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Samstag, 17. September 2016

Habe Akku leer

Die spannende Frage, die sich mir stellt, ist, wie weit ich mit Tante Helga komme und so ziehe ich gnadenlos meine Runden, bis der Akku leer ist. So der Plan. Und so fahre ich und radle ich und cruise ich durch die Gegend. Tante Helga ist ganz schön schnittig und das Radeln geht leicht von der Hand, bzw. vom Fuß und ich fahre und radle und cruise ... 57 Kilometer weit und dann hört der Motor auf zu surren und Tante Helga ist gar nicht mehr so geschmeidig. Der Motor geht wohl nicht plötzlich und ohne Vorwarnung aus, denn das Display blinkt seit 15 Kilometern wie ein Nokia auf Speed und so bin ich zwar vorbereitet, dass es dem Ende zugeht, aber als es dann tatsächlich so weit ist, bin ich doch überrascht. Wo ich vorher mit knapp 20 km/h entlang geschwebt bin, komme ich jetzt mal gerade auf 11 km/h, obwohl ich sagen muss, so richtig anstrengend ist es ohne Motor auch wieder nicht. Wie ein altes Hollandrad eben. Aber gut, werfen wir einen Blick auf die alte Dame ... hüstel ...

Wie dem auch sei, Akku leer ist kein Problem, denn es gibt flächendeckend ... ääääh ... also wenigstens bei uns im Dorf, Stromtankstellen, an denen man sich kostenlos bedienen kann ... sofern man 5 Euro zur Hand hat, um sich in den umliegenden Geschäften oder Gastronomien den Schlüssel zum Kasten gegen Pfand auszuleihen. Hilfreich ist es auch, wenn man ein Buch dabei hat, denn es dauert eine kleineWeile, bis der Akku komplett geladen ist. Aber auch das wäre kein Problem, denn der örtliche Buchhändler ist vis-a-vis angesiedelt. Hübsch wäre jetzt noch eine Bank, auf der man sich gemütlich niederlassen kann - das Spiralen-Eichhörnchen-Hüpfe-Schaukel-Dingens ist ein wenig unbequem und man verrutscht gerne mal in der Zeile. Vielleicht ist es aber auch Kalkül, denn es gibt genügend Eisdielen in Sichtweite und wer kein Buch lesen möchte, kann sich bei Lottototto eine Zeitung besorgen. Puuuuuh, das Leben ist teuer ... aber wenigstens gibt es den Strom hier umsonst. Außer abends, da haben die Läden zu und somit gibt es keinen Schlüssel, auch nicht gegen Pfand.

Kommentare:

  1. Das ist dann doch echt mal eine gute Aktion der Gemeinde gegen das Aussterben unserer Innenstädte!

    Übrigens finde ich, dass nur, weil ein Fahrrad ein E-Bike ist, es nicht gleich namenstechnisch "alt" gemacht werden muss...

    So long,
    Corinna

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    1. Oh ja, sie sind redlich bemüht.

      Die Vorbesitzerin, eine ältere Dame, des Rades heißt Helga und entre nous, das Rad ist nicht das Modernste. Aber es tut, was es soll und klappert dabei fröhlich im Takt :-D

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  2. Immerhin kannst Du Tante Helga noch nach hause treten, mit Mopped oder Auto wäre das nicht so einfach gewesen ;-)

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    1. Meine Güte, dass erinnert mich daran, wie oft und weit ich mein Kleinkraftrad geschoben habe :-D

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  3. Ich wüsste bei uns im Ort und dem näheren Umkreis noch nicht einmal, wo es Ladestationen gibt. E-Bikes sind hier nicht wirklich verbreitet. Wäre glatt mal eine interessante Frage ....

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    1. Das ist ja lustig, da wo sie 'gebraucht' werden könnten, kommen sie nicht vor und hier, wo es eher leicht bergab geht, statt gerade, fahren die zu Hauf :-)

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  4. Eine solche Ladestation habe ich hier auch noch nie gesehen. Dabei ist Mainz ja eine Studentenstadt und rühmt sich damit, daß angeblich immer mehr Leute mit dem Fahrrad fahren.
    Auf den Dörfern ist von solchen hochtechnischen Errungenschaften erst recht nicht die Rede. Hier hat man quasi gerade erst die bemannte Motorfahrt erfunden.

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  5. Also bei uns kämst du nicht so weit mit deinem Akku, wir haben hier nämlich Berge! Und ohne E fährt sich so ein Bike ganz schön schwer, hat ja so um die 20 Kilo....leider hats bei uns auch nicht so mit den Stromtankstellen, aber bisher sind wie immer gut wieder heim gekommen und wir fahren sehr stromsparend...mit zunehmender Fitness :-)

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