhalten uns noch ein Weilchen. U. a. auch darüber, dass wir leider keine Uhr dabei haben und die Handies ausgeschaltet sind. Sorry nochmal, ihr Beiden.

Während Svenja ihr Zelt ordentlich abtrocknet und sorgfältig im dafür vorgesehenen Sack verstaut, rupfe ich kurzerhand die Zeltnägel aus dem Boden und lasse alles in sich zusammen fallen. Danach stopfe ich das nasse Teil einfach so, wie es ist, in den Beutel. Zum Glück ist Svenja so beschäfftigt, dass sie das nicht sieht. Also ich hoffe mal, dass sie so beschäftigt ist, dass sie das nicht gesehen hat.

Wie dem auch sei, wir beladen die Bikes, machen schnell noch ein paar Aufbruchsfotos und verabschieden uns kurz, aber herzlich von einander. Ab jetzt zieht jede ihrer eigenen Wege. Ich nehme diesmal den direkten Weg über Aachen nach Hause, ohne noch einmal die sog. Himmelsleiter zu erklimmen. Eine recht unspektakuläre Route, aber in Aachen ist die B 57 für ungefähr 3 Meter 80 gesperrt und so komme ich in den Genuss einer ungeplanten Stadtrundfahrt, die mich auch an der Kirche, in der meine älteste Nichte getauft wurde, vorbei führt. Allerdings habe ich gerade keine Muse für ein sakrales Foto und so lasse ich die Kirche links liegen und folge genau so brav, wie ich am Vortag Svenja gefolgt bin, den Umleitungsschildern. 

Seit Belgien sind die Straßen unglaublich nass, aber die Schleusen sind zum Glück geschlossen und so fahre ich eingeklemmt zwischen Regen und Sturmfront vor mich hin und komme nach guten zwei Stunden trockenen Fußes zu Hause an. Ich stelle Nancy vor der Tür ab, lasse Gepäck Gepäck sein und werfe mich auf's Sofa, wo ich für die nächsten zwei Stunden in einen komatösen Schlaf falle. Ok, ich habe mir vorher noch die Schuhe und die Jacke ausgezogen.

Tja, was soll ich sagen, das war eine schöne "Reise. Svenja ist eine wirklich tolle Biker-Buddy_line. Die beste, die ich mir vorstellen kann. Immer rücksichtsvoll und niemals langweilig. Hoffentlich machen wir das mal wieder. Aber machen wir, oder!?

Freitag, 8. Mai 2015

Camping Wesertal

Ich glaube, dass in dieser Region Belgiens französisch gesprochen wird und bringe Svenja gerade bei, dass "salut salaud" (=> salüh saloh) zwar hübsch klingt, aber nicht "Halli Hallo" bedeutet und "une putain" kein halbes Hähnchen ist, als eine Frau auf uns zu kommt. Sie stellt sich als Claudia vor und ist eine der beiden Platzbetreiberinnen. Wir checken ein und dann zeigt sie uns den kleinen, aber feinen Platz, der ganz nach meinem Geschmack ist. Man kann sein Zelt sowohl auf einer der Wiesen, als auch im angrenzenden Wäldchen am Ufer der Weser aufschlagen, aber wir entscheiden uns für ein kleines Areal nahe des Waschhauses.

Schnell (Svenja) und weniger schnell (Funny) sind die Zelte aufgebaut, was mir ehrlich gesagt den Rest gibt. Ich bin völlig erledigt und es ist echt warm. Meine Klamotten sind klatschenass geschwitzt und sobald meine Ankleide steht, ziehe ich mich um. Svenja schlägt vor, über den Platz zu schlendern und dabei ein paar Fotos zu schießen, was wir auch machen. Es ist wirklich schön hier. Die Weser - die nicht unsere Weser ist - plätschert lustig in ihrem Bett, aber ansonsten ist alles ruhig. Ein paar Meter weiter schlägt eine fünfköpfige Familie ihr Lager auf, aber auch davon bekommt man nicht viel mit. Mir erscheint alles irgendwie so surreal, so fernab vom normalen Leben. Aber ist es ja auch.

Später baut Svenja die Küche auf und brät unter Pieps' und Özlems wachsamen Augen das mitgebrachte Entrecote, während auch ich auf meine Ernährung achte und nur ein Brot esse. Ich möchte nichts von dem angebotenen Fleisch, denn Gebratenes vertrage ich nicht so gut und jetzt kann ich Unbekömmlichkeiten so gar nicht gebrauchen. Langsam lassen wir den Abend ausklingen, gehen noch zur Spülküche um das Geschirr zu reinigen und kurz darauf verziehen wir uns schon in unsere Zelte. Das war ein wirklich schöner, entspannter Abend - unglaublich chillig.

