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Samstag, 2. November 2019

Funny und das Patenkind

Seit einiger Zeit habe ich - obwohl ich das Wort "haben" in dem Zusammenhang nicht so toll finde, denn ich habe dieses zückersüße Mädchen aus Ruanda ja nicht. Also, sie ist mein Patenkind und zwei Jahre alt. Da sie natürlich noch nicht selber schreiben kann, kommuniziere ich mit den Eltern, bzw. ein Kind aus dem Dorf schreibt für sie nach den Angaben der Eltern. 

Aber nun von Anfang an. Seit einigen Jahren trage ich mich immer mal wieder mit dem Gedanken, eine Patenschaft für ein Kind aus Indien, Afrika oder Südamerika zu übernehmen, hatte aber immer Ausreden parat, um es nicht zu machen und der Hauptgrund war, dass ich keine Lust hatte, bzw. es mir nicht zutraute, mit jemandem in Briefkontakt zu stehen. "Mein Patenkind wird das einzige Kind in der Schule sein, dass keine Post bekommt", wusste ich immer an gegebener Stelle einzuwenden. Schade, mir ist viel entgangen, wie ich heute weiß.

Eines Tages erzählte mir eine Freundin, dass sie eine Patenschaft für ein Mädchen übernommen hätte, nannte mir die Organisation und das war dann mein Startschuss, sozusagen. 

In Abständen kommen Briefe und mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich die Zeilen lese. Sylvia, nennen wir sie mal so, geht zwar noch nicht in den Kindergarten, aber in so etwas ähnliches, sie trinkt dort Milch und isst Mahlzeiten mit Gemüse, wie mir im letzten Brief erzählt wurde. Ihre Mutter holt sie um 12:00 AM wieder ab.

Allerdings wäre Funny ja nicht Funny, wenn sie nicht ganz genau wissen wollte, was Sylvias Familie so schreibt - man bekommt den originalen Brief und eine englische Übersetzung - und deshalb habe ich mir einen Sprachführer Kinyarwanda gekauft. Sylvia trinkt also amata (Milch) und isst Mahlzeiten mit imboga (Gemüse). In diesem Buch wird u. a. auf die Namensgebung eingegangen und lustigerweise steht dort auch UWAMAHORO als Beispiel für einen Namen - die-vom-Frieden, ergo: Irina, die Friedliche oder die Friedfertige, abgeleitet von der Friedensgöttin Eirene.

Viele Grüße und Murabeho
Uwamahoro

Kommentare:

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    1. Liebe Bine,
      wie schön, dich mal wieder in der Bloggerwelt zu sehen.
      Ja, da geht einem wirklich das Herz auf. Sie schreiben, dass sie sich so über Briefe freuen, weil es ihnen zeigen würde, dass man sich für ihr Kind interessiert <3
      LG‘s
      Uwamahoro :)

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  2. Ach daher kommen deine Fremdsprachenkenntnisse!
    Find ich super, dass du dich dazu entschlossen hast. :)

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    1. Muraho y‘amahoro!
      … was soviel heißt wie: Hallo, wie geht es dir. Muraho = Guten Tag, amahoro = Frieden, also in etwa: Guten Tag, hast du Frieden, also frei interpretiert: Guten Tag, wie geht es dir.
      Von Fremdsprachenkenntnissen will ich eher nicht reden, ich finde es nur höflich, ein paar Wörter in der jeweiligen Landessprache meines gegenübers zu können.
      Es tut einfach gut, wenn man so nette Briefe von im Grunde genommen wildfremden Menschen zu bekommen und es erwärmt mein Herz, wenn sie schreiben, dass sie sich freuen, Briefe zu erhalten , weil es ihnen zeigen würde, dass man sich für ihr Kind interessiert.
      Murabeho! (Auf Wiedersehen)
      Irina, aka Uwamahora :)

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  3. Das ist eine tolle Sache. Also eigentlich zwei tolle Sachen. Zum Einen die Patenschaft und zum anderen, das du dich mit der Sprache auseinander setzt. Mir fehlt leider völlig das Fremdsprachen Gen.
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,

      stell dir vor, gestern saß ich im Büro, erledigte die Buchhaltung für Oktober und als ich fertig war, widmete ich mich der Rechnungs-Post, die auf meinem Schreibtisch lag. Nach und nach trug ich den Stapel ab und hielt plötzlich einen Umschlag von Plan in der Hand. Post von Jonathan aus Uganda. Er ist mein Firmen-Patenkind. Boah, voll die Überraschung und ich fragte den Gatten, warum er mir den Brief nicht mit nach Hause gebracht hätte. Aber egal, so konnte ich mich gestern freuen.

      Naja, Fremdsprachen sind auch nicht so meins. Ich möchte halt immer das eine oder andere Wort können, um meinem Gegenüber Respekt zu zollen und um demjenigen eine Freude zu bereiten.

      LG‘s Irina

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  4. Irina, Die Friedliche. *gnihihi*
    In welchem Sprachführer stand das denn? Sparta?

    Nein, im Ernst. Ich finds klasse, dass du ein Patenkind hast, das du unterstützt. Ich mache das selbst auch und versuche anhand der wenigen Fotos und Google Maps und Satellite dort hinzudenken und mir vorzustellen, wie es sein mag.
    Für uns ist das nur ein kleiner Beitrag, aber letztlich hat eine ganze Familie davon gut und es sorgt dafür, dass die Mädchen zur Schule gehen und nicht frühzeitig arbeiten müssen. Find ich klasse.

    Richtig spannend wird es, wenn die Kinder alt genug sind, um sich selbst per Brief auszutauschen, oder sogar per E-Mail. Ich will nicht zu viel hineinhoffen, aber das wäre so schön.

    Nun, warten wirs ab, wir sind ja alle noch so jung :-)

    Lieben Gruß.
    Svenja

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    1. Liebe Svenja, muraho y'amahoro!
      jaaaaaa_haaaa, Irina, die Friedliche. Und überaus passend für mich :-D
      Das ist so süß, sie trinkt amata und isst imboga. Ich bin gerade dabei, einen Brief zu entwerfen und darin zu fragen, was deren typical meal ist und wie sie es zubereiten. Sie freuen sich, haben sie zum Ausdruck gebracht, dass man sich für sie interessiert. Nun, du wirst es lesen, spätestens, wenn ich eine kompetente Lektorin brauche.
      Ja, wir sind so jung ... ich habe Benjamin schon vorgewarnt, dass er sie eines Tages "übernehmen" muss :-D
      LG's Uwamahoro.

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