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Freitag, 12. Februar 2016

Funny's Pannendienst

Nachdem ich die ganze Woche mit Nancy unterwegs war, schaut mich Travis heute Morgen, als ich das Garagentor öffne, aus traurigen Augen an. Ein bisschen Vorwurf kann ich auch entdecken und so entscheide ich mich spontan für ein zusätzliches Fahrradtraining bevor ich zum Turnen gehe vor dem Kraftsport im Fitti. Hat ja auch immerhin den Vorteil, dass ich das Aufwärmtraining ausfallen lassen kann. 

Wie dem auch sei, es rächt sich. Es rächt sich bitterlich, dass ich in den letzten Wochen so fahrradfaul war und als ich schnaufe, wie einst Eddy Merckx bei der Anfahrt auf den Col du Grand Malheur wandelt sich das Surren der Pneus auf dem Asphalt in ein hönisches und mantraartiges "Selber Schuld, selber Schuld, selber Schuld, du faules Schwein!" Also ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass es so ist. Puuuuuh, bin ich schlapp ... 

Auf dem Rückweg schlage ich den kürzeren, dafür aber schwereren Weg über den 'Schlibecker Berg' ein, der so unbedeutend ist, dass er noch nicht einmal bei 'Wikipedia' Beachtung findet. Ich schnaufe und keuche und quäle mich mit Tempo 9 die Anhöhe hinauf. Ok, ich war schon mal schlechter, denn diesmal schaffe ich die Steigung immerhin im 4. Gang und freue mich auf die Abfahrt, bei der ich locker 38 km/h auf den Tacho kriege. Als ich oben angekommen bin, kracht die Kette vom Kettenrad. Shice! Aber gut, es geht bergab, kein Grund, sich die Finger schmutzig zu machen und so rollen Travis und ich den Berg hinunter. Leider reicht es nicht bis ganz nach Hause, der letzte Kilometer muss noch bewältigt werden und schieben ist keine Option. Schieben hat was mit Laufen zu tun und das kann ich hassen, also bleibt mit nichts anderes übrig, als die Kette wieder aufzulegen. Dumm nur, dass Lil' Ben diese frisch gefettet hatte. Aber: 13 Kilometer in knappen 50 Minuten. Das hatte sich wahrlich schlimmer angefühlt und liegt eigentlich nur 3 Minuten über der üblichen Zeit, die ich brauche, um in's Fitti und zurück zu radeln. 

Kommentare:

  1. Das Gefühl kenne ich nur zu gut, Funny. Bist nicht allein damit. Ich brauche erstmal wieder Tagesfreizeit... nachts macht das Radfahren einfach keinen Spaß.

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    1. Neee, im Dunkeln macht Rad fahren tatsächlich keinen Spaß und ich finde es sogar gefährlich, weil man die Strecke nicht so gut sieht. Ich wäre mal fast in einen Graben gefahren, weil vor mir ein Haufen Laub aufgetaucht ist und ich vor Schreck und nicht wissend, dass es nur ein Laubhaufen war, ausgewichen bin.

      Tagesfahrzeit kommt ja bald wieder Häschtägg sommerzeit. Aber ich glaube, du meinst etwas anderes :-)

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    2. Hi hi, klar meinte ich was anderes. Es ist Samstag und ich war heute nur einen halben Tag auf Arbeit... jetzt habe ich frei und die Sonne scheint. Endlich Wochenende.

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  2. Die unbedeutenden Berge sind meist die schlimmsten. Wenn ich Leuten von Bergen in Hamburg erzählt habe, dann haben die meist gelacht und gesagt, daß sie noch keine gesehen hätten. Zu sehen sind sie zuweilen kaum, in den Beinen merkt man sie um so mehr. Vielleicht sind sie so elendig schwer, weil das Auge auch behauptet, da seien keine.

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    1. Manchmal frage ich mich auch, warum das Radeln so anstrengend ist, obwohl weit und breit keine Steigung zu sehen ist. Ich habe sogar erst rausbekommen, dass der Radweg vor unserer Haustür eine leichte Steigung hat, als ich mit dem Roller zurück gerollert bin und das ganz von selbst ging :-)

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  3. Travis Kettenkrankheit kann aber auch daran liegen, daß Du im falschen Gang getreten hast. Kettenspannung und Verschleiß von Ritzeln...kennste ja vom Moped her...
    Aber tapfer, wie Du Dich immer wieder überwindest. Gratuliere, Dein innerer Schweinehund ist schon kleiner als ein Chihuahua...;-)

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    1. Ich hatte mich verschaltet, bzw. mal wieder vergessen, in welche Richtung man den Schalthebel drücken muss, damit man das nächst größere Kettenblatt nutzen kann und weil meine Daumen ein Stück zu kurz sind, habe ich recht energisch gedrückt, sozusagen. Naja und da ist der Umwerfer dann zu weit nach links gerutscht und schon lag die Kette daneben :-)

      Neue Kettenräder für vorne sind schon montiert ... und ein Kettenschutz, damit ich mir nicht ständig die Hosen versaue.

      Jaaaaaa_haaaaa, tapfer, näää!?

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  4. Ach Ihr Lieben! Berge in Hamburg, zu wenig Tagesfreizeit und lautes Keuchen auf dem Drahtesel. All das ist auch mir so sehr bekannt.

    Funny schildert ihre Qual so mitreißend, dass ich sofort diesen süßlichen Geschmack im Mund habe, den man ausschüttet, wenn man körperlich über seine Grenzen geht. Kennt Ihr das?

    Och, warum kommt er denn bereits beim Lesen????

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