In der Nacht regnet es und auch ein kräftiger Wind weht. Anfänglich bin ich etwas beunruhigt, ob meine halb eingeschlagenen Zeltnägel halten, aber irgendwann ist mir das auch egal und ich falle in einen unruhigen Schlaf. Manchmal bin ich so k. o., dass ich vor lauter Müdigkeit nicht schlafen kann und so bin ich um 6 Uhr morgens schon wieder gestiefelt und gespornt. Meine Sachen sind gepackt und ich marschiere zum Waschhaus. Als ich fertig bin, schläft Svenja immer noch - aber gut, es ist mal gerade viertel nach 6 - und so lege ich mich noch ein Weilchen in mein Zelt, auf das immer noch der Regen trommelt und döse vor mich hin ...

Donnerstag, 7. Mai 2015

An die Hand genommen - Belgien

Eigentlich ist sie ja ein Garant für Regen, aber das Wetter ist herrlich an diesem Morgen - nicht zu warm, nicht zu kalt, die Straße ist noch ein bisschen feucht, aber alles in allem es sieht gut aus. Svenja steckt meine Regenkombi in meine Gepäckrolle und zutzelt diese noch einmal richtig zu. Sie rät mir, nicht zu viel anzuziehen und so habe ich nur lange Unterwäsche und ein T-Shirt unter meiner Motorradkluft. Dass das schon zu viel ist, werde ich aber erst später erfahren.


Schnell sind die Motorräder aus der Garage geholt, beladen und das Gepäck gut verzurrt. Svenja spendiert Greenies Kette nach der gestrigen Regenfahrt noch ein wenig Fett und dann geht es auch schon los in Richtung Belgien. Wir wollen eine Nacht auf dem Campingplatz Wesertal in Eupen verbringen und dort gemeinsam zelten. Für mich eine gute Gelegenheit, Motorradwandern zu begreifen, sozusagen. Ich werde am nächsten Tag wieder nach Hause fahren und Svenja weiter ihrer Route nach Frankreich folgen.

Zunächst schlagen wir den üblichen Weg in's Rheinland ein. Wir wollen die unglaubliche Sudda besuchen, deren Domizil mehr oder weniger am Wegesrand liegt und die sich mehr als freut, uns zu sehen. Aber gut, wir freuen uns auch und verbringen gute 2 Stunden in ihrer gemütlichen Küche. Weil ich nachts schlecht geschalfen hatte und seit ungefähr 3 Uhr auf war, bin ich ziemlich müde und will eigentlich wieder nach Hause und in mein Bett. Aber ich entscheide mich am Ende dann doch anders ... 

Es geht durch die Eifel. Bergauf, bergab, mal links rum und mal rechts rum - eine anspruchsvolle Strecke - bis wir schließlich in Roetgen ankommen. Dieser Ort, der direkt an der belgischen Grenze liegt, war prädestiniert für ausgiebigen Schmuggel und es gibt dort die legendären Schmugglerpfade, auf denen man durch's Hohe Venn wandern kann. Aber: wandern bedeutet laufen, also nichts für uns. Uns führt eine mehr oder weniger befestigte Straße - die Vennstraße - durch ein idylisches Wäldchen direkt in das hübsche Städtchen Eupen, wo wir nach ein paar Minuten unser Ziel, den Campingplatz Wesertal erreichen ...

Montag, 13. April 2015

Funny rollt wieder

Das Training hat sich ausgezahlt, bald kann ich mich zu einer Alpenüberquerung aufmachen. Gut, vielleicht sollte ich noch üben, auch mal mit dem rechten Bein zu treten und nicht immer nur mit dem Linken, aber das mache ich dann morgen. Eilt ja nicht, die Alpen sind noch niemandem weggelaufen. Also glaube ich ...

Freitag, 20. März 2015

EAT Ernährungsberatung in Nettetal, ein Fazit

Der erste Kurs ist erledigt und der Nachfolger längst schon gebucht. Erfolgreich war es und das, was am Ende als Ergebnis raus kam, hätte ich nie zu hoffen gewagt. Ich habe in 10 Wochen sagenhafte 12 Kilo abgenommen, knappe 20 cm an Hüfte und 12 cm an der Taille verloren. Ich bin von Größe 52 in Größe 46 geschrumpft und fühle mich pudelwohl. Mein erstes Etappenziel habe ich in 8 Kilo erreicht und dann sehen wir mal weiter, welches Ziel ich mir dann stecke. Mit dem nötigen Know-how war es nicht schwer und ich kann nur jedem, der ein ähnliches Problem hat, wie ich (es hatte) und im Kreis wohnt, raten, so schnell wie möglich Kontakt mit der EAT Ernährungsberatung in Nettetal/Schaag aufzunehmen.

Ja, wie fing es denn an? Ich ging eines Tages zum Arzt, schon länger total unglücklich und ich hatte es satt, mich wie eine Dampfwalze durch die Gegend zu schieben. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Praxis lamentierte ich so vor mich hin, gewillt, den Doc auf mein konkretes Thema anzusprechen. Naja, und manchmal ist es Fügung, denn im Wartezimmer lag der Flyer, der mein Leben nachhaltig verändern sollte auf dem Tisch. Ok, eigentlich fasse ich bei Arzt nichts an, was auf Tischen rum liegt, aber hier musste ich einfach zugreifen und ich vertiefte mich sofort in die Lektüre. Das hörte sich alles gut an und so klemmte ich mich am nächsten Tag sofort an's Telefon ... Tatsächlich eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Donnerstag, 12. März 2015

Eine Rheinlandrunde

Nun, ich gebe es zu, auch wir waren am vergangenen Sonntag, wie zig andere Non-Bruchstrichler und halb Holland unterwegs, um den ersten richtig schönen Tag im Jahr zu genießen.

Wir starteten schon am Vormittag bei noch recht kühlem Sonnenschein in eher südlicher, als westlicher Richtung. Der Plan war, einen geeigneten Weg nach Belgien zu finden, mit einem kleinen Abstecher zu einer Freundin, die in der Nähe des Wegesrand wohnt und so ging es über Dilkrath, Wegberg, um Erkelenz herum nach Baal, Lövenich und grobe Richtung Jackerath dem Etappenziel entgegen. Ok, so weit, so gut und bis Baal auch kein Problem ... also bis in's Centrum von Baal auf einen Parkplatz, Karte studiert und wieder zurück, denn ich hatte die Abzweigung nach Lövenich verpasst. Und weil ich mich nur bis hierher auskannte, habe ich kurzerhand das Navi montiert. Tja, was soll ich sagen, Onkel Tom, der alte Schlawiner führte mich in Lövenich zunächst arg an der Nase und dann mal links rum und mal rechts rum, bis wir trotzdem irgendwie richtig, aber unmerkbar, im Sinne von unbehaltbar, auf die Straße nach Jackerath stießen. Ok, diesen Part muss ich noch üben ... denn wenn ich bald Biker-Besuch bekomme, mit dem ich diese Route abfahren möchte, möchte ich mich natürlich umgebungskundig und souverän zeigen und nicht irgendwo in der Wildnis stranden.

Wie dem auch sei, nach ungefähren 70 km_chen kamen wir - noch recht früh am Tage - an und die Frage war, was wir nun machen sollten. Auf jeden Fall nach Hause, aber ob Autobahn oder Landstraße war noch unklar und so beratschlagten der Entenbiker und ich ein wenig und wägten das für und wider ab. Letztendlich traf dann Onkel Tom die Entscheidung und führte uns über Landstraßen schnurstracks wieder in die Heimat. Allerdings hatte er es etwas eilig und so war der Rückweg nur 50 Kilometer lang, dafür aber über das von mir ungeliebte Dülken. Aber gut, das weiß mein Besuch ja dann nicht. Ach, ich freu mich.

Sonntag, 15. Februar 2015

Routenplanung

In ein paar Wochen geht es in Richtung Belgien. Grund genug, schon mal mit der Routenplanung anzufangen. Die erste Aufgabe ist es, Dülken, ein Stadtteil von Viersen zu umrunden, denn ich hasse diese Orstdurchfahrt und ich weiß, dass es eine andere Strecke gibt, die ich allerdings nicht kenne. Dülken liegt und steht tatsächlich zwischen mir und dem Westen.

Wie dem auch sei, nachdem ich die Karte studiert und mir die Wegpunkte eingeprägt habe, hole ich Nancy aus der Garage und starte den Motor. Als ich vom Hof fahren will, kommt mein Nachbar mit dem Hund aus seinem Haus und ruft mir etwas zu, was ich aber nicht verstehe. Aber was soll's, wenn es wichtig ist, wird er sich später schon noch melden. Allerdings denke ich, dass er mir nur sagen wollte, dass die Fahrbahn frei ist und ich auf die Hauptstraße, auf der wir wohnen, einbiegen kann. Was ich auch (selbständig) tue.

Am Ende der Straße treffe ich auf die B509 und wende mich nach rechts in Richtung Nettetal. Die Straße ist erfreulich frei, allerdings blendet mich die tiefstehende Sonne und so fahre ich in angemessenem Tempo über den Schlibecker Berg und an der nächsten Ampel links. Ab jetzt ist das Fahren angenehmer, denn die Sonne scheint nun von der Seite und wird mich auf dem weiteren Weg nicht mehr sichtbehindern und so ziehe ich meiner Wege. 

Kurz vor Dilkrath verpasse ich die Abzweigung nach Wegberg, was aber, wie sich auf dem Rückweg heraus stellen wird, nicht so schlimm gewesen wäre. Da ich das aber noch nicht weiß, wende ich bei nächster Gelegenheit und biege kurz hinter dem Orstsschild ab. Nach ein paar Kilometern bemerke ich, dass die Tankanzeige der Reserve bedrohlich nahe kommt und auch die Uhr zeigt mir an, dass ein Umkehren angebracht wäre. Ich habe nämlich wie immer kein Proviant eingepackt und auch der Wecker in meiner Tasche vibriert, wie ein Junkie auf Entzug und erinnert mich daran, dass es eigentlich Zeit für meine Zwischenmahlzeit ist. Also ab nach Hause ... nachdem ich noch das obligatorische Foto gemacht habe. So viel Zeit muss trotzdem sein.